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Lübeck Trotz Beeinträchtigung voller Spaß auf dem Trampolin
Lokales Lübeck Trotz Beeinträchtigung voller Spaß auf dem Trampolin
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21:11 23.10.2013
Kim (10) springt in die Höhe, Übungsleiterin Julia Groß (21, v. l.), Sarah (14) und Antje Kaiser (34) schauen gespannt zu. Quelle: Rüdiger Jacob

Konzentriert nimmt Kim Anlauf und macht einen hohen Sprung vom Trampolin. Im Gegensatz zu Sarah (14), die im Rollstuhl zusieht, hat sie keine Behinderungen. Trotzdem haben die Mädchen gemeinsam Spaß am Sport. Alle zwei Wochen treffen sich etwa zwölf Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren in der alten Sporthalle der Schule Wilhelmshöhe. Initiiert ist die Inklusions-Sport- und Spieleinheit vom Segeberger Verein Menschen in Bewegung.

Antje (34) und Mathias Kaiser (49) haben die Aktion 2010 mit der Lübecker Integrationseinrichtung Mixed Pickles ins Leben gerufen. „Ziel ist die unbeschwerte Integration von behinderten und nichtbehinderten Kindern“, sagt Mathias Kaiser. „Die Kinder mit zum Teil erheblichen Beeinträchtigungen haben in normalen Sportvereinen oder im Schulsport kaum eine Chance.“ Die Übungsleiterinnen Julia Groß (21), Anna Weick (23) und Assistentin Lina Mertke (14) betreuen die Gruppe. „Emotionale Schwankungen machen den Sport mit nichtbehinderten Kindern so gut wie unmöglich“, sagt Kaiser. „Manchmal dauert es wegen der vielfältigen Beeinträchtigungen eben ein wenig länger, bis ein Kind erklären kann, was es am liebsten spielen möchte.“ Neben Trampolinspringen, Fußball oder Hockey stehen auch die Klassiker aller Kinder wie Abwerfen und Verstecken beim Inklusionssport auf dem Zettel.

„Unsere ,Downies‘ sind wahre Hochsprungkünstler“, sagt Kaiser über die Kinder mit Down-Syndrom. Sarah kann zwar nicht springen, hat aber trotzdem Spaß. Groß schiebt ihren Rollstuhl über verschiedene Matten, Sarah muss mit geschlossenen Augen die Unterschiede erkennen. „Das sind spezielle Übungseinheiten, mit denen wir das Turnabzeichen auch für behinderte Kinder erreichen möchten“, sagt Antje Kaiser. „Leider gibt es so eins aber noch nicht.“

221 Mitglieder hat der Verein. Neben den „Mixed Kids“ gibt es noch die Rollstuhl-Sportgruppe „Roll & Rock Teens“. Zweieinhalb Stunden dauert eine Trainingseinheit in der Halle Wilhelmshöhe — doch es gibt immer eine lange Pause, sagt Mathias Kaiser. „Dann legen wir eine Decke auf den Hallenboden, setzen uns drumherum und machen ausgiebig Picknick.“

Rüdiger Jacob

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