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Lübeck Trotz des Zick-Zack-Wetters: 250 000 Besucher, 1300 Segler
Lokales Lübeck Trotz des Zick-Zack-Wetters: 250 000 Besucher, 1300 Segler
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11:16 25.07.2017
Quelle: segel-bilder.de
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Travemünde

Guter Start trotz des durchwachsenen Wetters: Die Zwischenbilanz nach dem ersten Wochenende der 128. Travemünder Woche ist aus Sicht der Veranstalter sehr zufriedenstellend. Trotz des Regens kamen in den ersten drei Tagen der TW rund 250 000 Besucher. Ein ähnlicher Wert wie im vergangenen Jahr, als nach vier Tagen etwa 300 000 Besucher zu verzeichnen waren. „Damit sind wir sehr zufrieden“, sagt Uwe Bergmann, der Geschäftsführer der Hamburger Agentur uba, die das Festival vermarktet. „Auch wenn es natürlich noch Potenzial nach oben gibt.“

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Das gute Wetter zur TW-Eröffnung am Freitag lockte schon in den ersten Stunden rund 80 000 Besucher ins Festivalareal. Der Dauerregen am Sonnabend hat die gute Stimmung der Aussteller etwas getrübt, und auch der Sonntag schien nach anfänglichem Regenwetter keine Besserung zu versprechen. Doch mit dem Aufreißen der Wolkendecke kamen auch die Besucher. „Insgesamt ist die Stimmung gut, auch wenn einige natürlich immer gern mehr hätten“, so Bergmann.

Die Neuerungen auf der TW seien ebenfalls überwiegend positiv aufgenommen worden.„Die Wandlung des Brügmanngartens von der Konzert-Arena zum ,Stadtwerke Lübeck Festivalgarten‘ hat uns sicherlich am meisten beschäftigt“, sagt Bergmann. „Aber das Areal ist sehr attraktiv geworden, die Besucher haben viele Gelegenheiten, um zu verweilen. Das war das Ziel.“ Man habe noch bis zum nächsten Wochenende Zeit, die Kritiker zu überzeugen. Ob sich das neue Konzept bewährt, könne erst am Sonntag analysiert werden.

Sportlich feierte die Travemünder Woche gestern ihren großen Einstieg – mit den Nachwuchstitelkämpfen. „Jetzt geht die TW richtig los“, sagte Gesamtwettfahrtleiter Brian Schweder und verwies auf 750 Talente in zehn Bootsklassen, die das bisherige TW-Feld (550 Segler/Klassen: Trias, Bundesliga, Seebahn) komplettieren. Heute kommt noch die 150- köpfige Laserflotte hinzu, die auf ihre aus dem belgischen Newport von der WM einfliegenden Stars wartet.

20 Nationen dabei

Bei den Internationalen Deutschen Jugend- und Jüngsten- Meisterschaften sind rund 900 Jugendliche aus 20 Nationen in elf Bootsklassen am Start.
Die Talente starten für Australien, Österreich, Belgien, Brasilien, Costa Rica, Dänemark, Spanien, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Japan, Mexiko, Niederlande, Norwegen, Polen, Rumänien, Schweiz, Schweden, Uruguay und für 16 Bundesländer.

Schweder, der gestern die Segler eine Stunde an Land warten ließ, ist mit dem Jugend-Einstieg zufrieden: „Wir hatten draußen zunächst einen Ententeich, haben genau zur richtigen Zeit angefangen, alle geplanten Wettfahrten durchbekommen.“

Mit 204 Kindern stellen die Optimisten die größte Flotte. Daher starteten sie auch in drei Gruppen. Nach zwei Wettfahrten vorn: Hannah Lanzinger vom Chiemsee und Franziska Nussbaumer vom Bodensee. Sechs Schützlinge hat der Lübecker Trainer Uwe Schimanski aus seiner Trainingsgemeinschaft des Lübecker Yacht-Clubs und des Lübecker Segler-Vereins am Start: „Tag eins ist sehr gut gelaufen, gerade mit den schwierigen Bedingungen in der zweiten Wettfahrt. Ich bin zufrieden, auch Jesper Bahr ist sehr gut gesegelt.“ Der LSVer liegt auf Rang 23, Kjell Haschen (Heiligenhafen) auf 26.

Nicht ganz zufrieden war die Lübeckerin Carolina Horlbeck. Die deutsche O’pen-Bic-Meisterin des Vorjahres segelt als Vorschoterin jetzt mit Ben Heinrich (Kiel) 29er, liegt auf Platz 18: „War nicht so unser Tag, die Welle war schwierig. Unter die Top zehn wollen wir schon, das wäre richtig cool.“

Ob heute gesegelt wird, ist allerdings fraglich. Gesamtwettfahrtleiter Schweder: „Da kommen richtig viel Regen und Wind auf uns zu – mit bis zu 35 Knoten. Das sieht sehr schwierig aus.“ Die Besucher auf der Meile jedenfalls halten beim Feiern ein bisschen Regen aus – und bisher war ja das TW-Wetter auch besser als die Vorhersagen.

Entspannter Job für Sicherheitskräfte

Ruhiger TW-Start für Ordnungs- und Polizeikräfte: In den ersten drei Tagen wurden 14 Strafanzeigen gestellt, 11 Platzverweise ausgesprochen, es gab zwei Gewahrsamnahmen und zwei alkoholisierte Jugendliche, die in Obhut genommen und den Eltern übergeben werden mussten. In einem Fall liegt der Verdacht der sexuellen Nötigung vor. „Aus polizeilicher Sicht kann der Verlauf des ersten TW-Wochenendes als ruhig bezeichnet werden“, sagt Polizeisprecher Dirk Dürbrook. Die Einsatzplanung habe sich bewährt und werde auch im Hinblick auf das nächste Wochenende nicht geändert.
Neben den Polizeikräften waren auch sechs Mitarbeiter des Ordnungsdienstes der Stadt Lübeck auf dem Gelände der TW unterwegs, die besonders auf übermäßigen Alkoholkonsum von Jugendlichen geachtet haben. Unterstützt wurden sie von einer Mitarbeiterin des Jugendamtes und zwei Kräften der Landespolizei. „Der erste Abend war relativ ruhig, der zweite absolut ruhig“, sagt Stadtsprecherin Valessa Glisovic. „Es musste lediglich eine 17-Jährige versorgt werden, die mit 2,36 Promille aufgefallen war.“ Am Sonntag sei es trotz des guten Wetters in den Abendstunden wieder „erstaunlich ruhig“ gewesen. Insgesamt wurden am ersten Wochenende sechs Jugendliche mit „kritischem Alkoholkonsum“ aufgegriffen.

Von Hannes Lintschnig und Jens Kürbis

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