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Lübeck Tschüs, Roncalli!
Lokales Lübeck Tschüs, Roncalli!
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06:54 22.08.2017
40.000 Menschen hat Roncalli in Lübeck mit seiner Reise zum Regenbogen begeistert. Quelle: Olaf Malzahn
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Innenstadt

Gleich nach der Abschiedsvorstellung am Sonntagabend begann das Roncalli-Team mit dem Abbau, noch in der Nacht zum Montag wurden die ersten Wagen zum Güterbahnhof gebracht. Heute früh startet der Sonderzug nach Hannover. Die Bilanz fällt positiv aus. Nicht nur, was die Besucherzahlen anbelangt.

In Lübeck bricht der Zirkus Roncalli am Montag seine Zelte ab. Auf dem Platz am Holstentor ist jetzt eine schlammige Mondlandschaft. Schuld ist der Regen, der uns diesen Sommer verhagelt. 

„Alle“, so Pressesprecher Markus Strobl, „fühlten sich in Lübeck herzlich aufgenommen“. Dem jungen mexikanischen Clown Chistirrin und seinem Vater habe es hier sogar besser gefallen als in Hamburg.

Was wohl ein großes Lob ist. Wenn die Artisten, Clowns und anderen Mitwirkenden frei hatten, erkundeten sie die Hansestadt – ob beim Duckstein-Festival, hier besonders gern im Zelt der Elsässer, oder bei einer von Küsterin Sabine Weiß organisierten Führung über die Gewölbe von St. Marien. Viele nutzten auch die freie Zeit, um die Strände der Umgebung zu erkunden. Dass das Wetter suboptimal war, habe die Künstler nicht gestört, sagt Strobl: „Denen macht das nichts aus.“ Alle seien gesund und topfit.

Selbst Roncalli-Chef Bernhard Paul habe seinen Lieblingsort gefunden: das Eisstübchen am Holstentor. Und wie er zum „Wiederholungstäter“ in Sachen Eis wurde, so wurde Schauspieler Armin Mueller-Stahl zum Roncalli-„Wiederholungstäter“, denn der war nicht nur zur Gala-Premiere da, sondern sah sich noch ein zweites Mal mit seiner Familie die „Reise zum Regenbogen“ an. Er dürfte nicht der einzige, mit Sicherheit aber der prominenteste Zweitbesucher gewesen sein. Absoluter Publikumsliebling war laut Strobl übrigens Beatboxer Robert Wicke.

Dass dieses Mal noch deutlich mehr Menschen die Vorstellungen besuchten als 2015, führt Markus Strobl nicht nur auf das schlechte Wetter zurück, das viele Urlauber, darunter viele Dänen, von der Küste in die Hansestadt trieb. „Wir haben dieses Mal ganz anders vermarktet, auch im Umland und an der Küste“, sagt Strobl.

Während gestern der Abbau auf der Wiese an der Holstentorhalle unter der erfahrenen Leitung von Patrick Philadelphia und Michele Rossi in ziemlicher Geschwindigkeit voran ging, standen Masten und Vorzelt schon in Hannover. Dort wird alles für die Galapremiere am Freitag, 25. August, vorbereitet. Bis zum 1. Oktober gastiert Roncalli dort auf dem Waterlooplatz. „Adieu Roncalli“ hieß es gestern, die Spuren werden allerdings noch eine Weile auf dem Platz an der Holstentorhalle zu sehen sein. Beim letzten Gastspiel hatte der Circus sich die Wiederherstellung der Grünanlage 22000 Euro kosten lassen. Mit einem ähnlichen Betrag sei auch dieses Mal zu rechnen. „Wenn das Wetter einigermaßen mitspielt“, so Strobl, „wird in vier Wochen alles wieder so gut aussehen wie zuvor.“

In zwei Jahren kommt Roncalli wieder nach Lübeck, soviel steht fest. Zwei Wünsche hätten die Akteure: weniger Mücken als im Sommer 2017 und ein Zusatzplatz, der zentraler liegt als der diesjährige in Schlutup.

Zahlen und Veränderungen

2015 sahen 30000 Menschen die Vorstellungen des Circus Roncalli, 2017 sind es stolze 40000 binnen vier Wochen.

2019 soll der Circus von Bernhard Paul erneut in der Hansestadt gastieren – dann aber ganz ohne Tiere. Zuletzt waren ein Kaltblut-Pferd und drei Ponys dabei. Dafür erhält der Circus einen weiteren historischen Wagen – an diesem Foodtruck soll es vegetarische und vegane Speisen geben.

 Sabine Risch

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