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Lübeck UKSH: Bauausschuss will Anwohner-Parkausweise
Lokales Lübeck UKSH: Bauausschuss will Anwohner-Parkausweise
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12:52 17.04.2018
Es soll Parkausweise für die Anwohner der Siedlung Strecknitz geben. Das hat der Bauausschuss beschlossen Quelle: Roeßler
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Lübeck

Kein Park-Chaos mehr rund um das Uniklinkum (UKSH). „Es muss endlich etwas passieren“, fordert CDU-Fraktionschef Christopher Lötsch. Seit einem Jahr werde über die Park-Situation am UKSH diskutiert. „Das Problem ist zwar durch die Uniklinik entstanden – aber wir müssen damit umgehen“, macht Lötsch klar. Deshalb fordert er Anwohner- Parkausweise für die Siedlung Strecknitz und die Straße Stadtweide. Der Antrag kommt knapp durch. Dafür stimmen CDU, FDP und BfL. Dagegen votieren SPD, Grüne, GAL, Freie Wähler.

Anwohner finden keine Parkplätze mehr

Für die Sozialdemokraten ist das Thema komplizierter. „Dann müssen die Anwohner für die Parkausweise zahlen“, sagt SPD-Verkehrsexperte Ulrich Pluschkell. Außerdem gebe es dasselbe Problem am Bahnhof. Deshalb fordert die SPD, dass die Verwaltung einen Bericht darüber anfertigt. „Der nutzt den Anwohnern nichts“, kontert Lötsch. Volker Koß (GAL) indes sieht das Land in der Pflicht, denn dem gehört das Uniklinikum. „Wir müssen Druck auf Kiel ausüben“, macht er klar. Lötsch indes meint: „Es ist illusorisch, dass das UKSH auf Parkplatzgebühren verzichtet.“

Das Problem: Besucher und Mitarbeiter des Uniklinikum müssen in dem neuen Parkhaus mit 633 Stellplätzen Geld zahlen. Kosten: 1,50 Euro pro Stunde. Die Mitarbeiter müssen 35 Euro pro Monat hinlegen. Es wurde Mitte 2016 eröffnet. Seither weichen viele in die angrenzenden Straßen aus. Die Folge: Die Anwohner dort finden keine Parkplätze mehr. Auch in Kurven stehen Wagen und versperren die Zufahrt, einige parken auch direkt vor Einfahrten. „Die Müllabfuhr kommt teils nicht mehr durch“, berichtet Koß von einem Schriftwechsel mit den Entsorgungsbetrieben. Sauer über das Parkchaos ist auch Pluschkell. „Das UKSH will sein Parkhaus zu Lasten von Mitarbeitern und Besuchern refinanzieren“, kritisiert er. Die wiederum verkrümelten sich in Nachbarstraßen. Deren Anwohner sollen nun Parkausweise bezahlen.

Bausenatorin warnt vor Verlagerung des Problems

Eine Warnung kommt von Bausenatorin Joanna Glogau (parteilos): „Das Thema ist schwierig.“ Denn: Wenn Anwohner neue Rechte erhielten, würden anderen auch Rechte weggenommen. Aber vor allem: „Wo ist die Grenze des Anwohner-Park-Bereichs?“ Glogau: „Es kann zu einer Verlagerung des Problems in andere Straßen kommen, nicht zu einer Lösung.“

Dennoch: Die Anwohner-Parkausweise werden beschlossen. Aber: Auch der SPD-Antrag wird angenommen. Der besagt, dass die Stadt lediglich einen Bericht zum Anwohner-Parken verfassen soll. Karsten Mihr (BfL): „Jetzt haben wir zwei verschiedene Beschlüsse zum selben Thema.“

Von Josephine von Zastrow

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