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Lübeck UKSH-Pflegekräfte demonstrieren in Lübeck und Kiel
Lokales Lübeck UKSH-Pflegekräfte demonstrieren in Lübeck und Kiel
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17:21 19.02.2019
Um Druck in der Tarifrunde des öffentlichen Dienstes zu machen, zogen am Dienstagmorgen knapp 400 Beschäftigte des UKSH durch die Lübecker Innenstadt – hier am Holstentor. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

Angeführt von der Gewerkschaft Verdi gingen in der Hansestadt knapp 400 Mitarbeiter des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) und des Zentrums für Integrative Psychiatrie (ZIP) auf die Straße. Der Demo-Zug begann und endete am Verdi-Gewerkschaftshaus und führte durch die Innenstadt mit einer Zwischenkundgebung in der Breiten Straße/Ecke Mengstraße. Unter der Leitung von Verdi-Geschäftsführerin Berith Jordan gaben die Demonstranten lautstark ihre Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen und höheren Löhnen kund. Sie trugen große Banner mit der Aufschrift „Wir sind es wert“ und riefen: „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Kohle klaut!“

Kämpferische Stimmung unter Demonstranten

Die Gewerkschaftssekretärin Magda Tattermusch lobte auf der Zwischenkundgebung in der Breiten Straße, dass so viele Mitarbeiter erschienen sind. „Bei euch findet die Spitze der Forschung und der Lehre statt, also sollte man euch auch angemessen dafür bezahlen!“, rief sie den Demonstranten zu. Sie versprach außerdem:„Wir werden diesen Tag mit dem UKSH aufarbeiten, um endlich bessere Arbeitsbedingungen zu schaffen.“ Der Kieler Gewerkschaftssekretär Christian Godau berichtet: „Die Stimmung ist kämpferisch. Es geht nicht nur ums Geld. Die Kollegen sind frustriert wegen des viel zu geringen Personals und der extremen Arbeitsverdichtung.“

Krankenpfleger: Viel Arbeit, wenig Personal

Das bestätigt auch Anästhesie-Krankenpfleger Jörg Bartscher, der in Lübeck demonstrierte. „Das Arbeitsaufkommen ist viel zu groß im Verhältnis zum Personal. Es ist an der Zeit, dass unser Berufsfeld aufgewertet wird“, sagt der 38-Jährige. Nuray Baser (48), die ebenfalls in Lübeck streikte, arbeitete 17 Jahre lang als Kinderkrankenschwester auf der Intensivstation und ist nun in der Personalvertretung tätig. Sie erzählt:„Wir arbeiten heute mit viel weniger Menschen, als noch vor einigen Jahren. Viele Mitarbeiter können nicht einmal ihre Pausen wahrnehmen. Auch in der Verwaltung kommt immer mehr Arbeit auf uns zu.“

Rund 400 Tarifbeschäftigte des UKSH und der ZIP in Lübeck protestierten am 19. Februar mit Trillerpfeifen und riesigen Bannern in der Innenstadt für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne.

Hintergrund des Streiks

Hintergrund des Warnstreiks ist, dass die Angestellten des UKSH nach Angaben von Verdi etwa 300 Euro im Monat weniger verdienen als ihre Kollegen in der Sana-Klinik oder anderen Krankenhäusern der Region. „Diese Ungerechtigkeit ist hausgemacht“, sagt Berith Jordan von Verdi.Die Gewerkschaften fordern nun eine Lohnerhöhung von mindestens 200 Euro pro Monat. Magda Tattermusch erklärt: „Schon jetzt ist das UKSH als Arbeitgeber finanziell unattraktiv und damit nicht mehr konkurrenzfähig. Deshalb fordern wir die Arbeitgeber auf, schnellstmöglich ein entsprechendes Angebot zu unterbreiten.“

Ausstand verursacht Probleme in Kliniken

Die Warnstreiks in Lübeck und Kiel verursachten aber auch Probleme in den Krankenhäusern. UKSH-Sprecher Oliver Grieve bestätigte, dass zum Beispiel nicht zwingende Operationen aufgrund der Personalkapazitäten verlegt wurden. Außerdem habe es Verzögerungen bei Patiententransporten gegeben. Gewerkschaftssekretär Christian Godau beruhigte jedoch: Der zentrale Klinikablauf erfahre keine Einschränkungen. Durch die Notdienstvereinbarung stehe genug Personal zur Versorgung von Notfällen bereit.

„Großkampftag“ vor der nächsten Verhandlung

Die dritte Verhandlungsrunde zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern findet am 28. Februar in Potsdam statt. Zuvor, am 25. Februar, wird es einen „Großkampftag“ geben, so Berith Jordan. Dann werde flächendeckend ganztägig gestreikt, nicht nur in Schleswig-Holstein, sondern auch in vielen anderen Bundesländern.

Rabea Osol

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