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Lokales Lübeck UKSH Lübeck eröffnet neues Eltern-Kind-Zentrum
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06:59 20.06.2017
Schwester Doreen Peplinski von der „Neonatologischen Intensivstation 12 n“ erklärt Max Schön, Vorstandsvorsitzender der Possehl-Stiftung, den Inkubator mit dem Simulationsbaby für Trainingszwecke.
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St. Jürgen

Kaum ist der Name ausgesprochen, klingt er bereits vertraut. „Elki – finde ich total schön“, entfährt es nicht nur Kristin Alheit an diesem Vormittag. Sie halte wohl ihre „letzte offizielle Rede als Ministerin des alten Kabinetts“, freue sich aber, dass dies in so einem schönen Rahmen in der Hansestadt erfolge. „Elki“ avanciert jedenfalls zum Lieblingswort der zahlreichen Festredner zur Einweihung des Neubaus und steht als Abkürzung für das neue Eltern-Kind- Zentrum auf dem Uni-Campus.

UKSH feiert Schlüsselübergabe für das neue Eltern-Kind-Zentrum – Fächerübergreifende Zusammenarbeit – Umzug beginnt am Montag.

„,Elki’ – finde ich total schön.“ Kristin Alheit, Ministerin für Soziales

Das viergeschossige Gebäude ist in unmittelbarer Nähe zur Kinderklinik entstanden und an das Zentralklinikum übergangslos angegliedert. Drei Kliniken befinden sich im hochmodernen „Elki“ unter einem Dach: die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe sowie die Kinderchirurgie. 23,5 Millionen Euro Gesamtbaukosten und eine Grundfläche von 5500 Quadratmetern gehören weiter zu seinen Kennzeichen.

„Wir freuen uns sehr auf die neuen Räume“, sagt Christina Schabbel, die als Hebamme im Kreißsaal arbeitet. Das sei im Vergleich zum alten Gebäude der Frauenklinik schon ein kleiner Quantensprung.

Oberärztin Dr. Verena Boßung, die die ärztliche Leitung Geburtshilfe innehat, bemerkt: „Es ist alles hell, alles freundlich, einfach toll.“ Und ihr Kollege Privat-Dozent Dr. Jan Weichert aus der Pränatalmedizin ergänzt: „Drei Disziplinen unter einem Dach, das heißt kurze Wege für unsere Patienten, Eltern und für uns. Das ist sehr viel wert.“

Geplant wurde der „Elki“-Neubau schon vor fünf Jahren; daher ist die Konzeption schon vor dem eigentlichen „Masterplan“, der dem Zentralklinikum weitere 65000 neue Quadratmeter beschert, erfolgt (die LN berichteten). „Denn die alte Frauenklinik, also Gebäude 12, wurde 2012 als brandschutztechnisch nicht mehr sicher befunden und bekam nur noch für eine gewisse Übergangszeit eine Nutzungsgenehmigung erteilt“, führt „Bauherr“ Frank Eisoldt, Geschäftsführer Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH), aus. Die lange Umsetzungszeit habe diverse Gründe, die es zu analysieren gelte – „das Ergebnis stimmt nun aber“, resümiert er zufrieden.

Das aus 80 Modulen zusammengesetzte Gebäude beherbergt unter anderem auch ein Perinatalzentrum Level I. Integriert sind eine Erstversorgungseinheit und eine neonatologische Intensivstation mit bis zu zwölf Plätzen für kranke Früh- und Neugeborene. Denn in der Uniklinik kommen jährlich bis zu 80 Frühchen mit einem Geburtsgewicht unter 1500 Gramm zur Welt – viele vor der 27. Schwangerschaftswoche.

Das Geburtsgewicht liegt häufig sogar unter 1000 Gramm – gerade einmal eine Handvoll Mensch, die das Licht der Welt erblickt.

In der 34. Woche ist Johanna Wald, die sich mit Ehemann Jakob vor allem für die vier Kreißsäle mit zwei angeschlossenen Entspannungsbädern sowie einer Entbindungswanne interessiert. „Unser erstes Kind ist bereits in der Uni zur Welt gekommen. Und unser zweiter Junge soll hier auch geboren werden“, erklärt das Paar, „wir schätzen einfach die medizinische Rundumversorgung.“

Nachdenkliche Worte zum Thema Rentabilität in der Medizin findet Frauenklinik-Chef Prof. Achim Rody: „Die Geburt eines gesunden Kindes – auch wenn sie zwölf Stunden oder länger dauert – wird mit 1800 Euro vergütet, für eine 20-minütige Blinddarm-OP gibt es dafür satte 2800 Euro von den Kassen. Und für diese Schieflage in der Bewertung einer Leistung in der Geburtshilfe gibt es weitere Beispiele.

Deshalb brauchen wir hier dringend ein Umdenken.“

 Michael Hollinde

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