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Lübeck Überfall: Knapp fünf Jahre Haft
Lokales Lübeck Überfall: Knapp fünf Jahre Haft
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21:10 19.06.2017
Lübeck/Malente

Es ist wohl vor allem das laut Richter Kai Schröder „schonungslose Geständnis“, das Dennis M. (Name geändert) einige Jahre Gefängnis erspart hat. Der 22-Jährige wurde gestern von der III. Großen Strafkammer des Lübecker Landgerichtes zu vier Jahren und neun Monaten Haft verurteilt – wegen schweren Raubes, gefährlicher Körperverletzung und schwerer Brandstiftung. Die Staatsanwältin hatte sieben Jahre Haft gefordert. Richter Schröder sprach von einem „milden“ Urteil und einer „letzten Chance“ für den jungen Eutiner.

Dieser hatte mehrere Straftaten von beachtlichem Kaliber ohne Umschweife eingeräumt. Seine Schulden von 11000 Euro trieben ihn dazu, im Januar dieses Jahres gemeinsam mit einem Komplizen den ebenfalls 22 Jahre alten Justin R. (Name geändert) in dessen Wohnung in Lübeck zu überfallen. Angestiftet wurde Dennis M. dabei offenbar von seiner damaligen Freundin, der Ex-Freundin von Justin R. Dennis M. und sein Freund schlugen bei dem Einbruch mit Teleskopschlagstöcken auf Justin R. ein und raubten 450 Euro, ein teures Smartphone und die EC-Karte des Opfers, mit der sie 1000 Euro von dessen Konto abhoben. Außerdem nahmen sie eine Uhr und ein Portemonnaie mit, die Justin R. von seinem Stiefvater geerbt hatte, der erst einen Tag vor dem Überfall beigesetzt worden war.

Das Opfer trug diverse Prellungen davon und leidet bis heute unter den psychischen Folgen der Tat. „Mein Mandant möchte sein Sicherheitsgefühl wiederhaben“, erklärte der Anwalt von Justin R., der als Nebenkläger auftrat, „denn das ist ihm nachhaltig genommen worden.“ Dennis M. habe eine hohe kriminelle Energie an den Tag gelegt, sagte die Staatsanwältin, und die Tat professionell ausgeführt – unter anderem trugen er und sein Komplize Masken und hatten zuvor einen Fluchtweg ausgetüftelt. Dennis M. hatte im Prozess erklärt, dass er den Überfall zutiefst bedauere und Wiedergutmachung leisten wolle.

Dennis M. zündete außerdem im August 2016 ein Einfamilienhaus in Benz (Gemeinde Malente) an – mit Hilfe von drei Kanistern Benzin beziehungsweise Diesel und im Auftrag des Eigentümers, der zu diesem Zeitpunkt verreist war. Der Schaden liegt bei 260000 Euro. Gegen den Auftraggeber und einen Mittelsmann wird gesondert ermittelt. Dennis M. wurden 3000 Euro versprochen, die er laut eigener Aussage aber nie bekam.

Insgesamt zeigte sich der Angeklagte freundlich und gefasst. Er stand nach Angaben seiner Verteidigerin zum ersten Mal als Erwachsener vor Gericht: Bislang ist Dennis M. wegen kleinerer Delikte nach dem Jugendstrafrecht verwarnt worden. „Gerade im Jugendrecht werden Angeklagte wie Sie häufig zu milde angefasst“, erklärte der Richter. Auf diese Weise würden jungen Straftätern die Konsequenzen ihres Handelns nicht deutlich gemacht.

Kai Schröder attestierte Dennis M., der im Gefängnis eine Ausbildung absolvieren will, „ehrliche Reue“, mahnte aber auch: „Wenn Sie sich jetzt nicht von Ihrem Schläger-Image lösen, kommen Sie nicht mehr auf die Füße.“ Er empfahl dem 22-Jährigen, sich einen Spiegel zu kaufen und jeden Tag hineinzublicken, „damit Sie sehen, wer für das Geschehen und die Folgen verantwortlich ist“.

latz

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