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Lübeck Überfall im Hochschulstadtteil: Vier Männer auf Anklagebank
Lokales Lübeck Überfall im Hochschulstadtteil: Vier Männer auf Anklagebank
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18:40 02.11.2017
Vier junge Männer haben sich seit Donnerstag vor dem Landgericht Lübeck zu verantworten.
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Lübeck

Es sind vier junge Männer im Alter von 22 bis 29 Jahren, die gestern auf der Anklagebank des Landgerichts Lübeck gesessen haben. Die mutmaßlichen Täter sollen gemeinsam geplant haben, einen heute 28-Jährigen in seiner Wohnung zu überfallen und auszurauben. Der Grund: 600 Euro, die das Opfer dem 29-jährigen mutmaßlichem Haupttäter geschuldet haben soll. Diesem Vorwurf widersprach der Geschädigte in seiner Aussage: „Ich hatte keinerlei Schulden.“ Die anderen drei Männer sollen dem 29-jährigen mutmaßlichen Täter beim Überfall als „Freundschaftsdienst“ beigestanden haben.

Am Tatabend soll ein 25-jähriger Täter das Opfer in der Wohnung besucht haben. Als er diese verlassen wollte, soll er die im Hausflur wartenden anderen Täter hereingelassen haben. Diese stürmten die Wohnung, stießen den 25-Jährigen zu Boden und fesselten das Opfer und einen Freund des Opfers, der sich ebenfalls in der Wohnung befand. In einer Tasche sollen die Täter Kabelbinder und Klebeband zum Fesseln mitgebracht haben. Der 29-jährige Mann habe bei dem Überfall eine Schusswaffe in der Hand gehalten und ihn damit geschlagen, berichtete das Opfer. „Die Waffe war in der Tasche, sollte aber nicht eingesetzt werden“, sagte hingegen die Verteidigung.

Die vermeintlichen 600 Euro fanden die mutmaßlichen Täter nicht in der Wohnung. Als es dann an der Haustür klingelte, gerieten sie offenbar in Panik und verließen die Wohnung. Der 25-jährige Täter blieb in der Wohnung zurück, er sollte die beiden Opfer von ihren Fesseln befreien. Die drei Flüchtenden hatten zwei Mobiltelefone und ein Tablet gestohlen, damit das Opfer nicht sofort die Polizei alarmieren konnte.
Vor Gericht sagte der 29-Jährige gestern aus, dass er die Tat schon am nächsten Morgen bereut habe: „Das war ein schlechter Abend, und ich möchte das nur noch vergessen.“

Am nächsten Tag sollen die vier Männer die Handys und 2000 Euro Schmerzensgeld über einen gemeinsamen Freund an das Opfer übergeben haben. Als die vorsitzende Richterin Helga von Lukowicz den 28-Jährigen darauf ansprach, gab dieser an, nichts davon zu wissen. Erst nach abermaliger Ermahnung, die Wahrheit sagen zu müssen, gestand er, Schmerzensgeld in Höhe von 1000 Euro erhalten zu haben.

Insgesamt wusste das Opfer auf viele Fragen von Richterin Lukowicz und den Verteidigern keine Antwort. „Ich will nur, dass das alles vorbei ist“, wiederholte er mehrmals in seiner Aussage. Auch deswegen will der 28-Jährige das gestohlene Handy weggeworfen haben, nachdem er es zurückerhalten habe. Das Problem: Gegenüber der Polizei hatte das Opfer nichts über die Rückgabe der gestohlenen Handys erwähnt. Die Verhandlung wird fortgesetzt.

Das Landgericht Lübeck plant noch mit drei Verhandlungstagen und weiteren Zeugenaussagen.

sha

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