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Lübeck Um die Altstadt geht es rund
Lokales Lübeck Um die Altstadt geht es rund
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20:40 11.08.2017
Kurt Hammerling, Hermann Homburg, Joachim Kleinke und Gerhard Bouchain (v. l.) stehen nach dem Rudertraining auf dem LRK-Steg.

Von der Ruhe und Idylle an der Wakenitz ist auf dem Wasser rund um die Altstadt vergleichsweise wenig zu spüren. Die Paddeltour auf der Kanal- und Stadt-Trave offenbart andere Reize: Rastplätze in Citynähe, Laufstrecken für Mensch und Hund, beliebte Rudervereine und buntes Leben fast wie in einem Wimmelbuch.

Nahe der Innenstadt gibt es schöne Pausenplätze, schnelle Ruderer und geschäftiges Hafentreiben.

Der Fluss

113 Kilometer ist die Trave lang. Sie entspringt 22 Kilometer nordwestlich von Lübeck bei Gießelrade nahe Ahrensbök.

Der Elbe-Lübeck-Kanal wurde ab 1895 gebaut und die Eröffnung 1900 gefeiert. Der Durchstich zur Trave im Norden machte die Altstadt zu einer Insel. Infos für Paddler gibt es unter anderem unter www.flussinfo.net.

COSI PADDELT

Rudervereine, Häfen und auch lauschige Plätze prägen die Tour um die östlich Altstadt.

Für Hermann Homburg ist die Altstadt-Runde „eines der schönsten Ruderreviere Deutschlands“. Das betont der Lübecker, während er mit seinen Sportkollegen vom Lübecker Ruder-Klub (LRK) das Boot aus dem Wasser holt. Acht Männer plus Steuermann haben darin Platz und treffen sich drei Mal die Woche „zum Altherren- Training“, wie sie sagen. Neben Homburg steht Joachim Kleinke und verrät, dass alle im Team zwischen 60 und 80 Jahre alt sind. „Das ist das Tolle am Rudern“, sagt er schmunzelnd, „man kann es bis ins hohe Alter machen, so lange man ins Boot hinein und wieder heraus kommt.“

Gegründet wurde der LRK 1907 als zweiter Ruderverein der Hansestadt. Er beherbergt unter seinem Dach auch den Lübecker Frauen- Ruder-Klub. Den LFRK gibt es seit 1919, und obwohl beide Vereine eigenständig sind, werden Aktivitäten auch gern gemeinsam durchgeführt. Zum Altherren-Training bleiben die Männer aber unter sich. An diesem Tag sind sie Richtung Hamberge und zurück gerudert, gut 15 Kilometer. Eine andere Etappe, die sie jede Woche zurücklegen, führt um die Altstadtinsel. „Besonders schön ist es am Malerwinkel und an der Obertrave“, sagt Homburg, „dort winken die Leute, wenn wir vorbeikommen, machen Fotos oder feuern uns an.“

Während die Herren den Achter ins Bootshaus tragen, gehen Sabine Schuppenhauer (50) und Tochter Sophia Bahr (13) am Ufer entlang. Sie rudern auch gern, gehen an diesem Tage aber lieber spazieren.

Denn auf dem Wanderweg nahe der Charlottenstraße haben sie „Evi“ dabei. Die Golden-Retriever-Hündin ist bei den beiden stundenweise in Pflege, und sie teilen sich die Aufgabe mit fünf weiteren Leuten. „Evis“ Frauchen ist im Urlaub und hat für diesen Zeitraum einen perfekten Pflegeplan für das Tier erstellt. Davon profitieren nicht nur Vierbeiner und Besitzerin, auch für Schuppenhauer ist es eine gute Möglichkeit, eine Beziehung zum Tier aufzubauen. „Ich habe nämlich eigentlich Angst vor Hunden. Aber ,Evi‘ ist klasse.“

Zurück im Paddelboot geht es die Kanal-Trave entlang. Bald ist die Rehderbrücke in Sicht. Laut Stadt gibt es rund 210 Brücken in der Hansestadt, und nicht wenige machen den Verkehrsteilnehmern als Dauerbaustellen Kopfzerbrechen. Doch über solche Dinge wollen Elena (26) und Manuel Warrlich (28) in diesem Moment nicht nachdenken. Die Geschwister haben sich zum Frühstück verabredet und sich auf dem Steg der Lübecker Ruder-Gesellschaft von 1885 niedergelassen. „Wir haben uns Brötchen, Heringssalat und andere leckere Sachen auf dem Markt am Brink gekauft und sind hierhergegangen“, sagt die Studentin. Beim Blick auf das Paddelboot fällt ihr ein, dass sie auch schon eine Kajaktour gemacht hat. 18 Tage mit Zelt und Gepäck von Regensburg bis nach Budapest. „Tolle Strecke.“

Rund um die Altstadt ist es ebenfalls hübsch, wenn auch – mit sechs Kilometern – längst nicht so weit. Zwischen Hüxterdamm und Klughafenbrücke, im Volksmund gern Glitzerbrücke genannt, verbringen Maria Gruß (23) und Andreé Effland (37) ihre Pause. Für die Bankkaufleute ist es bereits Mittag. Sie haben sich einen Steg als Sitzplatz ausgesucht. „Absolut empfehlenswert, ruhig und entspannt“, sagt Effland, der sonst oft einen Spaziergang am Wasser macht. Lange verweilen können sie aber nicht, ihre Pause geht zu Ende und die Paddeltour um die halbe Altstadtinsel auch. Bleibt noch ein Blick auf die Baustelle zwischen Klughafen und Falkenstraße: wenig idyllisch. Aber die nächste Etappe führt zum Malerwinkel, Mal sehen, ob manche Leute vom Ufer aus winken.

Cosima Künzel

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