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Lübeck Umarmung im Hammer-Prozess
Lokales Lübeck Umarmung im Hammer-Prozess
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21:22 25.05.2016

Der Krummesser, der seine Ehefrau mit Hammerschlägen fast getötet hätte, war möglicherweise aufgrund eines Affekts und durch Alkoholeinfluss in seiner Steuerungsfähigkeit eingeschränkt. Das hat der psychiatrische Gutachter gestern im Prozess um versuchten Totschlag in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung am Landgericht Lübeck erklärt. Das könnte strafmildernd sein. Das Strafmaß für die Anklage läge dann zwischen zwei und elf Jahren Haft.

„Die Steuerungsfähigkeit ist durch die affektive Situation und den Alkoholeinfluss vielleicht nicht gegeben“, erklärte der Experte. Dafür spreche, dass der Angeklagte „aus einem Guss handelte“, die Tat sich nicht über einen langen Zeitraum hingezogen habe. Auch, dass der 51-Jährige zwischendurch einen Benzinkanister geholt habe, um „beide anzuzünden“ (die LN berichteten), bringt den Gutachter nicht von dieser Einschätzung ab.

Der Angeklagte hatte angegeben, keine Erinnerung an die Tat zu haben. „Klinisch sieht eine Amnesie anders aus“, so der Gutachter. Dafür sei sie mit insgesamt drei Stunden zwischen Tat und Untersuchung im Polizeirevier zu lang. Es sehe eher nach einer psychogenen Gedächtnislücke aus. Trotzdem glaube der Experte dem Angeklagten. „Es gibt ja auch Leute, die vergessen wollen“, kommentierte der Vorsitzende Richter Christian Singelmann diesen Aspekt.

In einer Verhandlungspause fielen sich die 49-jährige Ehefrau und der 51-jährige Angeklagte in die Arme. Und auch Singelmann erklärte, das Paar wolle an der Ehe festhalten. Der Gutachter stellte eine positive Prognose für den Angeklagten, der verstehe, dass er bestraft werden müsste. Eine Wiederholung der Tat sei wenig wahrscheinlich.

Gestern wurden auch Nachbarn des Paares befragt. Dabei kam nur heraus, dass die Eheleute öfter Alkohol konsumierten. Die Ehefrau wurde von den Außenstehenden als dominanter Partner eingeschätzt. Auch sie habe laut Polizei während des schrecklichen Vorfalles etwa 1,4 Promille Alkohol im Blut gehabt. Bei der Sicherung des Tatorts fand die Kripo einen Latthammer, der als Tatwaffe in Frage kommt. Die Gerichtsmedizinerin berichtete, wegen eines Schädel- Hirn-Traumas habe akute Lebensgefahr für die 49-Jährige bestanden. Es seien mindestens acht Schläge mit massiver Gewalteinwirkung am Kopf festgestellt worden, die zu einem Hammer passten. Spätfolgen aufgrund der Frakturen seien möglich.

Der 51-Jährige ist nicht vorbestraft. Am morgigen Freitag stehen die Plädoyers an. Ein Urteil wird am Freitag, 3. Juni, erwartet.

fg

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