Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Umzug des Lagerplatzes: Kosten steigen auf 5,6 Millionen Euro
Lokales Lübeck Umzug des Lagerplatzes: Kosten steigen auf 5,6 Millionen Euro
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:48 21.07.2016
Die Diskrepanz von 860 000 Euro ist doch erheblich.“ SPD-Fraktionschef Jan Lindenau  Quelle: Wolfgang Maxwitat

Der Hauptausschuss hat den Mehrausgaben mit Bauchschmerzen zugestimmt.

Kritik kommt vor allem von der SPD. „Die Diskrepanz ist erheblich“, ärgert sich Fraktionschef Jan Lindenau über die Kostensteigerung von 860 000 Euro. „Die ganze Verlagerung ist viel teurer geworden“, macht Peter Reinhardt klar. „Wir brauchen mehr Präzision in den Beschlussvorlagen der Stadtverwaltung“, fordert Jörg Hundertmark. Denn die Politiker hatten den Umzug bereits im November abgesegnet. Hundertmark: „Ein halbes Jahr später wird es teurer.“

Der Hintergrund ist eine Grundstücks-Rochade: Die Firma Brüggen will sich an ihrem Standort am Glashüttenweg erweitern (die LN berichteten). Das Nachbargrundstück gehört der städtischen Hafenbehörde , die dort ihren Lagerplatz hat. Sie hat es an Brüggen für 3,5 Millionen Euro verkauft. Dafür zieht der Lagerplatz der LPA auf die Herreninsel. Das 25000 Quadratmeter große Areal gehört den Entsorgungsbetrieben (EBL). Davon kauft die LPA 19 000 Quadratmeter. Nach LN-Informationen geht es dabei um 275 500 Euro. An dem neuen Standort soll komplett neu gebaut werden – unter anderem eine Halle, eine Slipanlage und ein Kran. Dort werden fünf Lagerplätze zum zentralen Lagerplatz der LPA zusammengelegt. 30 Leute werden dort dann in der Tischlerei, der Schlosserei und der Kfz-Werkstatt arbeiten.

Ursprüngliche Gesamtkosten des Projektes: 4,7 Millionen Euro. Nach Abzug von 3,5 Millionen Euro Kaufpreis von Brüggen hätte die Stadt 1,2 Millionen Euro zahlen müssen. Doch jetzt sind die Kosten auf 5,56 Millionen Euro gestiegen. Nach Abzug des Kaufpreises muss die Stadt zwei Millionen Euro für das Gesamtprojekt zahlen. „Das war damals nicht erkennbar“, erklärt LPA-Vizechef Bernhard Rogge.

Ursache Nummer eins für die Kostensteigerung: geschützter Rasen. Denn das Areal der EBL auf der Herreninsel ist mittlerweile zum Biotop geworden. Dort gibt es nach den europäischen FFH-Richtlinien schützenswerten Mager-Rasen. Damit steigen die Kosten für ökologischen Ausgleich von 25000 auf 300000 Euro. „Im Winter konnte man diesen Rasen nicht sehen“, erklärt Rogge. Nun wird die Straße Am Kattegatt aufgegeben. Sie liegt an dem Areal auf der Herreninsel. Dort wird der geschützte Rasen neu ausgesät, Eidechsen umgesiedelt. Zudem muss die LPA den Rasen auf 4,5 Hektar bei Reecke aussäen.

Ursache Nummer zwei: Arbeitsschutz. „Das hätten wir sowieso machen müssen“, sagt Rogge. Denn es gebe seit ein, zwei Jahren neue Regeln. Bei einem Neubau müssten diese eingehalten werden. Daher schlägt der Arbeitsschutz statt mit den geplanten 273 000 Euro jetzt mit satten 418 000 Euro zu Buche.

Außerdem gibt es weitere Mehrausgaben, die sich aber refinanzieren. Auf dem Areal wird eine Halle gebaut, sie soll jetzt auch ein Solardach für 200 000 Euro bekommen. Rogge hofft auf Fördergelder.

Zudem rechne sich die Anlage innerhalb von zehn Jahren. Die geplante Slipanlage wird aufgerüstet, so dass die Priwall-Autofähren des Stadtverkehrs aufgeslippt werden können. Die 145 000 Euro an Mehrkosten zahlt der Stadtverkehr.

Die Zeit drängt: Brüggen will bereits im Februar auf den benachbarten Lagerplatz. Daher räumt die LPA das Gelände teilweise. Im Herbst 2017 könnte der Lagerplatz komplett umziehen, wenn auf der Herreninsel alles fertig ist.

 Josephine von Zastrow

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Aufs eigene Auto verzichten und mit gemieteten fahren: Dieser Trend weitet sich aus. StattAuto hat in Lübeck bereits 40 Car-Sharing-Stationen und baut die Zusammenarbeit mit dem Lübecker Bauverein aus. Unter anderem gibt es eine neue Car-Sharing-Station in der Ratzeburger Allee 68.

21.07.2016

Ab Anfang 2017 soll in den Stadtteilbüros nur noch bedient werden, wer einen Termin vereinbart hat. Für Nachmittags-Sprechzeiten gilt das schon ab September.

21.07.2016

Nun also doch: Die Schlutuper dürfen ihr Freibad auf eigene Kosten sanieren. Dem hat der Hauptausschuss zugestimmt. Aber es war ein zähes Ringen. Jetzt darf der Gemeinnützige Verein mit den Arbeiten loslegen – in Absprache mit den Lübecker Schwimmbädern.

21.07.2016
Anzeige