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Lübeck Ungültig abstimmen? Unverständnis bei Lindenau und Weiher
Lokales Lübeck Ungültig abstimmen? Unverständnis bei Lindenau und Weiher
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20:16 11.11.2017

„Ich finde es konsequent von ihm, keine Wahlempfehlung abzugeben“, sagt Kathrin Weiher, die von einem Bündnis aus BfL, CDU, Die Linke, FDP und Grünen unterstützt wird. „Aber mit der Ansage, seine Stimme ungültig zu machen, beschreitet Herr Stolzenberg einen falschen Weg. Das Wahlrecht ist kostbar. Noch heute lassen Menschen ihr Leben für Demokratie und freie Wahlen. Ich rufe alle Menschen dazu auf, zur Wahl zu gehen und eine gültige Stimme abzugeben“, sagt sie.

Stadtplaner Detlev Stolzenberg kündigte bereits die Gründung einer Wählerinitiative an. Quelle: Foto: Neelsen

Das sieht auch Mitbewerber Jan Lindenau (SPD) so: „Eine Demokratie lebt von Entscheidungen und nicht von Nichtentscheidungen“, sagt er. „Ich habe mit vielen Wählern von Herrn Stolzenberg gesprochen, sie wollen etwas bewegen. Ich denke daher, dass sie klüger sind und diesem Aufruf nicht folgen.“ Jede Stimme die ungültig ist, sei verschenkt, findet er. „Deshalb ist es wichtig zur Wahl zu gehen.“

69376 Lübecker gaben vor einer Woche ihre Stimme im ersten Wahlgang ab, die Beteiligung lag bei 39,2 Prozent. 14063 Bürger votierten für Detlev Stolzenberg. Der ist damit zwar aus dem Rennen.

Spannend bleibt aber, für wen seine Wähler sich in der Stichwahl entscheiden. Stolzenberg selber hält weder Lindenau noch Weiher für wählbar. Er selbst werde mit „Nein, danke“ stimmen, so dass sein Votum ungültig wird. Er rechnet damit, dass viele Hundert Wähler das ebenfalls tun.

Die Linke hofft dagegen, dass die Wähler dem Vorschlag des Stadtplaners nicht folgen werden. „Einen Boykott einer solch wichtigen Wahl halte ich für den falschen Weg“, erklärt die Vorsitzende Katjana Zunft. „Wählen ist ein Grundrecht und ein wichtiges Kennzeichen der Demokratie.“ In ihrer Arbeit lerne sie viele Menschen kennen, für die ein Recht auf eine freie Wahl nicht selbstverständlich sei.

„Ein solches Gut sollte man nicht leichtfertig mit Füßen treten.“ Auch die sinkende Wahlbeteiligung betrachtet sie mit Sorge. Sie verschärfe die politische Ungleichheit.

Diese Bedenken teilt auch Thorsten Fürter, Kreisvorsitzender der Grünen. „Ein Bürgermeister braucht eine starke Legitimation. Wenn Stimmen ungültig gemacht werden, nimmt diese immer weiter ab.“ Auch er findet es aber konsequent von Stolzenberg, dass er keine Wahlempfehlung für Lindenau ausspricht: „Die Interessen seiner Wähler stimmen in vielen Punkten nicht mit denen von Jan Lindenau überein“, sagt Fürter und spielt vor allem auf die Diskussion über die Stadtteilbüros an.

In einem sind sich aber alle einig: Wichtig ist, dass die Lübecker am kommenden Sonntag überhaupt zur Wahl gehen. „Nur wer wählt, hat Einfluss auf das Ergebnis“, so Zunft. Die Freien Wähler hatten sich bereits zuvor für Jan Lindenau ausgesprochen, die GAL ist gegen Kathrin Weiher. Ali Alam lehnt eine Empfehlung ab, Joachim Heising wirbt für Weiher.

mwe

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