Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Urlaub in der Ferne? Wir bleiben lieber hier!
Lokales Lübeck Urlaub in der Ferne? Wir bleiben lieber hier!
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:37 26.06.2013
Von Cosima Künzel
Vincent und Lilly (beide 10) stimmen sich im Garten mit Martina Wandtke-Bley auf ihre Bootstouren ein. Die Familie hat ein Schiffs-Klettergerüst hinterm Haus und eine Jolle im Hafen von Neustadt. Quelle: Fotos: Cosima Künzel
Anzeige
Lübeck

Wenn viele ihre Ferienkoffer für eine Reise in den Süden packen, dann bleiben andere lieber im Norden. Nach dem Motto: Das Gute liegt so nah. Drei Lübecker Familien verraten, warum sie in den Sommerferien in der Heimat bleiben.

Für Familie Wandtke ist das Gute ihre Hansa-Jolle — und der Hafen in Neustadt ist so nah. „Dort liegt unser Boot“, erzählt Mutter Martina (48), „und wir werden von dort aus sicherlich ein paar Touren unternehmen.“ Allerdings bezieht sich das „wir“ eher auf Vincent und Lilly (beide 10) sowie Papa Horst (49). Denn für die 48-Jährige ist das Schlafen an Deck nicht so die Sache. „Mama bleibt dann lieber bei Oma“, erzählt der Junge. Denn Oma wohnt praktischerweise gleich neben dem Heimathafen.

Vier von sechs Wochen wird die Familie aber auch zu Hause verbringen. In der Ideensammlung steht der Hansapark, für den sie Jahreskarten haben, und der Ferienpass, mit dem die Kinder Kochen, Breakdance und Segeln lernen wollen. Und vielleicht lassen sich die Zwillinge auch dazu überreden, bei der Gartenarbeit zu helfen. „Hier ist nämlich immer ganz viel zu tun“, sagt die Mutter beim Durchqueren der Blumenbeete mit den Stauden. „Das Schönste an den Ferien ist aber, sich einfach treiben zu lassen“, meint Wandtke-Bley. Und dafür müssen sie sogar nur ein paar Meter bis zum Holzschiff gehen, das Papa als Klettergerüst hinter dem Haus gebaut hat. Ahoi Freizeit, wir kommen.

Christiane Petrikowski (41) und Andreas Peine (47) lieben die Sonne und südeuropäische Temperaturen. „Aber wir waren Weihnachten auf Teneriffa, Ostern in Italien, und jetzt bleiben wir mal hier“, sagt die Lübeckerin, die durch einen Jobwechsel auch wenig Planungsspielraum in Sachen Urlaub hatte. Viel geplant haben sie daher auch noch nicht, aber auf jeden Fall fährt Papa mit Jona (3) und Jannes (10) zur Kieler Woche. „Da gibt es ein super Kinderprogramm“, sagt er und würde auch gerne mal mit den Fahrrad in die Landeshauptstadt fahren. „Das steht schon seit drei Jahren auf dem Sommerferien-Plan.“

Ähnlich lange liebäugelt die Familie mit einem Tagesausflug nach Helgoland und wird ansonsten zwischen Puppentheater und E-Gitarrenspiel allerlei Schönes improvisieren. Ein fester Termin hingegen ist der Geburtstag von Jannes. Eigentlich hat der Junge kurz nach Weihnachten Geburtstag, aber „schon immer“ darf er zweimal feiern. Ende Dezember mit der Verwandtschaft, in den Sommerferien mit allen Freunden. „Dann ist das Wetter schöner“, so der Junge.

Darauf sind die Rohwedders nicht mehr angewiesen. „Wir sind jahrelang mit dem Wohnwagen ans Mittelmeer gefahren“, erklärt Frank (47). Doch vor zwei Jahren probierten sie einen Surfkurs auf Fehmarn aus, und dann haben sie den Kurs geändert. „Durch das Surfen sind wir gar nicht mehr genervt, wenn das Wetter schlecht ist“, sagt der Familienvater lachend. „Jetzt fahren wir immer auf die Insel und finden windstille Sonnentage sogar langweilig.“

Dass viele Leute sagen, sie „wohnen da, wo andere Urlaub machen“, könne er zwar unterschreiben. Trotzdem werde der Alltag dadurch nicht zum Urlaub. Für den Lübecker gehört zum Feriengefühl ein Ortswechsel. Und im Idealfall ist das Ziel nur eine Autostunde entfernt. „Für uns gibt es auf dem Weg immer einen besonderen Moment“, verrät er. Wenn sie über die Fehmarnsund-Brücke fahren, lege sich ein Schalter im Kopf um. „Plötzlich ist der Alltag weit weg.“ Und wenn Rohwedders nicht in ihrem Surf-Revier unterwegs sind, freuen sie sich auf Radtouren. „Wir sind schon an der Wakenitz entlang bis nach Rotenhusen gefahren. „Das war auch sehr schön.“

„Das Schönste an den Ferien ist, sich einfach treiben zu lasssen.“
Martina Wandtke-Bley

Cosima Künzel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige