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Lübeck Urteil wegen Brandstiftung: Angeklagter muss in Klinik
Lokales Lübeck Urteil wegen Brandstiftung: Angeklagter muss in Klinik
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20:10 25.01.2017
Lübeck/Stockelsdorf

Der 23-Jährige, der seit Ende November 2016 in Lübeck vor Gericht steht, ist gestern verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte mehrere Brandstiftungen und Diebstähle begangen hatte und ordnete die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an. Dem Angeklagten Jonas M. (Name geändert) wurde vorgeworfen, am Abend des 8. Juni 2016 am Flugplatz in Lübeck einen Briefkasten angezündet zu haben. In der Innenstadt soll er Müllcontainer und Briefkästen angezündet haben. Auf seiner Tour soll M. Bier in einem Supermarkt in der Beckergrube gestohlen haben. An einer Tankstelle in der Fackenburger Allee habe der 23-Jährige über fünf Liter Diesel in einen Kanister abgefüllt und sei damit geflohen. Den Kraftstoff soll der Angeklagte dann in einer Sparkassenfiliale in Stockelsdorf verteilt und anschließend versucht haben, diesen zu entzünden. Es sei nicht auszuschließen, dass der 23-Jährige krankheitsbedingt für die Allgemeinheit als gefährlich einzustufen sei.

Der Angeklagte hatte gestanden, die Briefkästen und Müllcontainer angezündet zu haben. Auch die zwei Diebstähle hatte er zugegeben. M. berichtete Richter Christian Singelmann auch, dass er zur Tatzeit Stimmen gehört habe. Der psychiatrische Gutachter Dr. Thomas Bachmann hatte sich ausgiebig mit dem 23-Jährigen beschäftigt. „Entscheidend ist, dass Dr. Bachmann aufgrund seiner Untersuchungen eine Schizophrenie mit unklarem Verlauf attestiert hat“, erklärte Richter Singelmann am letzten Verhandlungstag. Vor der Urteilsverkündung ließ Singelmann ausnahmsweise Urteile anderer Gerichte von 2013 vortragen. M. sei bereits damals aufgefallen. „Die Sache ist nicht befriedigend behandelt worden“, erklärte Verteidiger Frank-Eckhard Brand, der sich der Staatsanwaltschaft anschloss und die Unterbringung für seinen Mandanten forderte. „Ich möchte mich der Therapie stellen und wieder gesund werden. Und ich hoffe, dass ich nicht für immer dort bleiben muss“, sagte der Angeklagte, der auch die Kosten des Verfahrens tragen muss. Da laut Gutachter Bachmann momentan auf der Kippe stehe, ob die Schizophrenie chronisch werde, machte Richter Singelmann M. Mut. „Möglicherweise muss es nicht wahnsinnig lange dauern“, so der Vorsitzende. top

LN

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