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Lübeck Umfrage: Lübecker fahren mehr Fahrrad und Bus
Lokales Lübeck Umfrage: Lübecker fahren mehr Fahrrad und Bus
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11:06 08.08.2018
Die Lübecker fahren mehr Fahrrad und nutzen häufiger Bus und Bahn.Das geht aus einer neuen Haushaltsbefragung hervor. Die Zahl der Lübecker ohne Auto ist kräftig gestiegen. Quelle: Felix König
Lübeck

Die Stadtverwaltung wertet gerade eine neue Haushaltsbefragung aus. 750 Lübecker wurden zu ihren Verkehrsmitteln, die sie an einem bestimmten Tag nutzen, befragt. Die Befragung lief über einen längeren Zeitraum in den Jahren 2016 und 2017. Vergleiche zu einer Haushaltsbefragung von 2010 zeigen die Veränderungen im Verkehrsverhalten auf. Der Anteil der Wege, die mit dem Auto gefahren wurden, sank von 47 auf 44 Prozent. Auch die Zahl der zu Fuß zurückgelegten Wege nahm von 28 auf 25 Prozent ab.

Dafür stieg der Radverkehrsanteil von 17 auf 20 Prozent. Der Anteil des öffentlichen Nahverkehrs stieg von acht auf zwölf Prozent. Gewaltige Veränderungen gibt es bei der Zahl der Lübecker, die kein Auto besitzen. 2010 waren es 28 Prozent, jetzt sind es sogar 39,2 Prozent.

Verkehrsplaner Nils Weiland führt das auf die steigende Zahl der Single-Haushalte zurück. Weiland sieht in den neuen Daten noch keine Verkehrswende in Lübeck. „Aber es wandelt sich, wenn auch langsam“, so der Verkehrsplaner.

Der Fahrrad-Anteil am Verkehr soll auf 25 Prozent steigen

Mitreden

Bis zum 30. September können Bürger Vorschläge für ein fahrradfreundliches Lübeck einreichen. Die Stadt sammelt auf ihrer Plattform www.uebermorgen.luebeck.de Anregungen. Die Bürger können ihre Ideen auf Karten verorten. Das Konzept von 2013 findet sich unter www.stadtplanung.luebeck.de.

Für den ÖPNV sind das jedenfalls gute Daten. „Der landesweite Trend geht zu einer ÖPNV-Quote von 13 Prozent“, berichtet Gerlinde Zielke, Sprecherin des Stadtverkehrs, „mit zwölf Prozent können Bus und Bahn in Lübeck zufrieden sein.“ Der Radverkehrsanteil liegt mit 20 Prozent noch deutlich von der Zielvorgabe aus dem Jahr 2013 entfernt. 25 Prozent sollten es laut dem Konzept „Fahrradfreundliches Lübeck“ bis 2020 sein. 144 Maßnahmen hatte der damalige Fahrradbeauftragte Hans-Walter Fechtel aufgelistet. Seine Nachfolger haben nachgezählt. Bis jetzt wurden 22 umgesetzt.

„Wir haben in Lübeck kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem“, erklärt Verkehrsplaner Weiland. Die Verwaltung brauche mehr Geld und mehr Personal. Wenn mal Geld vorhanden ist, fehlt das Personal. Und wenn beides vorhanden ist, findet sich keine Baufirma. Das ist bei der Kreuzung Moltkestraße, Hüxtertorallee der Fall, die eigentlich jetzt umgebaut werden sollte.

Investiert Lübeck zu wenig für seine Radler?

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Über 20 Jahre alte Dauerbrenner wie die Roeckstraße oder das Fahrradparkhaus sind bis heute nicht abgearbeitet. Selbst kleine Änderungen dauern ewig. So können Radfahrer über die MuK-Brücke fahren, müssen aber auf dem MuK-Vorplatz absteigen. Für die Freigabe von Einbahnstraßen für Radler brauchte Lübeck viele Jahre. Die Aufhebung der Benutzungspflicht von Radwegen ist ein mühseliges Geschäft.

In Bau und Pflege von Radwegen investiert die Hansestadt deutlich weniger als Experten fordern.

Von einer Fahrradstadt sei Lübeck mit 20 Prozent Radverkehrsanteil noch weit entfernt, bestätigt Verkehrsplaner Weiland. Städte wie Oldenburg, Münster und Greifswald hätten um die 40 Prozent. Rolf Hagen, Vorsitzender des Fahrradclubs ADFC (676 Mitglieder) macht das nicht an Prozenten fest. „Lübeck ist eine Fahrradstadt, wenn Radfahrer sich sicher, komfortabel und schnell fortbewegen können.“

Bürger sollen sich an Radverkehrskonzept beteiligen

Momentan gebe es noch zu viele enge und holperige Radwege, benennt Hagen das Hauptproblem.

Die Stadt will das Radverkehrskonzept von 2013 fortschreiben und ruft die Bürger auf, sich daran zu beteiligen. Über 100 Vorschläge sind bereits eingegangen.

Kai Dordowsky

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