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Lokales Lübeck Von Lübeck schneller nach Schwerin: Bahn macht Dampf
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10:32 07.11.2018
Die geplante S 4 soll die Anbindung des Umlands an Hamburg verbessern. Quelle: Bettina Albrod
Bad Oldesloe/Ratzeburg/Berlin

Die gute Nachricht für den Schienenverkehr im Norden: Gleich fünf Projekte sollen schneller geplant und realisiert werden. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), der sich im August mit den Verkehrsproblemen im Norden vor Ort vertraut gemacht hatte, stufte diese Vorhaben aus der bisherigen Kategorie „potenzieller Bedarf“ in den „vordringlichen Bedarf“ des Bundesverkehrswegeplanes (BVWP) hoch. Der 2016 beschlossene BVWP enthält sämtliche Verkehrs-Infrastrukturmaßnahmen des Bundes bis zum Jahr 2030. Und die schlechte Nachricht: die Arbeiten am Schienennetz werden nicht gleich im nächsten Jahr beginnen, sondern es soll erst mal mit Volldampf geplant werden. Dennoch sei die Hochstufung „ein guter Tag für den Schienenverkehr in Schleswig-Holstein“, zeigte sich Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) zuversichtlich. Die „Penetranz“, mit der Kiel in Berlin auf den riesigen Ausbaubedarf im norddeutschen Schienennetz aufmerksam machte, habe sich ausgezahlt.

Millionen für die Region

Mit einem Aufwand von rund einer halben Milliarde Euro sollen die Bahn-Verbindungen von Lübeck nach Büchen – Lüneburg beziehungsweise nach Schwerin ausgebaut werden. Für die rund 130 Kilometer lange südliche Trasse über Ratzeburg, Mölln nach Lüneburg plant der Bund mit Kosten von 359 Millionen Euro. Die Strecke nach Schwerin soll für 133 Millionen Euro elektrifiziert und für Geschwindigkeiten bis 160 Stundenkilometer für den Personen- und Güterverkehr ausgebaut werden. Die Lübecker CDU-Bundestagsabgeordnete Claudia Schmidtke zeigte sich erleichtert. Es habe „eine gewisse Unsicherheit“ geherrscht, ob die Lübecker Projekte das für die Hochstufung erforderliche Kosten-Nutzenverhältnis erreichen würden. Die Entscheidung sei nun jedoch zugunsten der Vorhaben gefallen, auch weil damit das Verkehrs-Nadelöhr Hamburg entlastet werden könne. „Spätestens mit Fertigstellung der festen Fehmarnbeltquerung könnte ein erhebliches Wachstum an zusätzlichen Güterverkehren die Region Hamburg erdrücken. Dringend notwendig ist es daher, die Verkehre bereits ab Lübeck südlich und östlich abfließen zu lassen“, sagte die CDU-Abgeordnete. Als großer Durchbruch für den künftigen Schienenverkehr zur Nordseeinsel Sylt gilt der jetzt auf den Weg gebrachte forcierte zweigleisige Ausbau der Marschbahn. Für den Abschnitt Niebüll – Klanxbüll sowie die Strecke Morsum – Tinnum auf Sylt wird der Bund 221 Millionen Euro bereit stellen.

Zweigleisiger Ausbau spätestens 2030 fertig

Buchholz trat allerdings auf die Euphoriebremse: „Auch wenn die Planung, für die wir bereits in Vorleistung gegangen sind, noch lange dauern wird und auch der Bau des 221-Millionen-Vorhabens nicht im Handumdrehen zu bewerkstelligen sein wird, so ist zumindest ab heute maximaler Druck auf diesem Projekt.“

Der Bahnbeauftragte der Bundesregierung, Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU), erwartet, dass der zweigleisige Ausbau „spätestens“ 2030 fertig sein wird. Noch mehr Geld, rund 1,8 Milliarden Euro, fließen in den Ausbau des Eisenbahnknotens Hamburg. Dazu kommt die Erweiterung der S 4 von Hamburg nach Ahrensburg, für die Kosten von 247 Millionen Euro veranschlagt werden. Ebenfalls in den vordringlichen Bedarf aufgestiegen ist die Elektrifizierung der Strecke Wilster – Brunsbüttel für rund 60 Millionen Euro. Für die anstehenden Planfeststellungsverfahren rechnete Buchholz mit einer Dauer von „drei bis fünf Jahren“.

Reinhard Zweigler

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