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Lübeck Verregnete Bilanz in den Bädern
Lokales Lübeck Verregnete Bilanz in den Bädern
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21:55 12.09.2017
Björn Hoppe (l.) und Klaus Schröder stehen in Moisling am Beckenrand und blicken auf einen Sommer mit viel Regen zurück. Quelle: Fotos: Künzel, *maxwitat
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Lübeck

„Der Sommer war schlecht“, sagt der Direktor der Lübecker Schwimmbäder, Björn Hoppe, und spricht von etwa 20 Prozent weniger Gästen in beiden Einrichtungen. „Das ist zwar besser als der Bundesdurchschnitt, aber das hilft uns auch nicht.“ Nach Moisling kamen rund 18600 Besucher, nach Schlutup etwa 23000. „Aber egal wie viele gute Ideen man entwickelt und wie viel Geld man in die Hand nimmt, gutes Wetter kann man nicht kaufen.“

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Laut Klaus Schröder, Betriebsleiter Moisling, gab es keine drei Badewettertage am Stück. „Kaum kamen die Leute, war schon wieder Regen.“ Doch trotz trauriger Bilanz schaut Hoppe zuversichtlich nach vorne. In beiden Freibädern habe man tolle neue Veranstaltungen auf die Beine gestellt und viel positives Feedback bekommen. „Sowohl unsere Partner als auch die Gäste haben betont, dass man die Events in der kommenden Saison wiederholen wolle.“ Insgesamt haben die Schwimmbäder mit Piratentag, Tupperparty, Tauchertagen und mehr sechs neue Veranstaltungsideen realisiert. „Diese wollen wir 2018 verstetigen.“

Dazu gehört auch die Sauna, die die Lübecker Schwimmbäder in diesem Jahr von einem Hamburger Betreiber ausgeliehen hatten. „Jetzt haben wir uns entschlossen, selbst eine mobile Fass-Sauna anzuschaffen, die dann zu festen Zeiten in den Bädern stehen wird.“ Angedacht sind zwei Termine im Monat, einer pro Bad. Im Winter könne das Holzrund dann im Saunagarten des Sportbades Ziegelstraße aufgebaut werden; als Ergänzung zum bestehenden Angebot.

Grundsätzlich sieht Hoppe die Bäder im Wandel. „Das Freizeitverhalten der Leute hat sich verändert, darauf müssen wir reagieren.“ Man suche nach neuen Modellen, die sich noch mehr an den Kunden orientierten und mehr böten als „nur“ Badevergnügen. „Wir haben schon jetzt beobachtet, dass dank neuer Veranstaltungen viele Gäste erstmals nach Jahrzehnten wieder im Bad waren.“ Zufrieden ist er mit dem Angebot für Schwimmanfänger. „In Moisling haben 98 Kinder erfolgreich am Schwimmunterricht teilgenommen und in Schlutup 144“, sagt er, „darauf können wir stolz sein.“

Der Sommer, der keiner war, hat auch den Naturbädern Falkenwiese, Marli und Eichholz/Kleiner See zu schaffen gemacht. „Wir hatten in allen drei Bädern zusammen rund 73000 Besucher, im Vorjahr waren es etwa 95000“, sagt Andreas Pawlowski, Vorsitzender des Gemeinnützigen Vereins Naturbäder Lübeck. „Damit müssen wir leben und auch damit, dass wir nun kein finanzielles Polster mehr haben.“ Von allen drei Bädern stehe die Falkenwiese noch am besten da. Während Eichholz/Kleiner See etwa 35 Prozent und Marli etwa 25 Prozent weniger Gäste zu verzeichnen hatten, waren es in der Falkenwiese „nur“ 12,5 Prozent. Ein Grund seien die gut besuchten Veranstaltungen und die vielen Stammgäste. Trotzdem ist Pawlowskis Bilanz verregnet: „Ich bin seit 30 Jahren hier, das war der schlechteste Sommer, den wir je hatten.“

Ähnlich äußert sich Gisela Jannsen vom Altstadtbad Krähenteich. „Wir haben mit 16000 Gästen etwa 8000 Besucher weniger als im Vorjahr“, sagt die Kassenwartin und betont einmal mehr die Bedeutung der Veranstaltungen im Bad. „Ohne die geht es nicht mehr.“

FKK und Hunde-Baden

Zum Saisonabschluss findet im Freibad Moisling ein „Baden wie Adam und Eva“ statt. Das textilfreie Schwimmen ist am Freitag, 15. September, von 18 bis 20 Uhr möglich. Die 2. Hundebadetage gibt es in Schlutup am Sonnabend, 16. September, von 11 bis 17 Uhr. In Moisling einen Tag später, gleiche Uhrzeit. Danach ist in beiden Bädern Schluss. Die Naturbäder haben bis Freitag geöffnet, das Altstadtbad Krähenteich ist schon zu. Am Sonntag, 17. September, ist dort noch Flohmarkt (11 bis 16 Uhr).

 Cosima Künzel

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