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Lübeck Verwirrung um Spargelhof: Was passiert mit dem Areal?
Lokales Lübeck Verwirrung um Spargelhof: Was passiert mit dem Areal?
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20:44 18.10.2017
Es geht um ein Stück Grün: Es liegt zwischen dem Autohaus Pfohe und der Autobahn 1 an der Stockelsdorfer Straße. Quelle: Fotos: Roessler, Neelsen

Rätselraten. Nach einer Stunde Debatte um das Grundstück an der Stockelsdorfer Straße wird zwei Mal abgestimmt. Jeweils endet das Votum mit einem Patt. Nichts bewegt sich. Das war vor drei Wochen in der Bürgerschaft. Doch das Erstaunen über den Vorgang ist immer noch groß. „Ich bin völlig von den Socken“, sagt Senator Schindler. „So richtig verstanden habe ich es nicht.“ Da ist er nicht der Einzige. „Es ist völlig unklar, was das Ziel der SPD genau ist“, stimmt Thorsten Fürter (Grüne) zu.

Der Hintergrund: Es geht um das Areal am Spargelhof. Dabei ist die Frage: Autos oder Grün? Die SPD hatte sich für Grün entschieden – und dabei auf 700 000 Euro verzichtet. Mit GAL und Grünen hat die SPD den Verkauf des 10 000 Quadratmeter großen Grundstücks an das Autohaus Pfohe gestoppt. Das war Ende Juni. Dadurch bleibt das Stück Grün neben der Autobahn 1 erhalten. Die Initiative Brolingplatz hatte dafür gekämpft – und will das Areal herrichten. Alles schien klar.

Doch die SPD hat das Thema Ende Septeber wieder in die Bürgerschaft gebracht. Ihre Forderung: Die Stadt sollte mit der Initiative sprechen, Konzepte und Kosten für das Herrichten der Fläche ermitteln. So weit, so gut. Doch der Nachsatz lautet, mit dem Autohaus sollten „Gespräche über alternative Umsetzungskonzepte“ geführt werden. Das irritiert die GAL. „Wir sind skeptisch geworden“, sagt Fraktionschefin Antje Jansen. Zuerst will sie das SPD-Ansinnen unterstützen. Doch dann kommen Zweifel auf, ob die SPD nicht hinterrücks doch nach einem Kompromiss sucht und das Areal aufteilen will – zwischen Autohaus und Initiative. „Das ist nicht ganz klar von Seiten der SPD“, sagt Jansen. Sie meint, dass das Ganze mit dem Bürgermeisterwahlkampf zusammenhängt – und die SPD wolle nicht als investorenfeindlich dastehen.

So sieht es auch die Initiative Brolingplatz. „Es gibt wohl Kräfte in der SPD, die das Thema noch einmal überdenken wollen – es geht ja um Wirtschaft“, sagt Regine Groß von der Initiative. Sie ist ebenfalls überrascht von der Wendung der Angelegenheit. Die Initiative will das Grün in jedem Fall erhalten. Groß: „Wir machen das doch für kommende Generationen.“

Über das Verhalten der SPD schüttelt auch die CDU den Kopf – allerdings aus einem anderen Grund. Die Union ist klar für den Verkauf des Areals an das Autohaus – und befüchtet, dass die SPD der Initiative städtisches Geld geben will, damit sie die Fläche herrichten kann. „Warum sollen sonst die Kosten dafür ermittelt werden“, fragt Andreas Zander, Vorsitzender des Wirtschaftsauschusses.

Das sei „Böswilligkeit der CDU“, kontert SPD-Fraktionschef Jan Lindenau. Er wolle die Kosten wissen, „um eine Basis zu haben“. Außerdem versteht er den Aufruhr nicht. „Wir wollen nur, dass die Verwaltung mit beiden Beteiligten spricht“, sagt Lindenau. Und warum hat er den Vorschlag von Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) in der Sitzung abgelehnt? Der hatte genau das angeboten. Lindenau: „Das war uns zu unkonkret.“

Gesprochen wird jetzt dennoch. „Das war sowieso geplant“, sagt Schindler. Dazu brauche er keinen Auftrag aus der Politik. Schindler: „Ich will einen Kompromiss finden.“ So dass sowohl das Autohaus als auch die Initiative Platz auf dem Areal finden. „Das wird schwierig angesichts der politischen Diskussion“, gibt er zu. Aber der Senator stellt klar: „Zum Herrichten der Fläche gibt es kein Geld von der Stadt.“ Und „wenn die Initiative das Areal nutzen möchte, dann muss sie es pachten.“

Von Josephine von Zastrow

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