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Lübeck „Verzicht auf MuK wäre eine Dummheit“
Lokales Lübeck „Verzicht auf MuK wäre eine Dummheit“
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21:18 21.01.2016
EVVC-Präsident Joachim König und MuK-Geschäftsführerin Ilona Jarabek hoben die Bedeutung der Musik- und Kongresse als wichtigen Wirtschaftsfaktor hervor. Quelle: Wolfgang Maxwitat

Der Präsident eines mächtigen Verbandes spricht Klartext: Die Musik- und Kongresshalle (MuK) sei für die Stadtentwicklung Lübecks von herausragender Bedeutung, sagte gestern in Lübeck Joachim König, Präsident des Europäischen Fachverbandes der Veranstaltungscentren (EVVC) am Rande einer Tagung im Gespräch mit den LN. Der EVVC repräsentiert europaweit 750 Veranstaltungszentren. In Europa ist die Veranstaltungswirtschaft mit einem Jahresumsatz von 66 Milliarden Euro ein riesiger Wirtschaftsfaktor.

König, Direktor des Hannover Congress Centers (HCC) und darüber hinaus Präsident des Weltverbandes der Veranstaltungsverbände, warnt Lübeck davor, die Zukunft zu verspielen. Die MuK sei für die Hansestadt unverzichtbar im immer härter werdenden Wettbewerb mit anderen Städten. Tagungen seien ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Teilnehmer von Tagungen würden pro Tag 150 bis 400 Euro vor Ort ausgeben. König: „Es wäre eine ausgesprochene Dummheit, wenn Lübeck auf die Musik- und Kongresshalle verzichten würde.“

Joachim König sieht auch eine Gefahr für den Wissenschaftsstandort Lübeck: „Ein Wissenschaftsstandort ohne Veranstaltungszentrum hat kaum eine Chance, sich flächendeckend zu positionieren. Einige Universitäten sind europaweit mittlerweile soweit, dass sie sich selbst ein Kongresszentrum bauen, zum Beispiel die Universität von Lausanne.“ Ohne MuK drohe Lübeck der Niedergang, weil ein wesentlicher Wertschöpfungsfaktor wegfalle. MuK-Geschäftsführerin Ilona Jarabek unterstrich dies: „Die MuK ist ein bedeutender Standortfaktor.“ Wichtig sei, dass der Konzertsaal so schnell wie möglich „vollumfänglich wieder spielbereit ist“. Dafür würden in diesem Jahr acht Millionen Euro der insgesamt geschätzten 22 Millionen Euro Sanierungskosten benötigt.

Mit Nachdruck verwies Joachim König darauf, dass für Firmen und Führungskräfte die städtische Infrastruktur ein entscheidender Faktor sei, sich in einer Stadt niederzulassen: „Das Anspruchsverhalten hat sich verändert. Die nächste Generation der Führungskräfte zieht nur in Städte mit einer guten Infrastruktur.“ Und dazu gehöre selbstverständlich eine Musik- und Kongresshalle, so König. Eine schlechte Infrastruktur habe fatale Folgen. Der EVVC-Präsident verwies auf die Wechselwirkungen: Mit den Spitzenkräften würden auch die Firmen und Hochschuleinrichtung über kurz oder lang die Stadt verlassen. „ Wenn Unternehmen ihre Spitzenkräfte nicht mehr finden, gehen sie in andere Städte.“ Die Einstellung der Menschen, so König, ändere sich dramatisch: „Es wachsen jetzt Generationen heran, die Städte anders interpretieren.“ Entscheidend für die Wahl des Wohnortes sei die Lebensqualität. König: „Spitzenkräfte orientieren sich danach, welche Angebote sie in einer Stadt vorfinden.“

Gebe es die gewünschte Infrastruktur nicht, würden diese Fachkräfte auch attraktive Arbeitsplätze nicht annehmen.

Der EVVC-Präsident ist überzeugt: „Eine Stadt wie Lübeck wird ohne Kongresszentrum dramatische wirtschaftliche Probleme bekommen.“ Lübeck habe keine Zeit mehr, über die Zukunft der MuK zu debattieren, denn der Konkurrenzkampf zwischen den Städten sei groß und werde zunehmend härter. Jeder Tag, der jetzt ohne ein Ja zur MuK vergehe, „sorgt dafür, dass Kunden nicht buchen. Denn niemand bucht eine unsichere Veranstaltungsstätte.“ Wichtig sei, die MuK in Abschnitten zu sanieren. „Eine komplette Schließung sendet das Signal aus: Ich bin weg vom Markt, bin weg von meinen Kunden. Das ist tödlich“, betonte Joachim König. Er kommt zu dem Schluss: Die Entscheidung für den Erhalt der Lübecker Musik- und Kongresshalle hätte schon längst gefällt werden müssen. Sein Rat an Lübeck:

„Lebensqualität darf sich nicht zurückentwickeln, die muss sich nach vorn entwickeln. Es gibt den berühmten Spruch: Vorn ist immer Platz.“

Die Online-Petition
Die Lübecker lieben ihre Musik- und Kongresshalle (MuK) und setzen sich massiv für deren Erhalt und Sanierung ein. Das hat die Online-Petition in den vergangenen Tagen belegt.



Mitte Januar hatten die Lübecker Nachrichten und die Musik- und Kongresshallen GmbH gemeinsam diese Online-Petition für den Erhalt der Musik- und Kongresshalle gestartet.

800 Menschen haben sich bis gestern mit der Online-Petition zu „ihrer“ Musik- und Kongresshalle bekannt.

Wer die Petition unterzeichnen möchte, kann das im Internet unter www.Luebeck-liebt-MuK.de tun. Die gesammelten Stimmen werden der Lokalpolitik übergeben.



Auf der Webseite können Sie mit Ihren Adressdaten unterzeichnen. Mit der Online-Petition unterstützen Sie den Satz: „An Lübecks Lokalpolitiker: Bitte setzen Sie sich dafür ein, dass die MuK saniert und weitergeführt werden kann.“
„Lübeck ohne Musik-
und Kongresshalle drohen dramatische wirtschaftliche Probleme.“
Joachim König, EVVC-Präsident

Torsten Teichmann

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