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Lübeck Video von Marco: Anwohner hielt Bänder nicht zurück
Lokales Lübeck Video von Marco: Anwohner hielt Bänder nicht zurück
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11:35 20.12.2013
Unterdessen planen Pastor Kai Schäfer und ehrenamtliche Helfer die Andacht für Marco am Sonnabend um 17 Uhr in St. Andreas. Quelle: Lutz Roessler
Schlutup

Hat ein Schlutuper Anwohner ein Überwachungsvideo, auf dem Marco um 0.03 Uhr das letzte Mal lebend zu sehen ist, der Polizei zu spät gegeben? Jens Zoschke weist jede Schuld von sich. „Es stimmt nicht, dass ich mich nicht bei der Polizei gemeldet habe.“ Die Ermittler hatten den Leichnam des 17-Jährigen am Montag im Teich wenige Meter von Zoschkes Haus entfernt gefunden. Die Polizei habe daraufhin die Aufnahmen seiner Kameras haben wollen, Zoschke habe alles auf einer Speicherkarte mitgegeben. Am Mittwoch bekam er das Material zurück, laut Zoschke hätten die Ermittler keine Sequenz mit Marco entdeckt. Doch wenig später sei der Schlutuper selbst über die 18 Sekunden gestolpert. „Ich habe sofort die Polizei benachrichtigt.“ Aber diese habe sich nicht zurückgemeldet. Am Mittwochabend war das Video im NDR zu sehen. Heute soll es endlich ein Treffen geben, bestätigt die Polizei.

Warum der Lübecker nicht vorher auf die Bänder geschaut hat? „Ich habe am falschen Zeitpunkt gesucht.“ Er durchforstete die Aufnahmen gegen 3 Uhr, diese Zeit hatte die Polizei angegeben — das wiederum basierte auf Zeugenaussagen. Warum Zoschke das Videomaterial nicht trotzdem unaufgefordert einreichte? Sein Nachbar stellte laut Polizei bereits während der Suche neben Videoaufnahmen sogar Kartenmaterial zur Verfügung. „Die Suche konzentrierte sich schnell Richtung Tankstelle“, sagt er. „Ich wollte wirklich helfen.“ Zoschke spricht daher von einem bedauerlichen Missverständnis.

Unterdessen planen Pastor Kai Schäfer und ehrenamtliche Helfer die Andacht für Marco am Sonnabend um 17 Uhr in St. Andreas, sie rechnen mit 500 Teilnehmern. Es wird eine Schweigeminute geben, Freunde sprechen Abschiedsworte, und die Kollekte wird für die Beerdigung gesammelt. Danach führt ein Trauermarsch zum Partybunker — dort hängen die Teilnehmer eine Gedenktafel auf.

pah

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