Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Voller Einsatz für den Sport: Lübecker sucht schnellste Klasse
Lokales Lübeck Voller Einsatz für den Sport: Lübecker sucht schnellste Klasse
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:30 11.04.2017
Lasse Pichner (19) absolviert sein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Lübecker Rudergesellschaft. Er kümmert sich auch darum, dass die Boote ständig in Schuss bleiben. Quelle: Foto: Hanno Kabel

Als er vor einem Jahr Abitur machte, war sich Lasse Pichner (19) noch nicht sicher, was aus ihm werden sollte. „Ich wollte aber nicht ein Jahr rumdödeln und irgendwo jobben“, sagt er. „Ich wollte was Vernünftiges machen.“ Er entschied sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei der Lübecker Rudergesellschaft (LRG). Damit ist er in Lübeck die große Ausnahme: Nirgends in Schleswig-Holstein stellen die Freiwilligendienste (FSJ und Bundesfreiwilligendienst BFD) so wenige Mitarbeiter bei den Sportvereinen.

Während in der strukturell und größenmäßig vergleichbaren Stadt Kiel 17 Jugendliche, die ein soziales Jahr machen oder den Bundesfreiwilligendienst absolvieren, Dienst in Sportvereinen tun, sind es in Lübeck nach Angaben der Sportjugend Schleswig-Holstein nur vier. Selbst im viel kleineren Neumünster sind es fünf. Eine Erklärung hat man dafür weder in Kiel noch in Lübeck.

Lasse Pichner hat seine Einsatzfreude nicht bereut. Um Geld geht es ihm nicht: Er wohnt bei seinen Eltern und macht für monatlich 290 Euro einen Vollzeitjob. Der Verein zahlt für ihn 500 Euro an die Sportjugend, die wiederum die Michael-Haukohl-Stiftung bereitstellt. Pichner ist von der Mission beseelt, Kindern und Jugendlichen den Rudersport nahezubringen, den er als LRG-Mitglied selbst seit zwölf Jahren betreibt. „Ich wollte mich mit meinem Dienst auch beim Verein revanchieren“, sagt er.

Für sein Jahresprojekt „Schnellste Klasse Deutschlands“ fährt er mit einem Transporter voller Ergometer – das sind Ruder-Simulationsgeräte – von Schule zu Schule. 1200 Lübecker Kinder hätten bei ihm allein in den letzten vier Wochen mitgemacht, erzählt er. Er arbeitet in der Kinderausbildung, er kooperiert mit Sportlehrern an den Schulen, er betreut Neulinge. Aber er putzt und pflegt auch Boote, kümmert sich um das Vereinsgrundstück, organisiert Feste, hilft bei der Erwachsenenausbildung und beim Krafttraining. „Die LRG braucht auf jeden Fall einen Freiwilligen“, sagt er. „Allein die Schulen zu betreuen, würde sonst gar nicht funktionieren.“ In seinen Augen ist es „eine Erfahrung, die man gemacht haben sollte – sich selbst zu organisieren, Verantwortung zu übernehmen“.

Inzwischen hat sich Lasse Pichner für einen Berufsweg entschieden: Nach dem FSJ wird er eine Zimmermannslehre machen. In Lübeck – auch, damit er dem Rudersport in seinem Verein treu bleiben kann.

Hanno Kabel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Kinder verzieren die Wände der Overbeckgesellschaft.

11.04.2017

Hafen-Besichtigung für jedermann: Die Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) öffnet ihre Terminals. Zum Tag der Logistik am Donnerstag, 27.

11.04.2017

Keine Durchfahrt mehr An der Obertrave und in der Vorderreihe.

11.04.2017
Anzeige