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Vom Bootsbauer bis zum Knopfmacher

Kücknitz Vom Bootsbauer bis zum Knopfmacher

Neue Ausstellung zu alten Werkzeugen ist in der Geschichtswerkstatt Herrenwyk ab morgen bis zum 15. Januar zu sehen.

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Kücknitz. Es wird seine letzte Ausstellung sein, die morgen im Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk um 11.30 Uhr in der Kokerstraße eröffnet wird. Denn im nächsten Jahr wird sich Museumsleiter Dr. Wolfgang Muth in den Ruhestand verabschieden. „Ich werde ja immer als Jäger und Sammler bezeichnet“, lächelt er, „entsprechend voll sind unsere Magazine. Und als wir dort mal wieder auf Spurensuche waren, kam uns recht schnell die Idee, etwas mit alten Werkzeugen verschiedener Berufe zu machen – gerade vor dem Hintergrund, dass in der heutigen Wirtschaft die Produktion mehr und mehr digitalisiert wird und Altes zunehmend in Vergessenheit gerät.“

LN-Bild

Neue Ausstellung zu alten Werkzeugen ist in der Geschichtswerkstatt Herrenwyk ab morgen bis zum 15. Januar zu sehen.

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Der Schlosser:

Ihre Arbeit war ursprünglich bei den Schmieden als Metallverarbeiter angesiedelt. Einzelne Werkstücke wurden durch Nieten oder Löten verbunden. Im 19. Jahrhundert verdrängten maschinell hergestellte Produkte die Handwerksarbeit.

Der Kalfathammer:

Er wird auch als Dichthammer bezeichnet. Zum Schutz gegen Aufsplittern ist er mit mehreren Ringen aus Stahl versehen. Das beste Holz für den Kopf ist Pockholz, da es hart ist.

Der Tischler:

Manches Handwerkszeug braucht der Tischler, so Hammer, Bohrer, Stemmeisen, Handsäge. Vor allem braucht er Hobel wie den Nuthobel, um die Oberfläche des Holzes zu bearbeiten, indem er mit dem Hobeleisen Späne abträgt.

Die Kragenpresse:

Sie schafft es, durch Druckausübung Textilien in eine glatte Form zu bringen. Weitere Handwerkzeuge des Berufsstandes sind sind seit alters her Nadel, Faden, Schere und Bügeleisen.

Der Lötkolben: Beim Lötvorgang werden Metallteile mit dem Lötkolben erhitzt und durch ein weiteres, dadurch schmelzendes Metall benetzt. Dadurch entsteht eine feste Verbindung zwischen den Teilen.

Der Stellmacher: Er fertigte die Wagenräder für Personenkutschen oder Frachtwagen an. Zur Holzbearbeitung werden die verschiedensten Sägen, Hobel und Bohrer benötigt. Ein Speichenhobel wird genutzt, um den Speichen eine konische Form zu geben.

Der Knopfmacher:

Er übernahm die in der Münzprägung ab dem 17. Jahrhundert immer mehr verwendeten Spindelpressen oder Balanciers zum Prägen von Metallknöpfen. Der Berufsstand war besonders im Mittelalter sehr angesehen.

Die Spindelpresse:

Sie besteht aus einem einfachen Getriebe, das eine Drehbewegung umwandelt. Die dadurch erzielbaren hohen Druckkräfte wurden technisch bereits im Mittelalter vielfältig genutzt.

Der Schneider: Bis zum 12. Jahrhundert wurde Kleidung meist von der Familie selbst oder auch in Klöstern hergestellt; daher kam der Beruf erst Mitte des 12. Jahrhunderts auf. Die handwerkliche Schneiderei ist inzwischen aber wieder stark zurückgegangen.

Der Speichenhobel:

Mit diesem Werkzeug wird das Holz bearbeitet. Es wird besonders zum Bearbeiten stark geschwungener Formen verwendet. Die Trimmschrauben erleichtern das genaue Einstellen.

Der Nuthobel:

Mit einem Nuthobel werden längliche, winklige Vertiefungen parallel zu einer Kante gehobelt. Der Abstand wird mit einem Anschlag bestimmt, der mit Gewindestangen eingestellt wird.

Gedacht, getan. Zum Teil in Vitrinen, zum Teil zum direkten Anfassen und Ausprobieren sind rund 150 Teile, nach Berufsgruppen sortiert, in zwei großen Räumen liebevoll zusammengestellt worden. „Da sind auch kuriose Dinge dabei“, bemerkt Muth, „und bei einer Zange wissen wir immer noch nicht, was es genau ist. Vielleicht wird uns ja ein Besucher aufklären.“ Auch Utensilien eines Feuerzeugreparateurs seien dabei.

Der Titel der Sonderschau ist „Knopfmacher, Bootsbauer, Schriftsetzer . . . Werkzeuge alter Berufe“. Entsprechende Antworten gibt es auf die Fragen: Womit arbeitete ein Holzschiffbauer? Was machte eigentlich ein Schriftsetzer? Und welche Werkzeuge benutzte ein Stellmacher? Dazu bietet die Geschichtswerkstatt ein interessantes Rahmenprogramm, bis in den Januar hinein. „So können bei speziellen Aktionstagen die Besucherinnen und Besucher selbst tätig werden“, kündigt Helga Martens, Vorsitzende des Vereins für Lübecker Industrie- und Arbeiterkultur, an.

Unter dem Obertitel „sägen, hämmern, bohren . . .“ können die verschiedenen Werkzeuge der Holz- und Metallbearbeitung ausprobiert werden. Und im Mini-Präsentationslabor können an der Feinwaage Präzisionsgewichtsbestimmungen vorgenommen werden. An Schmiedetagen präsentieren zwei Hobbyschmiede dieses alte Handwerk in der Museumsschmiede. „Wer mag, kann sich so selbst am glühenden Eisen versuchen“, so Muth. Zusammen mit Helga Martens wird er morgen zur Eröffnung die Gäste begrüßen.

Termine zur Ausstellung werden auf der Internetseite www.die-luebecker-museen bekannt gegeben.

Michael Hollinde

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