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Lübeck Von Bahnhof bis Stadion: Polizei-Nachwuchs übt in Lübeck
Lokales Lübeck Von Bahnhof bis Stadion: Polizei-Nachwuchs übt in Lübeck
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19:30 21.10.2013
Lübeck

„Wir haben bereits aufregende Wochen hinter uns und sind nun alle gespannt, was noch auf uns zukommt.“ Mit diesen Worten drückte Julia Thiel die großen Erwartungen der 199 Polizeikommissaranwärterinnen und -anwärter der Bundespolizei aus. Gestern waren sie in der Bundespolizeiakademie an der Ratzeburger Landstraße angetreten, um vor den rund 800 Gästen ihren feierlichen Eid zu leisten.

Anfang September haben die 160 Männer und 39 Frauen im Alter von 18 bis 33 Jahren ihre Ausbildung begonnen. Erstmals fanden mit dem 70. Studienjahrgang Basisausbildung und Vereidigung in Lübecks statt. Knapp 4000 Bewerbungen lagen für das dreijährige Studium vor. Nur gut fünf Prozent hatten die Eignungstests bestanden.

„Sie sind die Besten. Werden Sie so, wie ein Polizist sein muss“, gab Bernd Brämer, Präsident der Bundespolizeiakademie den Anwärtern mit auf den Weg. „Wir brauchen Leute, die nicht wegschauen und die auch in schwierigen und gefährlichen Situationen eigenverantwortlich Entscheidungen treffen können. Dabei stehen sie nicht allein. Mit dem heutigen Tag sind sie Teil einer großen Familie.“

„Aufregend sei die Zeit bislang für sie gewesen“, sagte Julia Thiel, die zuvor in einem Büro gearbeitet hat. „Wir haben die Polizeisprache, kennengelernt, wurden in Einsatzrecht und Kriminalistik unterrichtet und haben unsere Dienstkleidung und unsere Waffe bekommen. Ich habe meinen 35-Stunden-Job gegen einen der vielseitigsten Berufe getauscht,“ so die Kommissaranwärterin.

In den nächsten Wochen folgen Praktika in den verschiedenen Einsatzbereichen der Bundespolizei wie etwa auf Bahnhöfen oder im Fußballstadion. Im Dezember geht es dann für Julia Thiel und ihre Kollegen zu einem sechsmonatigen Grundstudium an die Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung in Brühl.

Schleswig-Holsteins Stadtsekretär im Innenministerium, Bernd Küpperbusch, hob die gute Zusammenarbeit zwischen Bundes- und Landespolizei hervor. „Setzen Sie diese Tradition fort“, so Küpperbusch. Ihr Beruf werde nicht immer leicht sein. Die Kunst besteht jedoch darin, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeschubst werde, zitierte Küpperbusch Winston Churchill.

Vor der feierlichen Vereidigung und dem Treueschwur auf die Verfassung und die Gesetze der Bundesrepublik mussten die jungen Frauen und Männer ihre Standfestigkeit beweisen. Mehr als zwei Stunden hieß es für sie strammzustehen, ehe sie zu den Klängen der Nationalhymne die Halle verlassen durften.

Heiko Pump

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