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22:21 19.09.2013
Liest über Aids-Waisen aus Afrika: Kirsten Boie. Quelle: Foto: Lena Schüch

Kaum hat Kirsten Boie das Buch zugeklappt, herrscht Stille im Leseraum des Kinder- und Jugendliteraturhauses in der Fleischhauerstraße. Das Publikum seufzt leise. Gerade hat es die bewegende Geschichte von drei Geschwistern aus dem afrikanischen Swasiland gehört, denen von ihrer Mutter nur noch eins bleibt: ein Erinnerungsbuch. Darin hatte die junge Frau alles an selbst erlebten Geschichten und Hinweisen für ihre Kinder niedergeschrieben, kurz bevor sie an den Folgen einer HIV-Infektion starb.

„Diese Erzählungen sind nichts für Kinder“, warnte schon Lenara Sanders, Geschäftsführerin der Bücherpiraten, vor der „Welturlesung“ von Boies neustem Werk „Es gibt Dinge, die kann man nicht erzählen“. Das Buch erscheint erst am kommenden Donnerstag. Kirsten Boie, die sonst vor allem für ihre Kinderbücher bekannt ist, hat sich dieses Mal thematisch auf ein neues Terrain begeben: das Leben von Aids-Waisen in dem kleinen Binnenstaat zwischen Südafrika und Mosambik. „2010 war ich das erste Mal in Swasiland“, erzählt die Hamburger Autorin. „Seitdem bin ich jährlich dort und engagiere mich in einem Hilfsprojekt.“ Denn der afrikanische Staat ist das Land mit der weltweit höchsten HIV-Infektionsrate. Die durchschnittliche Lebenserwartung ist in den letzten 20 Jahren auf 31 Jahre gesunken, die mittlere Generation ist beinahe ausgestorben; fast die Hälfte aller Kinder sind Waisen.

„Als ich auf dem Rückflug war, ist mir die Idee zur ersten Geschichte gekommen“, erzählt Boie. Gerade weil das Schicksal der Kinder in Swasiland so weit von unserem entfernt sei, habe die Sammlung auch den Titel „Es gibt Dinge, die kann man nicht erzählen“ bekommen. „Die Situationen, die ich erlebt habe, waren sehr aufwühlend“, erzählt Boie. „Da musste ich einen Weg finden, sie aufzuschreiben.“

Hannah Brockmann jedenfalls ist überrascht. „Ich kannte andere Bücher von Kirsten Boie“, sagt die Zwölfjährige. „Dieses ist ganz anders. Es war sehr interessant über das Thema mehr zu erfahren.“

lsc

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