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21:28 02.06.2017
Links: Treffpunkt Spiele-Container auf dem Meesenplatz: Reiner Christ (l.) spielt mit Praktikantin Heidi Eggert (r.) Ball, Sascha Hensel und Petra Sommerfeld probieren die Roller aus. Rechts: Ein junger Kiebitz in seinem Gelege auf dem Priwall. Vier bis fünf Wochen dauert es, bis die Kleinen flügge werden. In der Zeit brauchen Sie noch Schutz. Quelle: Sabine Risch/Matthias Braun
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Mit dem „Roadrunner“ unterwegs zu Jugendlichen

St. Gertrud. Zweimal in der Woche öffnen entweder die Streetworker des Internationalen Bundes oder Mitarbeiter des Jugendzentrums Dieselstraße den blauen Spiele-Container auf dem Meesenplatz. Dann können sich Jugendliche Skateboards, Bälle, Roller oder andere Sportgeräte ausleihen. Doch auch abseits der Öffnungszeiten ist der Platz auf Marli gut besucht von Kindern, Jugendlichen oder älteren Männern und Frauen, die ihn als Treffpunkt nutzen.

Die Streetworker Petra Sommerfeld (51) und Sascha Hensel (37) sowie ihr Chef Reiner Christ (57) vom Internationalen Bund kennen etliche solcher Plätze im Stadtgebiet. Ihr Job ist es, zu merken, welche Jugendlichen Ansprache und Unterstützung brauchen. „Es können Probleme mit den Eltern oder der Schule, Liebeskummer, Drogensucht oder weitere Themen sein“, sagt Hensel. Mal helfen die Streetworker den Jugendlichen bei der Arbeitsplatz- oder Wohnungssuche, mal hören sie einfach zu, was die jungen Leute zu erzählen haben. „Viele“, sagt Petra Sommerfeld, „suchen jemanden, dem sie sich anvertrauen können.“

Vor allem durch Freizeit- und Sportangebote nehmen die Streetworker Kontakt zu den Jugendlichen auf, ohne dass ein direktes Problem im Vordergrund stünde. Aktuell sind sechs Streetworker in Diensten der Stadt in sieben von zehn Stadtteilen unterwegs und bieten Gesprächsmöglichkeiten in Büros. „Die Plätze, an denen die Jugendlichen zusammenkommen, ändern sich allerdings von Zeit zu Zeit“, erklärt Hensel, „und die Büros stellen oft eine Hemmschwelle dar.“ Um die herabzusetzen, möchte der Internationale Bund einen Bus anschaffen und ausbauen.

„Das ist ein niederschwelliges Angebot“, sagt Petra Sommerfeld, „außerdem kann man mit dem Bus auch sehr spontan reagieren.“ Der „Roadrunner“, wie sie den Bus nennen, „macht unsere Arbeit vielfältiger und flexibler“, ergänzt Hensel. Denn der Bus soll zum einen als Büro mit Internet-Anschluss ausgestattet werden, zum anderen diverse Spielangebote an Bord haben. Hensel: „Damit erreichen wir auch diejenigen, die wir auf anderer Basis nicht erreichen.“ Petra Sommerfeld ist überzeugt: „Der Bus käme der gesamten Stadt zugute.“ sr

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Künftig mehr Sicherheit für Kiebitz & Co.

Kücknitz/Travemünde. Der Kiebitz (Vanellus vanellus), der zur Familie der Regenpfeifer gehört, ist kaum mit anderen Vögeln zu verwechseln – zu typisch ist sein Kopf mit der schwarzen Stirn und der Haube mit zwei langen Zipfeln. Er brütet in Marschwiesen und auf feuchten Flächen in Niederungen. Und genau das ist sein Problem: Es gibt immer weniger solcher Feuchtflächen. Während er vor 50 Jahren auf vielen Feldern und Weiden zu beobachten war, ist er heute in seinem Bestand massiv bedroht. Seit 2015 steht er deshalb auf der Roten Liste gefährdeter Vogelarten. Der Naturschutzbund (Nabu) startete das bundesweite Förderprojekt für den Kiebitz in Agrarlandschaften.

Auch auf dem südlichen Priwall, wo laut Matthias Braun vom Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer in den 1950er und 60er Jahren 50 Kiebitzpaare brüteten, ging die Population stark zurück. Ein Teil des Problems: Kiebitze brüten am Boden, so dass die Gelege leicht zur Beute von Füchsen und freilaufenden Hunden werden. Mit der Ausweisung zum Naturschutzgebiet 1998 und durch die Betreuung des Landschaftspflegevereins seit 2009 erholten sich die Bestände. Mit einem provisorischen Stacheldrahtzaun, der jedoch an vielen Stellen defekt sei, habe man dem Kiebitz und anderen Bodenbrütern ein wenig Schutz bieten können. „Außerdem haben wir dieses Jahr alle Gelege einzeln eingezäunt“, sagt Braun. 17 Gelege sind es aktuell, „alle sind geschlüpft. Aber wie viele junge Kiebitze durchkommen, wissen wir nicht.“ Dennoch ist er stolz darauf, „dass wir die Bestände in wenigen Jahren vervierfacht haben“.

Um die Vögel dauerhaft zu schützen, möchte der Landschaftspflegeverein jedoch den alten Zaun durch einen Wildschutzzaun ersetzen. „Durch einen solchen grobmaschigen Zaun können Füchse, Marderhunde und freilaufende Hunde nicht mehr auf die Wiese gelangen und die brütenden Vögel stören, verletzen oder auffressen.“ Täglich soll der Zaun durch Mitarbeiter der Naturwerkstatt Priwall kontrolliert werden. Natürlich kostet das viel Geld, zumal auch zwei Tore eingebaut und elektronische Schutznetze angeschafft werden sollen. „Es ist eine tolle Aktion, selbst wenn wir nicht zu den Gewinnern gehören sollten“, sagt Braun über das Geschenk der Sparkassenstiftung. sr

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