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Lübeck Von Shanghai ins Tonstudio am Koberg
Lokales Lübeck Von Shanghai ins Tonstudio am Koberg
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13:52 01.01.2016
Der chinesische Sänger Ping An in seinem Video zu dem Song „If I had my life again“: Das Holstentor hat er auch besucht.

In seinem Video zur Ballade „If I had my life again“ läuft der Künstler Ping An durch Lübeck. Vorbei am Schrangen, am Malerwinkel, am Holstentor. In Travemünde trinkt er Kaffee am Strand. Völlig unbehelligt. In seiner Heimat wäre das sicherlich anders gewesen. Denn dort ist Ping An ein großer Star, spätestens seitdem er bei der Castingshow „Voice of China“ — dem Äquivalent zu der deutschen TV-Show — erfolgreich war. Doch nicht nur den Großteil an Bildmaterial für das Songvideo hat der Sänger in der Hansestadt aufgenommen. Auch seine Stimme.

Aus Shanghai ist er zum Koberg gekommen.

Dort, in den ehemaligen Räumen des Norddeutschen Rundfunks, hat sich Michael Pfirrmann vor sechs Jahren ein Tonstudio eingerichtet — „Klangkomplex“. Der Schriftzug „NDR“ steht noch an der Tür, dahinter beginnt das Wohnzimmer. „Ping An und sein Team haben sich hier auch wie zu Hause gefühlt“, sagt Pfirrmann, der sonst vor allem Sprachbeiträge, Hörspiele oder Singer/Songwriter wie Christian Freimuth im Studio aufnimmt und abmischt. Auch ein Album von Sängerin Ulla Meinecke hat er jüngst gemastert. Nun ist es international geworden. „Das war schon eine andere Dimension, mit Ping An zu arbeiten“, sagt Pfirrmann. „Der Kontakt ist über drei Ecken zustande gekommen.“ Seine Frau, die Sängerin und Songschreiberin Marthe Borge- Lunde Pfirrmann, tritt des Öfteren mit der Lübecker Pianistin Yu Jin auf, die wiederum Kontakte in die chinesische Musikszene hat. Bei einem Besuch in der Heimat brachte Yu Jin eine Aufnahme von Marthe Borge-Lunde Pfirrmanns Gesang mit, die den Produzenten von Ping An wiederum sehr interessierte. „Er fand, dass ihre Stimme gut zu einem Song passen könnte, den sie gerade produzierten“, sagt Michael Pfirrmann. „Sie wollten sowieso, dass die ganze Produktion international wird.“

Dann ging alles recht schnell. Binnen eines Monats kam der Künstler mit seinem Team aus Produzent, Manager und persönlicher Assistentin nach Lübeck, wo er fast eine Woche blieb: Um sich die Stadt anzuschauen, Bildmaterial zu sammeln und zwei Tage an den Gesangsaufnahmen zu feilen. Marthe Borge-Lunde Pfirrmann sang für seinen Song in Mandarin die „backing vocals“. „Es war ganz toll, mit ihm zusammenzuarbeiten“, sagt die Sängerin. „Er hat eine Stimme wie ein Engel und dirigierte mich durch den Song.“

Inzwischen ist das fertig produzierte Album aus China am Koberg angekommen, signiert von Ping An: „To Michael & Marthe“ steht vorn auf dem Cover. Im Booklet, zwischen chinesischen Schriftzeichen, ist immer wieder Ping An vor Lübecker Kulisse zu sehen. Und sein Besuch wirkt noch weiter: Ping Ans Produzent An Dong, der unter anderem musikalischer Direktor diverser chinesischer Castingshows ist, hat noch einen neuen musikalischen Kontakt an den „Klangkomplex“ vermittelt. Für die in Singapur geborene Sängerin Tanya Chua hat Pfirrmann gleich ein ganzes Lied arrangiert. „Es ist nun überraschenderweise Single und Album-Opener geworden“, sagt der Lübecker. „Das war das schönste Weihnachtsgeschenk für 2015.“

Bei so viel neuen Klangwerken bleibt nur kaum noch Zeit für das eigene Musik-Projekt des Paars. Unter dem Namen „LightShifters“ produzieren sie kunstvoll-düsteren Electro-Pop. „Aber wir planen für dieses Jahr ein Liveprogramm“, sagt Pfirrmann.

Videos & Musik
Das Video „If I had my life again“ von Ping An mit Lübeck-Szenen kann über Youtube angeschaut werden: http://www.youtube.com/watch?v=Hsjmukq0Mr4.
Der Song „Strange Species“ von Tanya Chua ist über das chinesische Videoportal „Tudou“ abrufbar: http://www.tudou.com/programs/view/XP-kJ5kDEGs/.
Mehr zum Projekt „LightShifters“ gibt es unter: http://www.facebook.com/lightshifters.music/

Lena Modrow

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