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Lübeck Von wegen Stille im Kloster: Schutzwand zur A 21 macht Lärm
Lokales Lübeck Von wegen Stille im Kloster: Schutzwand zur A 21 macht Lärm
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10:45 18.08.2017
23 000 Buchungen verzeichnet das Kloster Nütschau täglich. Die Besucher kommen vor allem, um Ruhe zu finden. Quelle: Foto: Roessler
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Nütschau

Sie mutet an wie ein langer Paneelzaun aus dem Baumarkt, der Sichtschutz zum nächsten Nachbarn bieten soll. Diese Funktion erfüllt die Holzwand auch zufriedenstellend. Ein Bollwerk gegen Lärm stellt sie hingegen nicht dar. Dass das Rauschen dahinter vom Verkehr der Autobahn 21 herrührt, ist deutlich zu vernehmen. Besser noch: Die etwas luftig zusammengefügten Holzelemente klappern sogar, verursacht durch die Sog- und Druckwirkung rasch vorbeiziehender Fahrzeuge. Das hat schon manchen Gast des Klosters in Nütschau verärgert die Koffer packen lassen.

„Es geht überhaupt nicht um uns Mönche, sondern eher um die Besucher. Viele haben sich die Zeit freigeschaufelt, um hier einige Tage der Stille ganz in der Natur erleben zu können“, erklärte Prior Johannes bei einem Besichtigungstermin. Das Bettenhaus liege gerade einmal 100 Meter von der stark befahrenen Piste entfernt und bei Meditationen oder üblicherweise in Stille praktizierten QigongÜbungen störe der Lärm ungemein. Insbesondere bei Westwind sei das permanente Rauschen der Autobahn zu hören.

„Wir haben kein Problem, Gäste zu bekommen. Pro Jahr haben wir 23 000 Buchungen. Wir wollen die Besucher aber nicht enttäuschen. Schließlich laden wir sie dazu ein, sich hier eine Auszeit vom Stress des Alltags zu nehmen“, sagte der Klostervorsteher im Gespräch mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Gero Storjohann, seines Zeichens Mitglied des Verkehrsausschusses. Dem Politiker war das Schreiben eines Seminarteilnehmers zugeleitet worden.

„Ich wollte die Wand selbst in Augenschein nehmen, um zu sehen, wo sie endet und von welcher Qualität sie ist“, sagte Storjohann. Seine Inspektion ergab, dass die Schutzvorrichtung nicht zu kurz, sondern über eine große Distanz viel zu niedrig geraten ist. Zudem ist das für den Bau verwendete Material alles andere als zeitgemäß.

„Man hat solches Bongossi-Holz wohl in den 80er Jahren eingesetzt. Im Grunde ist es eher eine Sichtschutzwand. Heutzutage gibt es schon viel bessere, Schall schluckende Materialien“, fasste Storjohann zusammen. Er trifft sich in der kommenden Woche mit Verkehrsminister Bernd Buchholz, um ihm von dem Problem zu berichten. „Ich denke, Lärmschutzwände können immer zwischendurch finanziert werden. In fünf bis zehn Jahren kann sich das verbessern“, sagte Storjohann.

Darauf, dass möglichst rasch Abhilfe geschaffen wird, hoffen auch die Mönche. Da im Kloster nicht nur erwachsene Seminarteilnehmer, sondern auch viele Kinder und Jugendliche zu Gast weilen, setzten sich die Ordensbrüder gemeinsam mit betroffenen Anwohnern gegen das Verkehrsaufkommen zur Wehr. Dank einer besseren, weil schon von der Autobahn aus sichtbaren Beschilderung, ist im Ort jetzt diesbezüglich mehr Ruhe eingekehrt. „Das hat eine Menge gebracht“, sagt Prior Johannes. Was den Lärmschutz angeht, wollen er und seine 17 Klosterbrüder nun ebenso wenig locker lassen.

Die unmittelbare Nähe zur Autobahn und die damit verbundene Schallemission spielen zudem eine Rolle bei der Umgestaltung des gesamten Klostergeländes, die in den nächsten Jahren geplant ist.

Veranstaltungen und weitere Details unter www.kloster-nuetschau.de

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