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Lübeck Vorhang zu: Kulturbühne verlässt Travemünde
Lokales Lübeck Vorhang zu: Kulturbühne verlässt Travemünde
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21:12 14.08.2017
Am 31. Dezember ist Schluss: Wolfgang Hovestädt sieht keine Zukunft für seine Kulturbühne in der Hansestadt. Quelle: Foto: Felix König

Der Vorhang der Kulturbühne fällt am 31. Dezember – und zwar endgültig. Wie Betreiber Wolfgang Hovestädt jetzt verkündete, habe man nach der Kündigung durch den Eigentümer des Hafenbahnhofs keinen alternativen Standort im Ostseebad finden können. Jetzt steht Hovestädt in Verhandlung über ein Gebäude in einem benachbarten Ostseebad. Wo genau, möchte er nicht verraten, solange der Vertrag nicht „in trockenen Tüchern ist“. Hovestädt macht aber deutlich: „In Travemünde und in Lübeck wird es 2018 keine Kulturbühne mehr geben.“

Mit dieser Entscheidung fällt auch der geplante Weihnachtsmarkt am Meer ins Wasser. Vom 20. November bis 31. Dezember sollten auf einem Teil des Parkplatzes Leuchtenfeld ein beheiztes Unterhaltungzelt, eine Zelthalle mit Kunsthandwerkermarkt sowie ein Gastrobereich öffnen. Hovestädt: „Da wir durch die Kündigung keine Möglichkeit mehr haben, unser Lager in der Kulturbühne einzurichten, kann auch der Markt nicht stattfinden.“

Christian Martin Lukas, Geschäftsführer vom Lübeck und Travemünde Marketing (LTM), äußert darüber sein Bedauern: „Die Kulturbühne ist zu einer Institution im Veranstaltungsleben Travemündes geworden.“ Zum Weihnachtsmarkt liege dem LTM derzeit zwar noch keine Absage vor, doch sollte er wirklich entfallen, sei auch das ein Verlust für Travemünde, so Lukas.

Hintergrund der Mitteilung ist eine fristlose Kündigung zum 31. Dezember 2017 durch die Eigentümergesellschaft PG Hafenbahnhof Travemünde. Die Geschäftsführer möchten das teilweise marode Gebäude sanieren; und da der Hafenbahnhof aus der Insolvenz gekauft wurde, besteht ein Sonderkündigungsrecht. Dass die Kulturbühne ihren Standort deswegen tatsächlich räumen muss, bestreitet der Anwalt der Eigentümer, Ulf von Danckelmann, allerdings: „Herrn Hovestädt wurde angeboten, über eine verlängerte Nutzung zu sprechen.“ Man habe allen Mietern im Gebäude die alten Verträge kündigen müssen, anschließend aber neue aufgesetzt. „Wir hätten auch versucht, die Sanierung so zu organisieren, dass der Betrieb der Kulturbühne nicht eingestellt werden muss“, sagt von Danckelmann. Darauf habe sich Hovestädt aber nicht einlassen wollen.

Als Alternative konnte sich der Kulturbühnen-Chef stattdessen ein sogenanntes Spiegelzelt vorstellen, das dauerhaft auf einer Freifläche in Travemünde stehen sollte. Dafür hat die Stadt bisher aber keine geeigneten Standorte anbieten können. Weder im Zippel- Park, noch auf dem Parkplatz Leuchtenfeld, die Hovestädt bevorzugt hätte, sei die Unterbringung dauerhaft möglich, sagt dazu Sozial- und Wirtschaftssenator Sven Schindler (SPD). Ebenfalls in Betracht kam für Hovestädt der Grünstrand. Dahingehend sei man laut Schindler zu Gesprächen bereit, sofern die Fläche „breite Unterstützung im Ort“ fände. Insbesondere Lärmschutz und die Parkplatzsituation würden aber auch den Grünstrand zu einem schwierigen Standort machen, so Schindler.

Doch letztlich ist die Diskussion wohl sowieso hinfällig. Mitte September möchte Hovestädt verkünden, ob und in welchem Ort sich der Vorhang der Kulturbühne 2018 wieder heben wird.

Luisa Jacobsen

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