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Lübeck Vorsicht, Schlaglöcher! Jetzt wird wieder geflickt
Lokales Lübeck Vorsicht, Schlaglöcher! Jetzt wird wieder geflickt
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20:43 19.12.2012
Bis zu 20 Zentimeter tief sind die Schlaglöcher in Lübecks Straßen.
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Lübeck

Im St.-Jürgen-Ring tun sich Krater auf, ebenso in der Kronsforder Allee, im Töpferweg und in der Falkenstraße. Manche Autos weichen aus, viele rumpeln hinein. Das Tauwetter bringt überall in der Stadt neue Schlaglöcher hervor, die der Frost zuvor in den Asphalt gefressen hatte. In Extraschichten rücken nun die Bautrupps der Stadt aus, um die Schäden zu flicken. Doch der ADAC warnt bereits vor neuen Schäden, weil jahrelang nicht investiert wurde.

Die bis zu 20 Zentimeter tiefen Löcher sind das Resultat der starken Frostperiode. Wasser drang bereits vor den Minusgraden in kleine Risse im Asphalt. Als dieses dann gefror, dehnte es sich aus und sprengte die Fahrbahndecke. Die Erschütterungen durch den Verkehr taten ihr Übriges. Durch das Tauwetter der vergangenen Tage kamen schließlich alle Krater zum Vorschein. „Die genaue Zahl der Schlaglöcher ist nicht bekannt“, sagt Stadtsprecher Marc Langentepe. Die Trupps des Bereichs Verkehr fahren derzeit aber „verstärkt Extrakontrollen, vor allem auch in den Nebenstraßen“.

Dazu ist die Stadt im Rahmen ihrer Verkehrssicherungspflicht angehalten. Am Wochenende musste ein großes Schlagloch am Holstentor abgesperrt werden, damit nichts Schlimmeres passiert. Inzwischen sei der Schaden aber behoben, so Langentepe. „Wir sind jetzt mit Hochdruck dabei, die Schlaglöcher zu füllen“, sagt der Stadtsprecher weiter. Statt wie in den Vorjahren nur mit Kaltasphalt, arbeiten die Trupps nun auch mit sogenanntem Heißasphalt. Langentepe: „Der hält besser.“ Im Umland sei zudem ein Mischasphaltwerk wieder in Betrieb genommen worden, um genug Material für die Flickschusterei herzustellen. Insgesamt sei die Situation auf Lübecks Straßen aber besser als bei dem extrem harten Winter vor wenigen Jahren.

Ulf Evert vom ADAC Schleswig-Holstein übt dennoch Kritik am schlechten Zustand der Fahrbahnen. „Vielerorts beschweren sich die Autofahrer“, sagt Evert. Auch bei der Lübecker Polizei laufen Beschwerden auf, die aber direkt an die Stadtverwaltung weitergegeben werden. Der ADAC- Mann fürchtet nun, die Reparatur könnte lange auf sich warten lassen. „Die Kommunen haben einfach kein Geld“, sagt Evert. Wenn das Budget für 2012 bereits ausgeschöpft ist, wird erst im nächsten Jahr repariert. Es gebe einen Erhaltungsstau, um Straßen fit für die Zukunft zu machen. Die vergangenen drei Winter seien bereits hart gewesen. Evert: „Wenn sich auf den Straßen nichts tut, wird es schlimmer.“

Aber auch mit Geld kann die Instandsetzung der Lübecker Fahrbahnen lange dauern. Oft rücken städtische Bautrupps allein aus, weil Fremdfirmen keine Zeit haben. „Wir müssen erst unsere eigenen Aufträge abarbeiten“, sagt Carsten Groth, Kreishandwerksmeister und Obermeister der Lübecker Bauinnung. „Die Schlaglöcher sind zu früh dran, das passt gar nicht.“ Viele Kunden wollen Arbeiten noch vor Weihnachten erledigt haben, danach sind die Handwerker bis Neujahr im Kurzurlaub.

Doch selbst 2013 dürfte sich die Situation nicht entspannen. „Wenn es wieder regnet und dann friert, gibt es neue Schlaglöcher“, sagt Stadtsprecher Langentepe. Eine komplette Reparatur könne daher bis ins Frühjahr andauern. ADAC-Mann Evert glaubt sogar, dass die gefüllten Schlaglöcher erneut aufplatzen. „Wir sind mitten in der Frostperiode“, sagt er, „jetzt zu flicken, ist relativ sinnlos.“

Neue Straßenführung

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An der maroden Possehlbrücke ändert die Stadt ab heute die Verkehrsführung. Zu viele Lkw über 7,5 Tonnen missachten das Durchfahrtverbot. Künftig werden alle Fahrzeuge aus beiden Richtungen zunächst auf die jeweilige Spur geführt, die zur Umleitung abzweigt. Autos unter 7,5 Tonnen können von dort wieder in Richtung Brücke abbiegen. Ein Neubau der Querung ist frühestens Ende 2013 geplant.

Peer Hellerling

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