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Lübeck Nur ein dummer Zufall? Wärmepumpe geht am Tag des Stromausfalls kaputt
Lokales Lübeck Nur ein dummer Zufall? Wärmepumpe geht am Tag des Stromausfalls kaputt
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15:27 21.01.2019
Wolfgang Peters (73) hat seit Mai 2018 mit einer kaputten Wärmepumpe zu kämpfen. Die Stadtwerke möchten für den Schaden nicht aufkommen. Quelle: Josephine Andreoli
Lübeck

Am 16. Mai 2018 gingen in Lübeck die Lichter aus. Die Hansestadt war lahmgelegt – für vier ganze Stunden. Grund des Blackouts war ein Kurzschluss im Umspannwerk in Stockelsdorf. Das Werk ist eine komplexe Schnittstelle zwischen der Schleswig Holstein Netz AG und der Netz Lübeck GmbH, einer Stadtwerke-Tochter. Dabei nimmt das Netz Lübeck die im Umspannwerk durch Hochspannungsleitungen der SH Netz transportierte Energie an und gibt diese an die Lübecker Haushalte ab. An diesem warmen Tag im Mai betätigt ein Mitarbeiter einen unter Strom stehenden Schalter. Ein Fehler mit Folgen: Der Mann kann sich gerade noch in Sicherheit bringen, dann entlädt sich der Kurzschluss und rund 146 000 Haushalte und 390 Großkunden in und um Lübeck haben keinen Strom mehr.

Auch Wolfgang Peters (73) war von dem Stromausfall betroffen. „Ich habe mir vor neun Jahren eine Erdwärmeheizung bauen lassen, damit ich als Rentner nicht von steigenden Öl- oder Gaspreisen in den Ruin getrieben werde“, sagt Peters. Doch seit dem Stromausfall funktioniert seine Heizung nicht mehr. Der Grund dafür sei, so sagt es zumindest Wolfgang Peters, der mehrere Stunden andauernde Stromausfall.

Nach dem großen Stromausfall am 16. Mai zeigte die Erdwärmeheizung von Wolfgang Peters eine Fehlermeldung an. Ein Techniker stellte Schäden in Höhe von 5.150 Euro fest. Quelle: Josephine Andreoli

Wolfgang Peters wollte durch Bau der Erdwärmeheizung steigenden Öl- und Gaspreisen entkommen

Eine Erdwärmeheizung funktioniert dabei ähnlich wie ein Kühlschrank, nur anders herum. Während der Kühlschrank den Lebensmitteln und der Luft im Inneren Wärme entzieht und diese an die Umgebung abgibt, entzieht die in der Erdwärmeheizung eingebaute Wärmepumpe der Umgebung nach dem gleichen Prinzip Wärme und leitet diese dann ins Hausinnere weiter. Eben diese Pumpe ist bei Peters nun seit mehr als einem halben Jahr kaputt. „Ob das tatsächlich mit dem Stromausfall zusammenhängt, können wir allerdings nicht feststellen, das kann auch ein blöder Zufall gewesen sein“, sagt der Kundendienstleiter der zuständigen Heizungsfirma. Klar aber ist, dass durch den Ausfall der Pumpe ein Schaden von mehr als 5000 Euro entstanden ist. „Ich stehe morgens frierend im Bad, das ist doch kein Zustand“, sagt Peters, der die Kosten für die Reparaturen der Wärmepumpe selbst nicht tragen kann. Mittlerweile ist der Rentner für die Beheizung seines Hauses auf Strom umgestiegen. „Aber ich möchte gar nicht wissen, was für Kosten da auf mich zukommen.“

Neben der Schadensersatzforderung von Wolfgang Peters sind auch mehr als Hundert weitere bei den Stadtwerken eingetroffen. Genaue Zahlen möchten die Stadtwerke aber vor Abschluss aller Verfahren nicht bekanntgeben. Wer genau hat eigentlich Anspruch auf Schadenersatz? Grundlage der Entscheidung, ob der Schadensersatzforderung nachgegangen wird, ist die Niederspannungsverordnung, Paragraph 18. „Das ist ein hoch komplexes Thema mit verschiedenen Fallgruppen und Schadensarten. Wenn zum Beispiel ein Kühlschrank durch einen Stromausfall ausfällt und die Ware verdirbt, wird die Ware ersetzt, nicht jedoch der Kühlschrank “, erklärt Stadtwerke-Sprecher Lars Hertrampf. Deswegen könne man auch nichts zu Einzelfällen sagen. „Ich kann jedoch versprechen, dass ausnahmslos alle Schadensersatzansprüche von uns streng nach dem Gesetz geprüft werden“, sagt Stadtwerke-Sprecher Lars Hertrampf. So sei auch der Fall Wolfgang Peters von der Versicherung geprüft, aber abschlägig beschieden worden.

Josephine Andreoli

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