Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Wahlkampfthema: Streit um Stadtteilbüros geht weiter
Lokales Lübeck Wahlkampfthema: Streit um Stadtteilbüros geht weiter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:48 07.07.2017
Quelle: Maxwitat
Lübeck

Die Fronten sind klar: Die SPD will die Stadtteilbüros zurück – und daraus Stadtteilhäuser machen. Das sei „der Bürgerservice des 21. Jahrhunderts“, sagt Fraktionschef und Bürgermeisterkandidat Jan Lindenau. „Die SPD und Lindenau können sich immer noch nicht eingestehen, dass sie die Stadt mit ihrer Politik in die jetzige Lage gebracht haben“, reagiert Jochen Mauritz, innenpolitischer Sprecher der CDU, sauer. Er macht klar: „Die SPD hat die Warteschlangen zu verantworten.“ Die FDP schlägt in dieselbe Kerbe. Es sei „politisch und moralisch grenzwertig, sich so im Wahlkampf zu positionieren“, ärgert sich Vormann Thomas Rathcke. Denn die Stadtteilbüros seien unter Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) geschlossen worden. Außerdem habe Fraktionschef Jan Lindenau diesen Beschluss herbeigeführt. Die damalige Mehrheit aus SPD, Grünen und Freien Wählern hatte entschieden, die Stadtteilbüros dicht zu machen. Jetzt gibt es nicht mehr sechs, sondern nur noch zwei Anlaufstellen für die Bürger.

Das lässt die SPD nicht auf sich sitzen. „Das ist eine unerträgliche Legendenbildung“, sagen gleich sechs SPD-Ortsvereinschefs unisono. Sie sehen die Schuld beim ehemaligen Innensenator Bernd Möller (Grüne) und dem aktuellen Senator Ludger Hinsen (CDU). Aber Rathcke lässt indes nicht locker. „Diese Wandlung vom ,Saulus zum Paulus’ schafft Lindenau nicht“, stellt er klar. Wie die SPD agiere, sei „einfach zu durchsichtig“. Immerhin habe sich Ingo Schaffenberg (SPD) in den sozialen Medien für die damalige Entscheidung der Fraktion entschuldigt. Rathcke enttäuscht: „Diese Größe hätte ich auch von dem Bürgermeisterkandidaten Lindenau erwartet.“

Doch auch die GAL wettert gegen die Entscheidung der Mehrheit. „Beschlossen wurde eine Luftnummer“, macht Fraktionschefin Antje Jansen klar. Denn es gebe in Lübeck „keinen einzigen funktionierenden Bürgerkoffer“. Mit dem sollen die Mitarbeiter der Verwaltung einmal die Woche in Schulen und Jugendzentren Station machen, so dass die Lübecker dort ihre Meldesachen erledigen können.

Stadtteilbüros in Amtsstuben sind kein moderner, sondern ein altbackener Ansatz“, kritisiert Thorsten Fürter (Grüne). „Wer so tut, als sei die Öffnung von Stadtteilbüros eine Lösung des Problems, täuscht die Menschen vorsätzlich.“ Er hält die mobilen Stadtteilbüros für einen „guten Ansatz, der offenbar für einige traditionell eingestellte Parteien und Kandidaten in der Stadt zu modern ist.“

 jvz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!