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Lübeck Walter Hähnel (104): Lübecks Bürgermeister muss modern sein
Lokales Lübeck Walter Hähnel (104): Lübecks Bürgermeister muss modern sein
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23:17 05.11.2017
Walter Hähnel (104) lebt seit 20 Jahren in Lübeck. Quelle: Nick Vogler
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Noch zu Kaisers Zeiten geboren, überlebte er zwei Weltkriege, schlug sich durch die Wirren der Nachkriegszeit und wurde schließlich Präparator. Wenn Hähnel spricht, scheint sein Leben vor seinen Augen vorbeizuziehen.

Er sitzt etwas gebeugt im Rollstuhl in einem Seniorenheim in der Altstadt. Manchmal sucht er zwar im Gedächtnis, wenn es um spezielle Orte oder Namen geht, die mit seinem langen Lebensweg zu tun haben. 

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Doch er spricht schnell und mit Engagement, will viele seiner Erfahrung teilen. Ein Bürgermeister von Lübeck, was muss der können? Innenpolitisch habe er sich nie groß engagiert, aber so viel sei klar: Es dürfe nicht aufs Parteibuch ankommen, wenn wichtige Posten besetzt werden. „Das fachliche Wissen muss entscheiden bei der Auswahl der Leute“, wünscht sich Hähnel.

Ein Kommentar von LN-Chefredakteur Gerald Goetsch

Lange Jahre war der Präparator Dozent im Geologischen Institut Hamburg. Nach seiner Pensionierung bildete er Präparatoren unter anderem in Mexiko aus, arbeitete in Libyen, lebte auf Teneriffa. Der Mann mit dem schütteren weißen Haar und den großen knochigen Händen, die er verschränkt auf dem Schoß hält, prahlt nicht mit der Vielfalt seiner Erfahrungen. Er erzählt einfach davon, eines nach dem anderen, am liebsten der Reihe nach. Lübeck kommt spät an die Reihe – in seiner Erzählung und in seinem Leben.

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Doch auch in der Hansestadt ist Hähnel herumgekommen. An jeder der großen Kirchen hat er gewohnt: Bei der Marienkirche in der Alfstraße, in der Mühlenstraße dicht am Dom, in der Aegidienstraße an der gleichnamigen Kirche, in der Engelsgrube mit Blick auf St. Jakobi, und nun nicht weit von St. Petri und dem Dom entfernt. Hähnel ist längst ein Lübecker im Herzen und deswegen wünscht er der Stadt auch, dass sie sich positiv entwickelt. Dafür brauche es eine moderne Leitung der Verwaltung, die sich der Probleme effizient annehme. Ein Beispiel hat Hähnel auch gleich parat: Die Wohnungsnot werde immer größer. Gerade preisgünstige Wohnungen seien immer schwieriger zu bekommen. Das müsse sich dringend ändern. Eine neue Bürgermeisterin oder ein neuer Bürgermeister müssten sich dieses Problems annehmen.

Hähnel wird sich die Entwicklung in Ruhe anschauen. Am 20. Mai wird er 105 Jahre alt. Dann sind Lübecks Bürgermeisterwahl und die Kommunalwahl am 6. Mai 2018 längst gelaufen. Beides soll auch Teil von Hähnels Geschichte sein: „Natürlich gehe ich wählen, das tue ich immer.“

Nick Vogler

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