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Lübeck War es Mord? Nachbarn trauern um getötete Rentnerin
Lokales Lübeck War es Mord? Nachbarn trauern um getötete Rentnerin
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14:44 29.08.2016
Eine Einsatzhundertschaft der Polizei durchkämmte am Freitag mehrere Stunden lang großräumig die Umgebung. Auch am Einkaufszentrum Buntekuh sollen die Beamten nach etwas gesucht haben. Quelle: Holger Kröger
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Buntekuh

Der Schock sitzt noch immer tief in der Nachbarschaft. Trotz der warmen Sonnenstrahlen hängt über dem Wohnviertel in Buntekuh ein dunkler Schatten. Am Mittwoch soll eine ältere Frau in ihrem Bungalow im Galeonenweg tot aufgefunden worden sein. Nachbarn sahen einen Rettungswagen in der Straße. Einen Tag später sei die Spurensicherung in den Galeonenweg gekommen, um den Bungalow, der verborgen an einem schmalen Wäldchen liegt, zu untersuchen. Auch im Garten und an der Terrassentür habe man nach Spuren gesucht – die Terrassentür soll eingeschlagen gewesen sein.

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Auch am vierten Tag untersucht die Spurensicherung das Haus der 85-Jährigen – Rentnerin war bekannt und beliebt – Anwohner fürchten Räuber.

Polizisten sollen den Anwohnern mitgeteilt haben, dass die alte Dame durch Fremdeinwirkung ums Leben gekommen wäre. Laut Anwohnern soll es sich bei der Frau um die 85-jährige Waltraud E. handeln. Am Freitag durchkämmte eine Hundertschaft der Polizei die komplette Nachbarschaft.

„Sogar die Kaninchenbauten wurden untersucht, das hat mich überrascht“, sagt Dieter Hobelsberger, der die Beamten am Freitagmittag von seinem Balkon aus gesehen hat. „Sie haben offensichtlich etwas gesucht, jetzt, wo ich weiß, dass eine Frau möglicherweise umgebracht wurde, denke ich, dass sie nach einer Tatwaffe gesucht haben“, so Hobelsberger. Am Anfang habe er die zahlreichen Polizisten spannend gefunden, nun mache er sich viele Gedanken. „Natürlich bin ich nun beunruhigt, wenn so etwas Schreckliches in der direkten Nachbarschaft geschieht – das Aufgebot der Polizei war sehr beeindruckend“, sagt Hobelsberger.

Im Viertel gibt es seit Tagen nur ein Thema: „Es ist Gesprächsstoff hier in der Nachbarschaft“, bestätigt ein Anwohner, der mit seinem Nachbarn am Zaun steht und sich über den Zaun hinweg unterhält.

Die Nachbarschaft sei sonst ruhig, ordentlich und gepflegt. „Aber am Donnerstag klingelte plötzlich die Polizei an allen Türen, fragte uns, ob wir etwas gesehen oder gehört hätten – es war wie im Krimi“, erzählt der Mann besorgt.

Die alte, alleinstehende Dame war in der Gegend bekannt und beliebt. „Sie machte einen fitten Eindruck, fuhr auch noch mit dem Auto und hatte einen guten Bekannten, mit dem sie viel unternahm“, erzählt ein Nachbar von Waltraud E. „Das erinnert mich an den Raubmord von St. Jürgen“, sagt der Rentner. Im November 2014 drangen damals zwei Männer in das Haus eines 77-Jährigen ein, raubten ihn aus und ließen ihn schwer verletzt zurück – das Opfer verstarb. Nun hofft der Nachbar der Rentnerin, dass sich sein Verdacht nicht bestätigen wird. Der Tod der freundlichen Frau mache ihn sehr traurig. Und bald wäre die Rentnerin 86 Jahre alt geworden.

Auch Christoph Rediske macht sich Gedanken um den Vorfall. „Ich habe den Rettungswagen am Mittwoch gesehen und die vielen Polizisten am Freitag“, sagt er. Von seinem Balkon aus kann der junge Mann auf die vielen Bäume am Rande des Galeonenwegs schauen. „Solche schrecklichen Dinge passieren aber leider überall. Und hier im Viertel fühle ich mich sicher“, betont er.

Auch am Montagvormittag durchsuchte wieder eine Hundertschaft der Polizei den Lübecker Stadtteil Buntekuh. Quelle: Holger Kröger

Inzwischen hat sich die Lübecker Polizei zu dem Vorfall geäußert. Allerdings spricht sie nur äußerst vage von einem "Tötungsdelikt" und dass die 85-Jährige nach aktuellen Erkenntnissen "eines gewaltsamen Todes" gestorben sei. Die Beamten grenzen den Tatzeitraum auf die Zeit zwischen vergangenem Dienstag, 15 Uhr, und Mittwoch, 21 Uhr, ein. Zeugen, die etwas zur Aufklärung der Tat beitragen können, werden gebeten, sich unter Telefon 04 51/13 10 bei der Kriminalpolizei zu melden. In der Zwischenzeit waren die Hundertschaft und die Spurensicherung am Montagvormittag erneut in Buntekuh im Einsatz.

Tomma Petersen

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