Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Warten auf den Bafög-Bescheid
Lokales Lübeck Warten auf den Bafög-Bescheid
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:31 24.07.2017
Laura Mielke (21) hat ihren Antrag im März gestellt und noch immer keinen Bescheid bekommen. Quelle: Foto: Felix König

Im März stellte Hülya Bayram (40), die an der Dorothea-Schlözer-Schule eine Ausbildung zur Erzieherin macht, beim Amt für Ausbildungsförderung der Hansestadt Lübeck einen Antrag auf Schüler-Bafög. Danach herrschte Funkstille. Als sie in der vergangenen Woche bei der Behörde anrief, sagte man ihr: „Das wird noch dauern.“ Es ist gut vier Monate her, dass sich Schülerinnen der Dorothea-Schlözer-Schule öffentlich beschwert hatten über Bafög-Verfahren, die bis zu sieben Monate dauerten. Die Stadt gelobte damals Besserung – doch es scheint, als bekäme sie die Probleme nicht in den Griff.

Als sie bei der Verwaltung anrief, bekam Hülya Bayram den Rat, sich für vorübergehende Unterstützung ans Jobcenter zu wenden. „Ich habe dort einen Brief hingeschrieben. Jetzt warte ich auf eine Nachricht.“ Sie hat zwei Kinder, 16 und 13 Jahre alt – ob sie die Unterstützung bekommt, weiß sie noch immer nicht.

Nina Woelk (25) ärgert sich, dass sie ihren Bafög-Antrag nicht schon im vergangenen Winter gestellt hat. Sie wurde schon im Januar beim Amt vorstellig. „Uns wurde mitgeteilt, dass man erst im März die ersten Anträge stellen kann. ,Vorher setzen die sich da nicht ran‘, hieß es.“ Sie wartete also bis März. Danach herrschte auch bei ihr Funkstille. Mitte Juni rief sie an.

„Da hieß es auf einmal, alle müssen eine aktuelle Schulbescheinigung einreichen“, sagt sie – zusätzlich zu der vom Anfang des Schuljahrs. Die habe bisher immer ausgereicht, sagt Woelk. Die Mitarbeiterin der Verwaltung habe sie gebeten, die Änderung ihren Mitschülern mitzuteilen. Die Bearbeitung des Antrags könne noch ein bisschen dauern. „Sie hat gesagt: ,Wir bearbeiten jetzt erst die Anträge von Januar und Februar.‘ Das ist nett, wenn man mir erst sagt, dass ich meinen Antrag nicht vor März einreichen soll.“

Laura Mielke (21), Klassenkameradin von Hülya Bayram und Nina Woelk, ist Kummer mit dem Bafög-Amt schon gewohnt: Letztes Jahr wartete sie von Mai bis November auf ihren Bescheid. Dieses Jahr stellte sie ihren Antrag schon im März. „Danach habe ich gar nichts mehr gehört. Ich habe ganz oft versucht anzurufen, aber da geht nie jemand ans Telefon.“ Diese Woche habe sie persönlich vorgesprochen. „Die Mitarbeiterin hat mir gesagt, mein Antrag wurde am 30. Mai bearbeitet, aber sie konnte mir auch nicht sagen, warum da kein Bescheid rausgegangen ist.“ Jetzt wird sie zum Jobcenter gehen. „Wenn man so in der Schwebe hängt, ist das kein gutes Gefühl.“

Die Schilderung dieser Fälle stützt sich auf die Angaben der Betroffenen. Die Stadtverwaltung, der die LN per E-Mail eine detaillierte Aufstellung zukommen ließ, bittet in einer schriftlichen Stellungnahme um Verständnis dafür, dass auf Einzelfälle nicht eingegangen werden dürfe und könne. „Wir versichern aber, dass wir uns die genannten Anträge unmittelbar vornehmen werden“, schreibt Valessa Glisovic, stellvertretende Stadtsprecherin. Seit den Beschwerden über Probleme bei der Antragsbearbeitung habe es viele organisatorische Änderungen gegeben. „(Wir) müssen nun jedoch auch zusätzlich mit erheblichen personellen Wechseln umgehen.“ Wegen der Veränderung der Arbeitsabläufe werde es auch in diesem Jahr zu „leichten Verzögerungen“ kommen.

Politik unter Druck

In einem Brandbrief hatten Vertreter der Dorothea-Schlözer-Schule nach der ersten LN-Veröffentlichung zu dem Thema im vergangenen März Druck auf die Politik ausgeübt. Schüler hatten bis zu sieben Monate auf ihre Bescheide gewartet. Die Stadtverwaltung gestand damals technische und personelle Probleme ein.

Sozialsenator Sven Schindler bat in der Bürgerschaft um Entschuldigung für die langen Wartezeiten.

Die Hansestadt ist für die Verteilung des Schüler-Bafögs zuständig. Studenten beantragen die Förderung beim Studentenwerk.

Hanno Kabel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Graue Wolken, bunte Schirme, nasse Füße – und fröhliche Besucher auf der Travemünder Woche.

24.07.2017

Es ist die 29. Konzertreise der 40 Sänger.

24.07.2017

Am 8. Oktober gehen auch Kinder der Kita Kerckringstraße beim „Marathon“ an den Start.

24.07.2017
Anzeige