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Lübeck Was Jung und Alt glücklich macht
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20:25 07.07.2017
Ursula Kloetzen (93) wird von Tim (7), Johann (7), Bent (7) und Kalle (6, von links) zum Thema Glück interviewt. Quelle: Fotos: Cosima Künzel

St. Gertrud Auf der Suche nach dem Glück muss man nur in die Augen der alten Menschen schauen, die an diesem Tag Besuch bekommen. 13 Kinder wollen mit den Senioren aus der DRK-Einrichtung in Israelsdorf über Dinge sprechen, die ihr Herz erwärmen und haben sich dazu Interviewfragen ausgedacht. Es ist der Abschluss eines halbjährigen Projektes der Kita und der Betreuten Grundschule Lauerholz/Israelsdorf.

Im Seniorenzentrum Israelsdorf sprechen Kinder mit den Bewohnern über das große Gefühl.

Jonathan (5) streckt Erika Rupprecht (84) das selbstgebastelte Mikrofon entgegen, und Bengt (8) fragt: „Was hat sie als Kind glücklich gemacht?“ Die ältere Dame aus dem Senioren- und Pflegezentrum lächelt und antwortet prompt: „Wenn ich mit meiner Zwillingsschwester draußen spielen konnte, das war schön“, sagt sie. Damals habe es ja noch nicht so viele Autos gegeben und man konnte auf der Straße Kippel-Kappel oder Volleyball spielen. „Und was macht Sie heute glücklich?“, will Kim-Jula (8) wissen, nachdem die Zweitklässler alles notiert haben. „Ach heute“, schmunzelt die 84-Jährige, „heute freue ich mich, wenn ich morgens aufwache, mir nix weh tut und die Sonne scheint.“

Um den Senioren ihre Fragen zu stellen, haben die Kinder im Alter von fünf bis neun Jahren Gruppen gebildet und gehen durch den Aufenthaltsraum. Dort hängen auch Plakate, die die Bewohner und die Kinder in den vergangenen Monaten gestaltet haben. Denn das Thema Glück beschäftigt Alte und Junge seit Monaten. „Wir haben schon im Januar begonnen, das Glück zu thematisieren“, erklärt Moritz Stahl. Der pädagogische Leiter der Kita und der Betreuten Grundschule der Schule Lauerholz, Zweigstelle Israelsdorf, hat das Projekt gemeinsam mit den Erzieherinnen Simone Greiser und Sonja Kirch initiiert. Zunächst wollten sie nur kurz über das Thema sprechen, aber dann war es für alle so spannend, dass daraus ein halbes Jahr und eine Kooperation mit der Senioreneinrichtung wurde. „Wir haben gesungen, gebastelt, eine Ausstellung gemacht, Theater gespielt und vieles mehr.“

Als sie am Abschlusstag über die Ergebnisse reden, fällt ihnen auf, dass kaum materielle Dinge aufgelistet sind. Stattdessen machen „Umarmungen“, „ein Lächeln“, „meine Familie“, „ein Ausflug“ oder „Musik machen“ glücklich. Für Moritz Stahl und Kolleginnen ist das Besondere nicht nur der Lerneffekt und die Erfahrungen für die Kindern, sondern auch die positiven Aspekte für beide Seiten. „Die Kinder sind stolz, dass sie hier etwas präsentieren dürfen. Und die alten Menschen genießen die Lebendigkeit der Kinder, und dass sie aus ihrem Leben erzählen dürfen.“ Inzwischen sind auch die anderen Gruppen mit ihren Zetteln unterwegs und Ursula Kloetzen (93) erzählt von ihrer Kindheit. „Wir hatten ein Boot“, sagt die Lübeckerin, „es war herrlich, damit unterwegs zu sein.“ Auf die Frage, was sie an diesem Tag glücklich gemacht habe, fällt der rüstigen Dame zuerst nichts ein. „Tja. . .“, meint sie, überlegt lange und klatscht dann in die Hände. „Dass wir heute hier zusammen sind, das ist doch prima.“ Sie sei nämlich Kindergärtnerin gewesen, und das habe ihr immer viel Spaß bereitet. Da horcht Erika Rupprecht am Nebentisch auf. „Das gibt es ja nicht, ich war auch Kindergärtnerin“, ruft sie und kann kaum glauben, dass die beiden Bewohnerinnen das nicht von einander wussten. „Wir sind schließlich Nachbarn und sitzen auch beim Essen nebeneinander.“ Da lachen sie beide und als die Kinder später gehen, plaudern die beiden Damen immer noch und sehen dabei richtig glücklich aus.

Cosima Künzel

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