Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Was ist Glück?
Lokales Lübeck Was ist Glück?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:41 16.06.2017
Die Teenager des Carl-Jacob-Burckhardt-Gymnasiums sprachen gestern über verschiedene Glücks-Konzepte der Philosophie. Quelle: Foto: Nina Gottschalk
St. Lorenz Nord

Was ist Glück? Wo findet man es? Ist es zufällig oder vorherbestimmt? Mit diesen Fragen beschäftigten sich Schüler des Carl-Jacob-Burckhardt-Gymnasiums gestern Vormittag. Dazu hatten sie Markus Tiedemann eingeladen, der mit ihnen über die Kategorisierungen des Glücks sprach, über Glück als Schicksalsfrage der Menschheit. Über Aristoteles, der Glück als das höchste Gut ansah. Und wie man diesen Zustand erreichen kann. Über Epikur, für den Glück Lust bedeutete. Über die Stoiker, die Gleichgültigkeit und Bedürfnislosigkeit als Garant für Glück kultivierten, und über den Misanthropen Schopenhauer, für den Glück nur eine Illusion war.

Was ist Glück? Podiumsdiskussionen an Lübecker Schulen

Auf Initiative der Lübecker Nachrichten gibt es bis Schuljahresende Podiumsdiskussionen zum Thema „Glück“ an Schulen in Lübeck. Die Schwerpunkte setzen alle teilnehmenden Schulen unterschiedlich.

Die nächste Glücks-Veranstaltung ist am 17. Juli im Johanneum.

„Schopenhauer und Nietzsche treffen sich auf einer Party“, veranschaulicht Tiedemann die verschiedenen Herangehensweisen. „Schopenhauer nörgelt: Es ist doof hier, gleich zu Ende, warum sind wir überhaupt hier? In spätestens fünf Stunden kommt ohnehin die Polizei, weil es so laut ist. Nietzsche dagegen sagt: Es geht nicht darum, dass die Feier bald vorbei ist, sondern es ist sensationell, dass sie überhaupt stattfindet.“

In einem kreativ gestalteten Video zeigten Schüler des Philosophiekurses (Klasse 9) ihre eigenen Gedanken zum Thema Glück: „Glück ist wie eine Achterbahnfahrt. Glück ist ein Abenteuer. Glück ist wie Fliegen. Aber das alles sind nur Worte. Glück ist mehr“, schreibt Lena (15). Und Frederike (15) formuliert es so: „Stell dir mal vor, jeder täte nur das, was er mag: Blumen pflanzen, im Regen tanzen, einen endlos ganzen Tag lang nichts machen, lachen, verrückte Sachen tun – die Glücksmomente sind oft so unscheinbar.“

In Arbeitsgruppen diskutierte das junge Publikum die Alltagstauglichkeit der unterschiedlichen Glückstheorien und präsentierte eigene Gedanken. „Sein Glück kann jeder selbst bestimmen“, „vollkommenes Glück ist nie möglich, weil man immer mehr will“, und „um Glück zu empfinden, muss man auch Trauer fühlen“.

Dazwischen gab es Beiträge des Chors, der Trommelgruppe, Glückssonette von den Abiturienten, vorgelesen von Sechstklässlern, eine souveräne und sympathische Moderation von Finn (17) – und Glückskekse: „Wer einen Fehler gemacht hat, und ihn nicht korrigiert, begeht schon den zweiten.“ Ein Fehler könne sein, nur sein Glück ohne Werte wie Sinnhaftigkeit und Freiheit zu bedenken.

„Manchmal entscheidet man sich gegen das eigene Glücksgefühl, um das Richtige zu tun und dafür in den Spiegel schauen zu können“, gab Tiedemann zu bedenken.

ng

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Eric Warburg verhinderte 1943 die völlige Zerstörung der Altstadt – Private Initiative für Gedenktafel.

20.06.2017
Lübeck St. Lorenz Nord - Klassiker im Hoftheater

Böll-Stiftung präsentiert am Montag „Ansichten eines Clowns“.

16.06.2017

Die Drehbrücke wurde vor 125 Jahren gebaut – Heute und morgen sind Tage der Industriekultur.

16.06.2017
Anzeige