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22:15 17.09.2013
Stephan Rauhut (47) und Hildegard Jansen (52) vor der alten Bäckerei in der Langen Reihe: Die Anwohner wollen, dass die beschauliche Atmosphäre ihrer Wohngegend erhalten bleibt. Quelle: Foto: Lena Schüch

Wild überwuchert ist der ehemalige Obstgarten an der Ecke Neustraße/Großer Vogelsang in St. Gertrud. Das anliegende Haus ist baufällig, die Fenster sind verrammelt. „Schon um die 20 Jahre kümmert sich niemand mehr richtig um das Grundstück, es ist zusehends verfallen“, sagt Stephan Rauhut, Bewohner der Straße. Auf der anderen Seite, von der Langen Reihe kommend, geht es weiter:

Das ehemalige Bäckerei- und Konditoreigebäude des Bäckers Willy Bannow ist mit Graffiti besprüht, wird aber noch bewohnt. In das anliegende ehemalige Milchgeschäft wirft Rauhut einen kurzen Blick:

„Da lagern Autoteile, sicher schon seit vielen Jahren.“ Und auch das Eckhaus, einst ein Blumengeschäft, wurde lange nicht mehr betreten: Insgesamt 1000 Quadratmeter liegen brach. „Immer wieder gab es Leute, die kurzzeitig in den Gebäuden gelebt haben“, sagt Hildegard Jansen, die in der Nähe wohnt. „Aber nie wurde ein einzelner Teil des Grundstücks verkauft.“

Als kürzlich die Witwe des Bäckers und Besitzers des Geländes verstarb, gingen Grund und Gebäude an einen Erben, der noch nicht abschließend festgelegt hat, was nun auf das Grundstück gebaut werden soll. Doch die Befürchtungen der Anwohner sind groß. „So ein großes Grundstück in dieser Lage interessiert die Baulöwen natürlich“, sagt Jansen. „Wir machen uns Sorgen, dass alles abgerissen und dort ein großer Wohnblock hingebaut wird.“ Schon eine alte Villa im Großen Vogelsang wurde abgerissen und durch ein neues Wohnhaus ersetzt, das ihrer Meinung nach nicht gut ins Umfeld passe. Es sei „zu klotzig“. Die Nachbarschaft will ihr „Dorf“— wie sie ihre Siedlung mit den kleinen Häuschen zwischen Burgfeld und Stadtpark nennt — möglichst historisch erhalten. Denn im 19. Jahrhundert war es ein Handwerkerviertel. Aus dieser Zeit stammen die meisten, häufig aufwendig restaurierten Häuser, auf welche die Bewohner besonders stolz sind. „Wir würden uns wünschen, dass man versucht, die alten Gebäude zu renovieren oder dort kleine Häuser hinzusetzen, die zu den anderen in der Straße passen“, sagt Bewohner Rauhut.

Laut Aussage der Stadt sei das Grundstück privat, aber trotzdem würde die Bauaufsicht immer prüfen, dass etwas gebaut werde, das sich in das Umfeld einfüge. Ein Abrissantrag sei geprüft worden. „Es wurde ein Bauvorhaben angefragt, das von einem zweigeschossigen Wohnhaus mit Dachgeschoss ausgeht“, sagt Stadtsprecher Marc Langentepe. „Dies ist grundsätzlich möglich.“ Weiterhin rät der Stadtsprecher allen Anwohnern bei solchen Fällen direkt bei der Bauaufsichtsbehörde nachzufragen. Langentepe: „Dann gibt es unmittelbar Auskunft und es kommt zu keinen Missverständnissen zwischen den Nachbarn.“

„Wir haben Sorgen, dass ein Wohnblock gebaut wird.“
Hildegard Jansen (52)

Lena Schüch

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