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Lübeck Was wird aus dem Kiosk am Holstentor?
Lokales Lübeck Was wird aus dem Kiosk am Holstentor?
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22:22 08.07.2016
Ist das ein Denkmal, oder kann das weg? Die Stadt wollte den kleinen Kiosk abreißen lassen – nun steht er unter Denkmalschutz. Quelle: Holger Kröger
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Das runde Dach ist das Erkennungsmerkmal des kleinen Kiosks am Holstentorplatz. In den 1950er-Jahren wurde das sechseckige Gebäude errichtet, heute ist es nicht mehr in seinem allerbesten Zustand. Die Jahre haben ihre Spuren an dem kleinen Häuschen hinterlassen. Ein Grund, warum die Besitzerin, die Stadt Lübeck, den Kiosk loswerden wollte. Man wartete nur noch darauf, dass der Pachtvertrag des Mieters auslief. „Der Kiosk sollte nach Ablauf des Mietvertrages abgerissen werden“, bestätigt Stadtsprecherin Nicole Dorel. Eigentlich hätte der Vertrag bis Oktober dieses Jahres bestanden, der letzte Pächter sei aber insolvent. Eine Idee für einen Neubau oder ein neues Konzept auf dem Holstentorplatz habe es aber nicht gegeben. Der Kiosk sollte erstmal nur weg.

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Das runde Dach ist das Erkennungsmerkmal des kleinen Kiosks am Holstentorplatz. In den 1950er-Jahren wurde das sechseckige Gebäude errichtet, heute ist es nicht mehr in seinem allerbesten Zustand.

„Gegen den letzten Mieter wurde im Oktober 2015 das Insolvenzverfahren eröffnet“, sagt Dorel. Deshalb sollte der Kiosk früher abgerissen werden. Die Rechnung ging allerdings nicht ganz auf, denn der Denkmalschutz schaltete sich ein. „Die Denkmalpflege hat den Kiosk kurz vor dem geplanten Abbruch unter Schutz gestellt“, berichtet die Stadtsprecherin. Die sechseckige Grundstruktur des Gebäudes und das runde Dach seien schützenswerte Besonderheiten. Sobald die Details des Denkmalschutzes geklärt sind, soll der Kiosk wieder vermietet werden. Das kleine Haus neben Lübecks Wahrzeichen steht deshalb nicht nur unter Schutz, sondern auch leer.

„Durch den Insolvenzverwalter wurde das Inventar wegen Geringwertigkeit aus der Insolvenzmasse entlassen“, erklärt Stadtsprecherin Dorel. Nachdem der Pächter seine Besitzansprüche auf die Einrichtung abgegeben habe, konnte die Hansestadt Lübeck nun das Inventar entsorgen.

Karim Ghoudi (38), Wirt von „Lübke’s Speicher“ an der Obertrave, war einmal Pächter des Kiosks am Holstentorplatz. „Ich hatte dort zwei Jahre lang eine kleine Pizzeria – das Geschäft lief sehr gut“, sagt Ghoudi. Dass der Kiosk bald wieder vermietet werden soll, ärgert ihn.

„Ich wäre so gern länger dageblieben, aber ich bekam immer nur kurze Mietverträge, weil die Stadt sagte, dass sie das Gebäude abreißen wolle“, erklärt er. 2012 habe er dann den Kiosk verlassen. „Mit längeren Mietverträgen würde das Gebäude sehr attraktiv werden“, glaubt Ghoudi. Er selbst hatte den Kiosk damals sogar renoviert. Ideen für die kleine Bude gibt es bereits viele. „Der Kiosk hat eine Lage mit viel Potenzial und einer hohen Besucherfrequenz“, erklärt Christian Martin Lukas, Geschäftsführer des Lübeck und Travemünde Marketing (LTM). Er wünscht sich ein gastronomisches Konzept mit Kultcharakter – für die Gäste, die sich das Wahrzeichen ganz in Ruhe aus der Nähe anschauen möchten.

Die Lübecker sehen das neue Denkmal positiv. „Ein Abriss wäre sehr teuer gewesen“, findet Ursula Mellmann. Thomas Zenkl hat schon eine Idee für das Gebäude: „Ich wünsche mir einen Fahrradladen, da sich in unmittelbarer Nähe ein Radweg befindet.“

 Tomma Petersen

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