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Lübeck Wasserkunst: 90 Millionen Euro für neues Wohnviertel
Lokales Lübeck Wasserkunst: 90 Millionen Euro für neues Wohnviertel
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20:44 03.08.2017
Exklusive Lage am Wasserturm: Die riesigen Betonpfähle sollen die Villen später tragen. Jetzt kürzen Arbeiter sie mit Presslufthammern ein. Quelle: Felix König

Es ist eine Mondlandschaft. Riesige Betonpfähle recken sich gen Himmel – einer neben dem anderen. Derzeit gleichen die 40 000 Quadratmeter zwischen Ratzeburger Allee und Wakenitz der Szenerie eines Science-Fiction- Films. Doch auf diesem Areal entsteht eines der größten neuen Wohngebiete der Stadt – mit Platz für 400 bis 500 Menschen. Dort wird Lübecks neues Luxus-Viertel „Die Wasserkunst“ gebaut. Mit Villen und viel Grün. 90 Millionen Euro investiert die Hamburger B&L Primus. Wer dort wohnen will, muss mindestens 300 000 Euro mitbringen, er kann aber auch locker 800 000 Euro ausgeben. Von den 223 Häusern und Wohnungen sind 65 Prozent verkauft. Die meisten an Lübecker: 80 Prozent der neuen Bewohner kommen aus der Hansestadt. Ende 2018 ziehen die ersten ein. Mitte 2019 soll alles fertig sein.

Auf dem Areal an der Wakenitz werden jetzt die Häuser und Wohnungen errichtet – Mehr als die Hälfte ist schon verkauft.

„Jetzt starten wir mit dem Hochbau“, sagt B&L-Projektleiter Stefan von Berg. Bisher hatten die Bauarbeiter vor allem mit dem schlechten Baugrund zu kämpfen. „Er besteht aus viel Torf“, sagt Matthias Rudolph, der für die technische Seite des Projektes verantwortlich ist. Erst wurden 60 000 Kubikmeter Erde ausgehoben. Fast 600 Pfähle haben die Bauarbeiter dann in den Boden gedrückt, damit die Häuser auf stabilem Grund stehen. Außerdem hat das Gelände ein enormes Gefälle. Daher gibt es 300 Meter Trägerbohlwände, die das Erdreich vor dem Abrutschen schützen. Das sind Stahlträger, die in den Boden gerüttelt wurden, verbunden sind sie mit Holzwänden. An einer sehr hohen Stelle wurden auch Spundwände gesetzt.

„Es ist ein komplexes Bauvorhaben“, sagt von Berg. Daher hat eine Spezialfirma die Erdarbeiten erledigt. Nun ist die Berliner Firma ECB als Generalunternehmer mit dem Bauen der Häuser betraut. „Wir wollten gern ein Lübecker Unternehmen beauftragen“, sagt von Berg. Aber: „Die waren alle ausgebucht.“ Daher habe es einige Zeit gedauert, den richtigen Generalunternehmer zu finden. Seit dieser Woche ist er jetzt im Einsatz.

Das neue Wohnviertel an der Wasserkunst ist in drei Quartiere geteilt. Nummer eins: In Richtung Ratzeburger Allee entstehen zwei Gebäuderiegel mit 74 Mietwohnungen. Diesen Teil hat B&L an einen anderen Investor verkauft. Dahinter werden in einem Dreieck 25 Reihenhäuser platziert – oder Townhouses wie B&L sie nennt. In der Mitte ist ein Spielplatz vorgesehen. Unter diesem Areal wird eine Tiefgarage mit 62 Stellplätzen gebaut. Aktuell ist davon noch gar nichts zu sehen. Wer jetzt auf das Gelände blickt, schaut auf eine plan gemachte Fläche, eingefasst von Trägerbohlwänden.

Nummer zwei: Dieses Areal besteht aus zwölf Stadtvillen, die 106 Eigentumswohnungen beherbergen. Von diesen Stadtvillen steht die Hälfte auf den ins Erdreich gedrückten Pfählen – pro Haus 40 bis 50 Stück. Außerdem wird unter den Stadtvillen eine Tiefgarage mit 140 Plätzen gebaut. Zwischen den Stadtvillen wird es keine Autos geben. Die Bewohner kommen via Fahrstuhl in ihr Zuhause. Quartier Nummer eins und zwei werden getrennt durch eine Straße. Die Einfahrt ist an der Ratzeburger Allee 11. Derzeit ist es die Zufahrt für die Bagger. Später wird es die Straße in die Tiefgarage des zweiten Quartiers sein. Zurzeit werden dort die riesigen Pfähle von den Bauarbeitern etwas gestutzt – so dass sie alle auf einer Ebene stehen. Darauf werden dann die Bodenplatten der einzelnen Stadtvillen aufgebracht.

Viertel Nummer drei ist die absolute Luxus-Lage an der Wakenitz. Dort werden acht Villen am Wasser gebaut, die etwa 18 Eigentumswohnungen beherbergen. Wie viele in jedem Gebäude ist noch unklar. Das hängt von den Käufern ab. Zudem wird dieses Quartier erst etwas später errichtet.

Eine Übersicht aller neuen Baugebiete der Stadt finden Sie am Sonntag auf einer Doppelseite in den LN.

Großprojekt

2011 kündigte die Hamburger Projektgesellschaft Primetas das Projekt Wohnen an der Wakenitz an – ein Zusammenschluss der beiden Firmen Imetas und Primus. Doch sie bekamen das Großprojekt finanziell nicht gewuppt. Ende 2013 stieg die B&L- Gruppe aus Hamburg ein und erwarb Anteile. Sie firmiert unter dem Namen B&L Primus Grundstücksgesellschaft Lübeck Wakenitz GmbH und Co. KG.

 Josephine von Zastrow

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