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Lübeck Wasserkunst wird zum Villen-Viertel
Lokales Lübeck Wasserkunst wird zum Villen-Viertel
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15:05 19.03.2016
Stadtvilla am Wasserturm: Zwölf solcher Gebäude werden errichtet. Entworfen wurden sie von drei Architektenbüros. Quelle: Be Architekten Berlin

Es ist eine versteckte Ecke. Und eine lauschige dazu. Das Areal ist mit 38 000 Quadratmetern riesig, aber von der Ratzeburger Allee und der Wallbrechtbrücke kaum zu sehen. Es liegt direkt an der Wakenitz. In der Mitte ragt der Wasserturm von 1867 empor. Ihn umgeben hohe, rauschende Bäume. Davor ist das Gelände schon plan gemacht. Wo einst noch die Gebäude zur Wassergewinnung der Stadtwerke standen, erstreckt sich eine große, erdige Fläche. Dort werden demnächst die ersten Häuser des Wohnquartiers „Neue Wasserkunst“ errichtet. Die Hamburger B&L Gruppe investiert 80 Millionen Euro. Es entstehen 230 Wohnungen und Häuser. Davon 74 Mietwohnungen — und 136 im Eigentum. Deren Größen variieren zwischen 60 und 220 Quadratmetern. Die Kaufpreise liegen zwischen 300000 und 700000 Euro. Nach Angaben von B&L gibt es bereits 30 bis 40 Kaufinteressenten.

Los geht es im Spätsommer — Bauzeit beträgt zwei Jahre — Hamburger Unternehmen investiert 80 Millionen Euro — Eigentumswohnungen gibt es ab 300000 Euro — Schon 30 bis 40 Kaufinteressenten.

Los geht es im Spätsommer. Und damit drei Jahre später als gedacht. Ursprünglich sollte der Baustart 2013 sein. Doch den Investoren fehlte der finanziell lange Atem, und die Hamburger stiegen ein.

Sie peilten zunächst 2015 als Baubeginn an. Jetzt hat es noch ein Jahr länger gedauert. „Es ist ein großes Vorhaben“, sagt Projektleiter Stefan von Berg. Da habe es im Bebauungsplanverfahren viel zu bedenken gegeben. Denn auf dem Areal werden künftig 400 bis 500 Menschen leben. Es ist ein völlig neues Quartier.„Das greift in die Stadtplanung ein“, so von Berg.

Jetzt muss die Bürgerschaft noch die letzte Stufe des Bebauungsplans absegnen. Er soll Ende April auf der Tagesordnung stehen. Letzte Änderung: Die Politiker wollen, dass der vorgesehene Wanderweg direkt an der Wakenitz entlangführt. Er soll nicht durch das Wohnviertel führen, wie es die Stadtplanung vorgesehen hatte. Die wollte direkt an der Wakenitz ein Schutzgebiet für den Fischotter einrichten. „Ich bin da leidenschaftslos, ob wir einen Weg oder ein Schutzgebiet anlegen“, sagt von Berg. Die Gärten der sechs exklusiven Villen reichen sowieso nicht bis ans Wasser. Sie stehen 50 Meter vom Wakenitzufer entfernt, der Garten reicht bis 25 Meter heran. Die Villen haben 220 Quadratmeter Fläche, die sich auf zwei Geschosse plus Staffelgeschoss verteilen. Da das Gelände an der Stelle 7,60 Meter tiefer liegt als der Rest des Areals, wirken die Häuser niedriger, da nur ein Geschoss plus Staffelgeschoss zu sehen ist. Zudem entsteht ein u-förmiges Gebäude mit vier Eigentumswohnungen, es ist Richtung Wallbrechtbrücke platziert.

In der Nähe des Wasserturms ordnen sich zwölf Stadtvillen an mit 107 Wohnungen. Sie sind drei Geschosse plus ein Staffelgeschoss hoch. Ein Stück weiter zur Ratzeburger Allee werden 19 Townhouses für Familien gebaut. Sie werden in Reihe platziert, als zwei Seiten eines Dreiecks. Sie zählen zwei Geschosse plus Staffelgeschoss und sind 130 bis 150 Quadratmeter groß. In der Mitte entsteht ein Spielplatz. Die dritte Seite des Dreiecks bilden zwei Mehrfamilienhäuser, die an der Ratzeburger Allee gebaut werden. Dort sind 74 Mietwohnungen vorgesehen — die Größen variieren von 35 bis 100 Quadratmeter. Dort sind unter anderem Studenten-Apartments vorgesehen. Zwei Tiefgaragen werden unter den Townhouses und den Stadtvillen gebaut. Die Zufahrten zweigen von der Ratzeburger Allee und der Hohelandstraße ab.

„Es wird kein typischer Wohnungsbau“, sagt von Berg. Drei verschiedene Architektenbüros haben die Gebäude auf dem Gelände entworfen. „Damit jedes Haus seine eigene Identität erhält.“

Das Trinkwasser

1867 wurde der Wasserturm gebaut — und die Wasserversorgung zentralisiert. Ein Meilenstein. Weil in Lübeck viel Bier gebraut wurde, brauchte Lübeck auch viel Wasser. 1890 wurde der Turm daher ausgebaut. Das Wasser wurde damals in Becken gereinigt. Bis 1972 wurden die Lübecker von hier aus mit dem Wasser der Wakenitz versorgt. Heute kommt das Trinkwasser aus den Grundwasserwerken Kleinensee, Klein Disnack und Vorwerk. Einen Teil des Wassers liefert das Wasserwerk Großhansdorf.

Von Josephine von Zastrow

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