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Lübeck Waterfront: Im Juli kommen die ersten Touristen
Lokales Lübeck Waterfront: Im Juli kommen die ersten Touristen
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08:33 08.04.2017
Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD, l.) spricht mit Sven Hollesen und seiner Partnerin Sybill Kolander. Quelle: Fotos: Ulf-Kersten Neelsen
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Travemünde

Der Andrang war gewaltig. Unablässig schipperte die Personenfähre die Gäste auf den Priwall. Mitten auf der riesigen Baustelle stand das Festzelt. „Das mussten wir in den letzten Tagen noch zwei Mal verlängern“, berichtete der strahlende Bauherr. Sven Hollesen, Chef der Planet-Haus- Gruppe, verbuddelt zwischen Südermole und Mecklenburger Landstraße 152 Millionen Euro. Gestern war Richtfest für den ersten Bauabschnitt. 450 geladene Gäste – vom Wirtschaftsminister des Landes über Handwerker bis zu den Käufern der Ferienwohnungen – füllten das Zelt bis auf den letzten Platz und mussten ordentlich Gammel Dansk trinken.

Richtfest auf dem Priwall mit 450 Gästen und 1000 Hotdogs.

„Wir drehen jetzt das große Rad“, versprach Hollesen, der den „161 Handwerkern dankte, dass sie die Materialien einigermaßen in Form gestapelt haben“. Sechs Promenadenvillen mit 51 Wohnungen und drei Dünenvillen mit 15 Wohnungen sind derzeit im Bau. Bereits im Juli dieses Jahres erwartet Hollesen die ersten Touristen. 315000 Übernachtungen braucht Waterfront jedes Jahr, damit die Kalkulation aufgeht. 2019 soll die gesamte Anlage fertig sein. „Wir wollen 15 bis 20 Nationen hierherbringen“, erklärte der Investor.

„Im 21. Jahrhundert kommt Travemünde ganz nach vorne“, ist Wirtschaftssenator Sven Schindler (SPD) überzeugt. Er sieht das Ostseebad mit einem fertigen Waterfront-Projekt auf Augenhöhe mit Kühlungsborn, Grömitz und Timmendorfer Strand. „Wir wollen an die Spitze der ersten Liga“, sagte Schindler. Travemünde trete mit Waterfront „aus dem Schatten der kleinen Anbieter in die Reihen der großen Seebäder“, bestätigt Kurdirektor Uwe Kirchhoff. Die Bettenzahl werde sich auf 7000 verdoppeln. „Das ist ein Tag der Freude, aber auch eine Herausforderung“, sagte der Kurdirektor, „denn diese Betten müssen auch in der Nebensaison gefüllt werden.“

„Wir haben uns in den Priwall verliebt“, erzählten Dagmar und Carsten Gissel aus Hannover.

Dafür sollen die Reiseveranstalter Novasol und Landal sorgen. „Hollesen holt die Skandinavier und die Holländer nach Deutschland“, sagte Bernd Muckenschnabel, Aufsichtsratschef von Novasol, „das ist nicht nur eine Bereicherung für Travemünde, sondern fast eine Wiederbelebung der Hanse.“ Geradezu ins Schwärmen geriet Alex Lolkema, der für Deutschland, Österreich und Schweiz zuständige Manager von Landal: „Hollesen ist wie Martin Luther King – er hat einen Traum.“

Über 160 Familien haben bereits Ferienwohnungen bei Priwall Waterfront gekauft. „Drei Notare arbeiten 24 Stunden am Tag an den Verträgen“, scherzte Hollesen. „Wir haben uns in den Priwall verliebt“, erzählten Dagmar und Carsten Gissel aus Hannover. Im Internet hatten sie von dem Projekt erfahren, waren dann auf den Priwall gereist und besitzen jetzt eine Wohnung in der Dünenvilla 9. „Das Projekt ist zukunftsorientiert und für uns auch eine Geldanlage“, sagte Dagmar Gissel, „ab und zu werden wir die Wohnung nutzen, aber die meiste Zeit vermieten.“ Je nach Lage kann man hier viel Geld anlegen – die günstigsten Wohnungen kosten 4000 Euro, die teuersten 8000 Euro pro Quadratmeter.

Sichtlich stolz präsentierte Hollesen seinen prominenten Gästen die ersten fertigen Wohnungen – mit Blick auf Passat und Riesenrad und mit „einem erotischen Dampfbad“. Der Novasol-Katalog verrät erste Preise für die Promenadenvillen – sie schwanken zwischen 284 und 556 Euro pro Woche.

 Kai Dordowsky

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