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Lübeck Waterfront: Uferbefestigung kostet 500 000 Euro mehr
Lokales Lübeck Waterfront: Uferbefestigung kostet 500 000 Euro mehr
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13:02 30.03.2016
Alles neu: Die Spundwände sind bereits fertig, nun wird eine neue Steganlage gebaut, die um den Passathafen herumführt. Quelle: Wolfgang Maxwitat
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Travemünde

Es wird teurer: Das Ufer am Passathafen wird aktuell neu befestigt. Die Kosten dafür steigen um eine halbe Million Euro von 4,4 Millionen auf nun knapp 4,9 Millionen Euro. Das geht aus einem nicht-öffentlichen Papier hervor, das den LN vorliegt. Den größten Batzen zahlt davon die Stadt mit knapp 2,4 Millionen Euro. Das Land übernimmt 1,7 Millionen Euro.

Weitere 818 000 Euro an Einnahmen fließen in das Projekt — ein Teil des Geldes aus dem Grundstücksverkauf an Investor Sven Hollesen. Die Mehrkosten von exakt 470000 Million Euro stammen zum großen Teil aus einem Topf der städtischen Hafenbehörde Lübeck Port Authority (LPA) für die Flächenanhebung am Skandinavienkai. Der Bauausschuss hat die Mehrkosten abgesegnet. Ende April entscheidet der Hauptausschuss über die Mehrausgaben.

Investor Hollesen baut rund um den Passathafen eine neue Ferienanlage. Das Investitionsvolumen beträgt 130 Millionen Euro. Dieses Bauvorhaben ist der Anlass dafür, dass die Stadt das Ufer des Passathafens runderneuert — und zudem den Passathafen für rund 6,5 Millionen Euro zur Flaniermeile ausbaut. Davon zahlt das Land 4,7 Millionen, die Stadt übernimmt 1,8 Millionen Euro. Unterm Strich zahlt die Hansestadt für die neue Passatpromenade und die Uferbefestigung zusammen gut vier Millionen Euro.

Ab April können die Segler den Passathafen wieder nutzen. Im Sommer sind die Arbeiten am Ufer dann abgeschlossen. Nach der Saison wird dann die neue Promenade gebaut. Unterdessen laufen die Arbeiten am Waterfront-Projekt bereits. Sie sollen 2018 fertig sein.

Der Grund für die Mehrkosten der Uferbefestigung: Am Rande des Passathafens wurde Munition aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Im Detail: 433 Zünder, 166 spreng- und zündkräftige Kampfmittel, 44 Munitionsreste sowie vier Waffen und Waffenteile. Denn 1940 wurde der Passathafen unter dem Nazi-Regime zum U-Boot-Versorgungshafen umgebaut — inklusive Marine-Arsenal. Es soll dort auch eine Torpedo-Erprobungsstelle gegeben haben. Das Areal wurde 1945 völlig zerstört. Außerdem ist möglich, dass dort nach Kriegsende Munition vernichtet wurde.

Daher sind die Funde dort für Ulrich Pluschkell (SPD) nicht verwunderlich. „Überraschungen gibt es überall.“ Für Pirat Detlef Stolzenberg sind die halbe Million Euro Mehrkosten indes ein Warnsignal: „Das ist möglicherweise noch nicht das Ende der Fahnenstange.“ Stolzenberg fordert: „Wir sollten dort eine Obergrenze einziehen.“ Es könne nicht sein, dass so viel Steuergeld zum Vorteil eines privaten Investors ausgegeben werde.

Von Josephine von Zastrow

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