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Lübeck Weiher bei den Senioren: Lebenshilfe und Wahlkampf
Lokales Lübeck Weiher bei den Senioren: Lebenshilfe und Wahlkampf
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21:49 25.08.2017
Kultursenatorin Kathrin Weiher (55) spricht vor 60 Besuchern im Gemeinschaftshaus Nachtigallensteg. Quelle: Fotos: Hanno Kabel

Der Vortrag gehörte zu einer regelmäßigen Veranstaltungsreihe für Senioren. Katrin Krüger vom Trägerverein des Gemeinschaftshauses betonte in ihrer Einleitung: „Das ist keine politische Veranstaltung.“ Kathrin Weiher selbst stellte sich als Gerontologin und Soziologin vor, die 13 Jahre lang eine Diakoniestation in Braunschweig geleitet hat. Sie wies auch darauf hin, dass die zuständigen Senatoren Sven Schindler (SPD, Soziales) und Joanna Glogau (parteilos, Bauen und Verkehr) sind. Aber weite Teile ihres Vortrags deckten sich mit dem Förderprogramm für Senioren, das sie im Wahlkampf vorgestellt hatte – bei 50000 Menschen über 65 Jahren in Lübeck ein erhebliches Wählerpotenzial.

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60 Lübecker kamen zum Vortrag im Gemeinschaftshaus Nachtigallensteg – Es gab Tipps fürs Wohnen im Alter und auch politische Vorschläge.

Weiher sprach von der Uneinheitlichkeit des Alters – von dem Gegensatz zwischen den rastlosen Alten mit dem vollen Terminkalender und den Einsamen, Isolierten. Sie sprach davon, dass es in Lübeck mehr Altenheimplätze gebe als im Bundesdurchschnitt – aber zu wenige altengerechte Wohnungen. Sie gab Tipps für Neubauten: die Türen gleich ein Stück breiter machen, damit ein Rollator oder Rollstuhl hindurchpasst; die Dusche ohne Wanne und Rand.

Politisch wurde es spätestens, sobald sie auf die Pflegestützpunkte zu sprechen kam: Zwei seien zu wenig für die ganze Stadt. Sie forderte außerdem, „dass man die Nachbarschaftsbüros so ertüchtigt, dass sie sich auch um die Senioren kümmern können“. Es müsse mehr Begegnungsstätten wie das Gemeinschaftshaus geben, in dem sie ihren Vortrag hielt. „Dafür müssen wir uns als Stadt verstärkt einsetzen“, sagte sie, und es klang mit: ich als Bürgermeisterin.

Die meisten Fragen und Stellungnahmen aus dem Publikum bezogen sich auf lebensnahe Themen: schlechte, für Rollatoren ungeeignete Bürgersteige, Autofahren im Alter, altengerechte Wohnungen. Hannelore Andersen (71) hielt ein Plädoyer für das Miteinander der Generationen: „Das Alter muss eine Ablenkung haben, und die Ablenkung ist die Jugend.“

Gegen Ende aber stand ein Mann auf und hielt eine kleine Rede zum Thema Erbpacht – mit erkennbar vorbereiteten Formulierungen wie der, dass die Nachbesserungen der Bürgerschaft „den Gestaltungswillen für eine langfristige Lösung vermissen“ ließen. Kathrin Weiher verteidigte den Kurs ihres SPD-Kollegen Sven Schindler: „Wir sind Konsolidierungskommune. Wir müssen unsere Einnahmen steigern.“ Sie ließ aber durchblicken, dass das Thema nach ihrer Einschätzung noch nicht ganz vom Tisch sei. Schließlich gelang es ihr, die Diskussion wieder auf das Thema ihres Vortrags zu lenken. Zufrieden schloss sie: „Es war mir einfach eine Freude, mich mal wieder mit diesen Themen zu beschäftigen.“

 Hanno Kabel

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