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Lübeck Weitere Oberstufe an Gemeinschaftsschule in Lübeck gefordert
Lokales Lübeck Weitere Oberstufe an Gemeinschaftsschule in Lübeck gefordert
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12:35 16.04.2019
45 Prozent der Fünftklässler gehen auf ein Gymnasium, 55 Prozent haben sich für eine Gemeinschaftsschule entschieden. Quelle: dpa
Lübeck

Die Aufnahme der neuen Fünftklässler an den weiterführenden Schulen zum nächsten Schuljahr ist gelaufen. 1677 Schüler, die von den Grundschulen kommen, sind nach Angaben von Schulrat Helge Daugs verteilt. 757 Kinder (45 Prozent) wechseln auf die sieben Gymnasien, 305 (18 Prozent) auf die drei Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe und 615 (37 Prozent) auf die elf Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe.

Zwölf von 21 weiterführenden Schulen in der Hansestadt haben keine Kapazitäten mehr frei für die Aufnahme weiterer Fünftklässler, sagt Schulrat Helge Daugs. Quelle: Lutz Roeßler

„G 9 hat weiter keine Auswirkung auf das Anmeldeverhalten der Eltern in Lübeck“, stellt Schulrat Helge Daugs fest. Alle sieben Gymnasien sind mit Start des Schuljahres 2018/2019 zum langsameren Abitur zurückgekehrt. Bildungsexperten hatten vermutet, dass viele Eltern ihre Kinder dann wieder an den Oberschulen anmelden würden. Das war aber bereits zum Schuljahr 2018/2019 nicht der Fall.

So viele Schüler nehmen die Schulen auf

1677 Grundschüler wechseln zum Schuljahr 2019/2020 in die weiterführenden Schulen. Bei den Gymnasien nimmt diesmal die Ernestinenschule die meisten Fünftklässler auf (128). Nach Angaben von Schulrat Helge Daugs nehmen Johanneum, Katharineum, OzD und Thomas-Mann-Schule je 116 Schüler auf, das Burckhardt-Gymnasium 108 und das Trave-Gymnasium 57.

Bei den Gemeinschaftsschulen
mit Oberstufe nimmt St. Jürgen 118 Fünftklässler auf, die Prenski-Schule 94 und die Baltic-Schule 93.

Bei den Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe nimmt die Holstentor-Schule 92 Fünftklässler auf, 70 gehen zur Geibel-Schule, je 69 an die Schule an der Wakenitz und die Schule Tremser Teich, 68 an die Gotthard-Kühl-Schule, 62 an die Trave-Gemeinschaftsschule, 50 an die Albert-Schweitzer-Schule, 38 an die Heinrich-Mann-Schule, 34 an die Schule am Meer, 33 an die Julius-Leber-Schule und 30 an die Willy-Brandt-Schule.

Gemeinschaftsschulen mit gutem Ruf

Schulrat Daugs erklärt das mit dem guten Ruf der Gemeinschaftsschulen bei den Eltern: „Die sind hoch anerkannt.“ Außerdem hat Lübeck eine Regelung eingeführt, dass Gemeinschaftsschüler nach der zehnten Klasse auf einem der drei Beruflichen Gymnasien garantiert einen Platz auf dem Weg zum Abitur finden. Das hat Rechtssicherheit geschaffen.

Die Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe – Baltic, Prenski und St. Jürgen – mussten erneut Kinder abweisen, zusammen 124. Das geht seit Jahren so. 31 Prozent der Fünftklässler konnten 2018 nicht angenommen werden, 2017 waren es 30 Prozent und 2016 exakt 29 Prozent. „Die Eltern haben danach für ihre Kinder zu knapp 90 Prozent eine Gemeinschaftsschule ohne Oberstufe gewählt“, berichtet der Schulrat.

Weiterhin viele Ablehnungen

Doch Verwaltung und Schulleitern brennt das Thema auf den Nägeln. In einem aktuellen Bericht zur Schulentwicklungsplanung spricht die Verwaltung von der hohen Anziehungskraft der Gemeinschaftsschulen, die zum Abitur führen. „Es wird weiterhin viele Ablehnungen an diesen Schulen geben“, schreibt die Verwaltung.

An der Holstentor-Gemeinschaftsschule hält die Verwaltung eine gymnasiale Oberstufe für möglich. Quelle: Cosima Künzel

Deshalb soll die Einrichtung einer weiteren gymnasialen Oberstufe an einer Gemeinschaftsschule geprüft werden. Interesse hätten alle elf Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe signalisiert, sagt die Verwaltung. Und hat sogar schon Ideen: „Räumlich denkbar wäre es, den Mitteltrakt der Holstentor-Gemeinschaftsschule als Grundstock für die Einrichtung einer weiteren Oberstufe zu verwenden.“ Die Schule habe ein Konzept vorgelegt. Auch die Schulkonferenzen der Schule Tremser Teich und der Julius-Leber-Schule hätten beschlossen, eine Oberstufe zu beantragen.

Zusätzliche Räume für Gymnasien

Nach Ansicht der Verwaltung muss aber auch bei den Gymnasien räumlich nachgerüstet werden – auch wenn der Ansturm der Fünftklässler bisher ausgeblieben ist. Die Verwaltung von Bildungssenatorin Kathrin Weiher (parteilos) geht weiter davon aus, dass die Gymnasien 26 bis 30 zusätzliche Räume benötigen. Denkbar seien Anbauten, da, wo die Grundstücke das hergeben. Oder der Ausbau von Dachgeschossen. Für die OzD wurden dafür bereits 150 000 Euro in den laufenden, städtischen Haushalt eingestellt.

Kai Dordowsky

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