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Lübeck Weiterhin Millimeter-Arbeit im Quartier
Lokales Lübeck Weiterhin Millimeter-Arbeit im Quartier
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21:29 04.04.2016
Trotz Neuregelung im Quartier Falkenwiese ist es für die Feuerwehr immer noch sehr eng. Quelle: Di Fusco
St. Jürgen

 „Wir mussten etwas rangieren“, bestätigt Dietmar Schiemann von der Berufsfeuerwehr gegenüber den LN. Die drei Fahrzeuge, darunter eine Drehleiter, kamen am Sonntagnachmittag zunächst nicht um die Ecke an der Kreuzung Pelzerstraße.

Doch nur wenige Meter dahinter wurde es erneut eng: Weil in der ohnehin relativ schmalen Morkerkestraße nicht alle Autos sauber innerhalb der markierten Linien abgestellt wurden, waren seitens der Retter Außenspiegel-Gucken und Millimeter-Arbeit angesagt. „Wir mussten uns zwischen den Fahrzeugen hindurcharbeiten“, sagt Schiemann.

Immerhin ging es bei dem Einsatz nicht um Menschenleben. Nach Feuerwehrangaben hatte ein Rauchmelder in einer Wohnung angeschlagen, weil das Essen im Backofen zu qualmen angefangen hatte. Schiemann:

„Der Einsatz war schnell wieder beendet.“ Der Ofen wurde ausgeschaltet, anschließend mussten lediglich die Zimmer belüftet werden.

2013 klagten die Einsatzkräfte über unpassierbare Straßen. Gleichzeitig hatten sich auch viele Fußgänger beschwert, weil sie auf den Bürgersteigen nicht mehr durchkamen.

Daraufhin verteilte die Stadt plötzlich Knöllchen an Parksünder, nachdem jahrzehntelang das Wildparken geduldet wurde; das wiederum hatte heftige Anwohnerproteste zur Folge. Als Kompromiss ordnete die Stadt im August 2014 die Parkplätze neu und schuf nicht nur eindeutige Park- Areale, sondern auch ausgewiesene Freiflächen für die Feuerwehr (die LN berichteten).

Seitdem gab es eigentlich keine schwerwiegenden Behinderungen mehr. Die erste Härteprobe im Februar 2015 bei einem Brand in der Travelmannstraße verlief zufriedenstellend. Und auch sonst: „Bei Kontrollgängen in der Vergangenheit wurde festgestellt, dass die überwiegende Anzahl der Verkehrsteilnehmer korrekt parkt“, teilt die Stadt mit. Auch Retter Schiemann bestätigt: „Im Großen und Ganzen läuft es reibungslos.“ Im ersten Quartal 2016 wurden laut Stadt lediglich elf Fahrzeuge notiert, die illegal in Einmündungen standen. „Es handelte sich in der Regel um Fahrzeugführer, die nur kurz etwas ausgeladen haben.“

Den jetzigen Einsatz von Sonntag werde man aber untersuchen und seitens des Ordnungsdienstes gegebenenfalls darauf reagieren. Allerdings dauert die Auswertung bei der Feuerwehr an, die genauen Einsatzdetails waren gestern noch nicht bekannt. So gehen die Brandschützer unter anderem der Frage nach, ob wirklich zu viele Autos falsch standen oder eventuell die Löschfahrzeuge zu weit durchgefahren sind — anstatt bloß bis zu den Freiflächen.

Nächstes Viertel ist dran

782 legale Parkplätze entstanden mit der Neustrukturierung im Quartier Falkenwiese. Hinzu kamen 150 Dauerparkplätze im Parkhaus Falkenstraße. Davor waren es im Viertel 515 erlaubte plus 303 verbotene Stellplätze.

Die Hohelandstraße und Nachbarstraßen sollen als nächstes im Sommer oder Herbst umgestaltet werden. Allerdings wird die Parkplatzzahl dort von 1183 auf 1102 sinken. Die Stadt begründet den Schritt ebenfalls mit dem Durchkommen der Feuerwehr.

Von Peer Hellerling

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