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Lübeck Welle der Hilfsbereitschaft für 14-Jährigen
Lokales Lübeck Welle der Hilfsbereitschaft für 14-Jährigen
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08:58 02.08.2016
Jean-Paul Naumann (14) kann wieder lächeln. Quelle: Privat
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Lübeck

Eine Bankkarte und 150 Euro waren in dem Bayern-München-Portemonnaie, das der 14-jährige Sohn von Katrin Naumann am Donnerstag in der Schwartauer Landstraße verloren hat. Gerade, als er auf dem Weg war, um das Geld einzuzahlen, das er für eine Klassenfahrt im September dringend braucht.

Auf ihrer Facebookseite veröffentlichen die LN daraufhin einen Eintrag, um den Finder des Geldes zu suchen. Plötzlich entsteht in wenigen Minuten eine Welle der Hilfsbereitschaft. Zahlreiche Leser wollen einspringen und dem 14-jährigen Jean-Paul seine Klassenfahrt bezahlen. „Wenn das Portemonnaie nicht auftaucht, melden Sie sich bei mir – die Klassenreise ist gesichert“, schreibt ein User an die Mutter des Jungen. 1516 Mal wird der Beitrag weit über Lübecks Grenzen hinweg geteilt.

„Wir sind überwältigt“, sagt Katrin Naumann. Die Familie hatte gehofft, das Portemonnaie zurückzubekommen, „und jetzt kommen sogar Leute vorbei und geben Jean-Paul fünf Euro in die Hand“, sagt die Lübeckerin mit tränenerstickter Stimme. 60 Euro hat der 14-Jährige für seine Klassenfahrt schon von völlig Fremden bekommen. „Auf Facebook hat mir eine Frau geschrieben, dass sie Jean- Paul ein neues Portemonnaie schickt. Das ist rührend“, so Naumann.

„Ich bin gerade im Urlaub, aber sobald ich wieder in Lübeck bin, schicke ich das Portemonnaie rüber“, sagt Anne Lottermoser, die den Beitrag online gesehen hat. 150 Euro sind für die Naumanns viel Geld. „Ich wollte gar nicht um Geld bitten, aber so viele Menschen haben sich bei mir gemeldet und um meine Kontodaten gebeten“, sagt die Mutter.

Sogar in Celle wurde der Facebook-Aufruf gelesen. „Ich habe eine Mail an den FC-Bayern geschrieben, vielleicht erreicht man damit etwas“, sagt Martina Scheefeldt. „Aus Erfahrung weiß ich, wie schlimm es für viele Familien ist, auch nur 20 Euro zu verlieren.“ Wenn die 150 Euro zusammengekommen sind, will sich Katrin Naumann auf Facebook melden, denn sie möchte natürlich nicht zu viel Geld bekommen.

Hier geht es zum Facebook-Eintrag.

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