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Lübeck Weniger Autos in der Vorderreihe?
Lokales Lübeck Weniger Autos in der Vorderreihe?
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21:12 14.02.2018
Charmante Vorstellung: die Vorderreihe in Travemünde ohne Autos – zumindest zeitweise. Quelle: Fotos: Thomas Krohn
Travemünde

Die Radfahrer verhielten sich rücksichtslos, die Autofahrer rasten viel zu schnell, die Fußgänger beanspruchten die Straße unberechtigterweise für sich, und die Geschäftsleute blockierten mit ihren Ständern und Schildern den Gehweg. Es gab viel zu kritisieren. Lübecks künftiger Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) sowie der baupolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Harald Quirder, stellten sich den Fragen der Travemünder.

Beim Bürgergespräch des SPD-Ortsvereins Travemünde erhitzte ein Dauerthema erneut die Gemüter: die Verkehrssituation in der Vorderreihe. Dabei wurden die unterschiedlichen Fronten und Meinungen unter den etwa 50 Besuchern im Gesellschaftshaus deutlich.

Der SPD-Ortsvereins-Vorsitzende Claus Pätow stellte fest: „Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger geraten immer wieder aneinander. Durch die derzeitige Regelung sind Konflikte programmiert.“ Aus der Versammlung wurde unter anderem eine deutliche Beschilderung gefordert: „Dann weiß jeder, woran er ist.“ „Störend sind eigentlich die Autofahrer“, bemängelte eine Besucherin und sprach sich dafür aus, die Durchfahrt ausschließlich für Anlieger, Lieferanten und Hotelgäste freizugeben. Ein Teilnehmer forderte eine strengere Kontrolle der Flächen vor den Geschäften: „Es wird immer mehr nach draußen gestellt, das kann so nicht sein.“ Einig waren sich etliche Besucher darin, dass alle Verkehrsteilnehmer mehr Rücksicht aufeinander nehmen müssten. Eine Vertreterin der Travemünder Wirtschaftsgemeinschaft wies darauf hin, dass vor dem Hintergrund der steigenden Touristenzahlen eine langfristige Lösung auch in den anderen Straßen geschaffen werden müsse.

Für Lindenau steht fest: „Wir müssen unterschiedliche Interessen unter einen Hut bringen.“ Mehrere Varianten seien denkbar, etwa die Anbringung von versenkbaren Pollern, die ausschließlich von Anliegern und Lieferanten geöffnet werden könnten. Auf jeden Fall müsse es eine unterschiedliche Lösung für Sommer und Winter geben. Quirder hält die Einrichtung einer verkehrsberuhigten Zone für eine sinnvolle Lösung: „Dann haben wir gleiches Nutzungsrecht für alle.“ Lindenau betonte: „Schilder können regeln, letztlich kommt es aber immer auf das richtige Miteinander an.“ Die Bürgerschaft habe der Verwaltung den Auftrag erteilt, bis zum dritten Quartal 2018 eine Lösung zu erarbeiten. Es müssten auch Gespräche mit den Geschäftsleuten geführt werden.

Von Thomas Krohn

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