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Lübeck Wenn Gaben und Gemeinde passen
Lokales Lübeck Wenn Gaben und Gemeinde passen
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20:24 04.06.2016

Im Moment packt er noch seine Kisten aus. Es wird einige Zeit dauern, bis Björn Schneidereit sein Büro in der St.-Thomas-Gemeinde eingerichtet hat. Aber angekommen ist er schon. Heute wird er um 14 Uhr im Gottesdienst als Pastor eingeführt.

Die kleine Kirche auf Marli hat es ihm angetan. „Das Ensemble fasziniert mich“, sagt er und blickt durch den luftigen Kirchraum. Bänke gibt es nicht. Stühle werden je nach Bedarf gruppiert. Die Tür zum Kindergarten ist nur angelehnt. Kinderstimmen, Fußgetrappel, Spielzeuggeklapper sind die einzigen Geräusche. Dabei liegt St. Thomas an einer der Hauptverkehrsadern Lübecks. Lkw, Busse, Autos fahren auf der B 76 mitten durch den Stadtteil. „Irgendwie habe ich hier vom ersten Mal an mehr Nähe wahrgenommen. Hier bin ich als Pastor Teil der Gemeinde, und Gott ist unter uns.“

Pastor Schneidereit hat sich verkleinert – sein erster Dienstort war die Innenstadtgemeinde Itzehoe. Eine imposante Kirche. „Da hatte ich das Gefühl, mit der Gemeinde vor Gott zu stehen.“ Drei Jahre war er als Pastor zur Anstellung dort. Mit dieser Zeit hat er seine Bewerbungsfähigkeit erreicht und sich umgeschaut. Nicht nur beruflich, sondern auch privat suchte der 35-Jährige nach einem Ort, an dem es sich gut Wurzeln schlagen lässt. Dabei hat er den Norden eigentlich schon kennengelernt: Studiert hat Björn Schneidereit in Kiel und Greifswald, als Vikar war er in Bad Bramstedt, danach in Itzehoe. „St. Thomas und Lübeck haben mich überzeugt. Hier kann ich mit meiner Persönlichkeit und meinen Gaben gut wirken.“

Eine lange Zeit der Vakanz liegt hinter der Gemeinde. Der Theologe nimmt daher den Alltag zunächst, wie er kommt. „Schwerpunkte setze ich später. Jetzt heißt es, einander kennenzulernen und gemeinsam einen Kurs zu bestimmen.“ Dabei hat er sich vor allem zwei Gedanken über den Beginn seines Dienstes gestellt: Miteinander Glauben suchen, finden, lernen und feiern – gern generationsübergreifend, einladend an Menschen mit verschiedener Couleur. „Gott begegnen“ in den Wunden der Welt, im eigenen Stadtteil, wie er es formuliert. „Ich glaube, Gott lässt sich mehr in der Solidarität mit dem scheinbar Schwachen finden als im Glamourösen.“

In den letzten Wochen hat er sich den Stadtteil angeschaut. Von seiner Wohnung zur Kirche sind es nur ein paar Schritte. Erste Investition war ein Fahrrad – Lübeck ist eben schön und kompakt. In seiner Freizeit möchte Schneidereit sich wieder dem Sport widmen. Wassersport hat er bisher nicht betrieben – die naheliegende Wakenitz lädt allerdings zum Testen ein. Darüber hinaus schlägt Pastor Schneidereit gern einige Akkorde auf der Gitarre – auf Lagerfeuerniveau, wie er anmerkt. Programmkino und Schokolade mit Kardamom mag er eben-

falls.

LN

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