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Lübeck Wenn Gymnasiasten Uni-Luft schnuppern dürfen
Lokales Lübeck Wenn Gymnasiasten Uni-Luft schnuppern dürfen
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23:15 17.03.2016
Vor der Hochschulbibliothek hat sich Wissenschaftsmanagerin Dr. Iris Klaßen (2. v. l.) mit einigen Dozenten der SFG — Prof. SoYoung Park (v. l.), Prof. Nicole Jochems, Privat-Dozent Dr. Amir Madany Mamlouk sowie Katharina Weiß — zu einem Arbeitstreffen verabredet. Quelle: Fotos: Hollinde, Hötsch

Informatik und Psychologie — passt das? „Ja“, ist Katharina Weiß von der Schülerakademie der Uni Lübeck überzeugt und verweist auf die digitalen Technologien wie Smartphone, Navigationssysteme et cetera, die mittlerweile unseren Alltag durchdrungen haben. „So finden scheinbar voneinander getrennt arbeitende Forschungsbereiche in diesem Themenfeld ohne Weiteres zusammen“, erklärt Weiß.

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In den Osterferien startet die nächste Schülerforschungsgemeinschaft — Praxis-Workshop und Vorträge zu Informatik und Psychologie — Interessierte Bürger im Hörsaal willkommen.

Sie nennt Fragen wie: Was passiert, wenn Maschinen auf einmal Gefühle zeigen? Wie unterstützen und beeinflussen uns digitale Technologien bei unseren Entscheidungen? Oder gibt es in Zukunft nur eine Technologie für alle, oder spiegelt sich eine vielfältige Gesellschaft auch in der Technologie wider? „Deshalb haben wir die Veranstaltungsreihe von März bis November mit der Fragestellung ,Wie sieht‘s morgen aus?‘ überschrieben“, sagt Wissenschaftsmanagerin Dr. Iris Klaßen.

In Kooperation des Wissenschaftsmanagements mit Lübecker Forschern startet die „Schülerforschungsgemeinschaft“, kurz SFG, bereits im fünften Jahr. Sinn und Zweck ist es jeweils, Schüler der höheren Jahrgänge — aber auch interessierte Bürger — für Wissenschaft zu begeistern und ihnen Forschungsgebiete der Lübecker Uni näher zu bringen.

Neu ist diesmal, dass der Schüler-Praxisteil auf dem Campus der Vortragsreihe im Audimax vorgeschaltet ist. „Die Jugendlichen haben hier die Chance, an drei Tagen in Forschermanier Labor-Luft zu schnuppern“, kündigt Katharina Weiß, Projektkoordinatorin der Initiative „Lübecker Informatik an Schulen“ an. Die SFG sehe sich entsprechend als Bindeglied zwischen Schule und Hochschule und solle auch Appetit auf‘s Studium machen, ergänzt Iris Klaßen das kombinierte Konzept aus Hörsaal und Labor.

Für Hans-Jochen Arndt, Vorsitzender der Margot und Jürgen- Wessel-Stiftung, ist das Interesse der Heranwachsenden besonders wichtig, denn seine Stiftung fördert die SFG und richtet sich mit ihrem Engagement gezielt an junge Menschen. „Wenn es gelingt, Jugendliche dazu herauszufordern, sich in der Freizeit Wissen anzueignen, haben wir viel für Lübeck erreicht“, so Arndt.

Durchschnittlich 70 jugendliche Hörer sind je monatlicher Vortrags-Veranstaltung dabei. „Mitunter kommen auch ganze Profil-Kurse in den Hörsaal“, hat Iris Klaßen beobachtet. Privat-Dozent Dr. Amir Madany Mamlouk aus dem Institut für Neuro- und Bioinformatik, der als Dozent bereits in den Vorjahren beteiligt war, lobt: „Die Schüler sind unvoreingenommen neugierig und sehr aufmerksam. Das macht Spaß.“ Und Professorin So Young Park aus dem Institut für Psychologie sagt: „Ich war überrascht, wie gefüllt der Hörsaal war. Und bei der anschließenden Diskussion kamen interessante Aspekte heraus.“

Wie im Vorjahr auch werden wieder nach dem Tandem-Prinzip jeweils zwei Experten aus unterschiedlichen Fachbereichen für einen gemeinsamen Vortrag zusammenkommen. „Das verdeutlicht die interdisziplinäre Verzahnung des Campus und regt weitere Kooperationen an“, freut sich Professorin Nicole Jochems aus dem Institut für Multimediale und Interaktive Systeme.

Vorträge für Schüler und wissenschaftsbegeisterte Bürger

Der dreitägige Spring-School Praxis- Workshop der Schülerforschungsgemeinschaft beginnt am Mittwoch, 30. März. Teilnehmen können Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe mit einem Faible für Naturwissenschaften. Es sind noch einige der insgesamt 16 verfügbaren Labor- Plätze frei. Eine Online-Anmeldung ist möglich unter www.lias.uni-luebeck.de /veranstaltungen.

Die Experten-Vorträge, die in populärwissenschaftlicher Form gehalten werden, sind im Zeitraum Mai bis November jeweils dienstags um 19 Uhr im Hörsaal AM 4 des Audimax, Mönkhofer Weg 245, zu hören. Die Termine: 10. Mai, 14. Juni, 12. Juli, 13. September, 11. Oktober, 8. November. Dazu sind nicht nur Schüler der höheren Jahrgänge, sondern auch wissenschaftsbegeisterte Bürger eingeladen.

Von Michael Hollinde

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