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Lübeck Wenn Singen wieder cool wird
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21:27 13.07.2016
Lichtshow, Choreografie und Begleitband machten das „Young Voices“-Konzert in der ausverkauften Barclaycard-Arena zum Erlebnis.

Sie waren nun schon das zweite Mal dabei, die Acht- bis Zehnjährigen des Schulchores der Travemünder Stadtschule. Und wieder gab es nur strahlende Gesichter und Erlebnisse, von denen sicher noch lange berichtet wird. In einer ausverkauften Barclaycard- Arena in Hamburg waren sie Teil eines 6000-stimmigen Chores, der mit Schulkindern im Alter zwischen acht und zwölf aus ganz Norddeutschland besetzt war.

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Lichtshow, Choreografie und Begleitband machten das „Young Voices“-Konzert in der ausverkauften Barclaycard-Arena zum Erlebnis.

„Die Idee zu diesem größten Kinderchor-Projekt der Welt mit dem Titel ,Young Voices‘ kommt aus Großbritannien, und diese inszenierten Mega-Konzerte mit Band, Lichtshow und professioneller Choreografie sind dort seit zwei Jahrzehnten ein echter Erfolg“, erklärt Michael Cordes. Er leitet zusammen mit André Hanßke, Chorleitungsassistent an St. Marien, den Schulchor im Ostseebad und ist Kreisfachbeauftragter für Musik.

„So etwas ähnliches, also Musik mit Coolness-Faktor und Wow-Effekt, können wir aber in abgewandelter Form selbst auch in Schleswig-Holstein auf die Beine stellen“, ist sich der Pädagoge sicher. Und das Konzept von „Klasse! Wir singen!“, so der Name des Neuzugangs, soll dem Nachwuchs nun ab dem nächsten Jahr nicht nur ein Musikerlebnis der besonderen Art ermöglichen, sondern auch das Singen an sich mehr im Schulunterricht etablieren.

Die Initialzündung zu dem Projekt, das in den vergangenen Jahren schon in anderen Bundesländern umgesetzt worden ist, kam vor nunmehr neun Jahren vom Braunschweiger Domkantor Gerd- Peter Münden. „Er wollte sich nicht damit abfinden, dass das Singen im Kinderalltag immer mehr in den Hintergrund gerät und Musik zunehmend nur noch über die Medien konsumiert wird“, berichtet Margit Weller vom Projektbüro. Folglich habe der Kirchenmusiker Kontakt zu den Schulen im Ort und der näheren Umgebung gesucht und die große VW-Veranstaltungshalle mit einer Kapazität für 6000 Besucher angemietet.

„Er hat für das gemeinsame Konzert mit 3000 Teilnehmern gerechnet; aus dem Stand heraus haben sich aber gleich 28000 angemeldet, so dass mehrere Konzerte hintereinander stattfinden mussten. Und weil jedes Kind – und nicht ein ,Superstar’ – auf der großen Bühne steht, wird eine Motivation zum eigenen Singen entfacht“, so Weller.

Auf Bitten des Kultusministeriums hat Münden dann sein Projekt, das inzwischen von namhaften Unternehmen gesponsert wird, auf ganz Niedersachsen ausgeweitet. In den Folgejahren schlossen sich unter anderem Berlin und Nordrhein-Westfalen an. Die Koordinatorin betont aber zugleich, dass die Riesen-Liederfeste nur ein Standbein von „Klasse! Wir singen!“ sind. Noch wichtiger seien die sechs Wochen vor dem Event. „Denn in diesem Zeitraum wird in den teilnehmenden Schulklassen der Stufen eins bis sieben täglich ein festgelegter Kanon aus alten und modernen Volksliedern eingeübt“, erklärt die Koordinatorin.

Angesprochen sind hierbei in erster Linie fachfremde Klassenlehrkräfte. Dazu Michael Cordes: „Es gibt seitens des Projektbüros sehr gute methodische Unterrichtsmaterialien für das Kollegium. Und auch die Kinder erhalten ein Liederbuch sowie eine Lieder-CD mit Chor- und Playbackversion zu jedem Lied. Das verbleibt dann in den Familien und kann nach den Liederfesten weiter genutzt werden.“

Für den Schulleiter ist die Botschaft wichtig, dass er „Klasse! Wir singen!“ als Ergänzung zu den bestehenden Projekten in Lübeck sieht, „und nicht als Konkurrenz“. Nun hofft er, dass sich möglichst viele seiner Kolleginnen und Kollegen für das Projekt interessieren.

• Weitere Informationen unter www.klasse-wir-singen.de

Michael Hollinde

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